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06.06.2014

13:36 Uhr

Belastungsprobe

Netzbetreiber wappnen sich für Solar-Boom an Pfingsten

Über Pfingsten stehen die Stromnetzanbieter vor einer harten Probe: Wegen der Feiertage dürfte der Stromverbrauch stark fallen, während die Solaranlagen wegen des Sonnenscheins immer mehr Strom einspeisen werden.

Eine Solaranlage bei Sonnenschein: Wegen des strahlenden Sonnenscheins drücken die Solaranlagen ihre ganze Leistung ins Netz. dpa

Eine Solaranlage bei Sonnenschein: Wegen des strahlenden Sonnenscheins drücken die Solaranlagen ihre ganze Leistung ins Netz.

DüsseldorfDas Stromnetz in Deutschland steht am Pfingstwochenende vor einer besonderen Belastungsprobe: Wegen der Feiertage dürfte der Verbrauch insbesondere durch die Industrie auf den niedrigsten Wert des Jahres fallen. Zugleich drücken wegen des strahlenden Sonnenscheins die Solaranlagen ihre ganze Leistung ins Netz. „Eine solche Wetterlage ist für die Netzbetreiber eine Herausforderung“, sagte am Freitag eine Sprecherin von Tennet. Die Unternehmen würden die Lage genau beobachten und gegebenenfalls reagieren.

Die Netzbetreiber gehen davon aus, dass der Verbrauch in Deutschland bei einem Wert von 30 Gigawatt liegen könnte. Rein rechnerisch könnten dies die Solaranlagen alleine decken. In Deutschland sind nach Angaben der Bundesnetzagentur Solaranlagen mit einer Leistung von 36 Gigawatt installiert. Windräder kommen auf 33 Gigawatt.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Im Stromnetz muss ein Gleichgewicht zwischen Verbrauch und Produktion herrschen. Zuviel Strom ist ebenso schlecht wie zu wenig. Die Netzbetreiber können jedoch zu Pfingsten auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre zurückgreifen. „Wir bei Amprion sind gut vorbereitet und sehen das entspannt“, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Ist zu viel Strom vorhanden, könnten die Netzbetreiber an der Börse eine sogenannte negative Leistung einkaufen. Vereinfacht gesagt, kaufen sie Strom ein, der dann gar nicht produziert wird. Amprion verstärke hierzu am Wochenende seine Schaltzentrale in Brauweiler bei Köln um einen Mitarbeiter. Die Kosten für die Eingriffe werden auf die Stromkunden umgelegt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

06.06.2014, 14:19 Uhr

Sinnvoller waere es, wenn die nicht angemessen die Produktion regelnden Erzeuger des ueberfluessigen Stroms die Kosten tragen wuerden.

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