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09.05.2015

11:06 Uhr

Benzinpreis

Tanken wird wieder teurer

VonRegine Palm

Autofahrer müssen wieder tiefer in ihre Taschen greifen: Mit den Ölpreisen steigen auch die Preise an den Tankstellen. Immer öfter kostet der Liter Super über 1,50 Euro – so teuer war Benzin zuletzt im Oktober 2014.

So teuer wie derzeit war der Sprit zuletzt im Oktober 2014. dpa

Benzinpreise steigen wieder

So teuer wie derzeit war der Sprit zuletzt im Oktober 2014.

Düsseldorf„Die Schnäppchenjagd an den Zapfsäulen ist vorerst vorbei“, sagt Steffen Bock, Geschäftsführer des Internetportals clever-tanken.de. Zurzeit pendelt der Preis um die Marke von 1,50 Euro. Zu Jahresbeginn mussten dafür weniger als 1,30 Euro bezahlt werden. Doch von den bisherigen Höchstständen sind die Spritpreise noch weit entfernt: Vor fast genau drei Jahren, im April 2012, kostete ein Liter Superbenzin zeitweise sogar 1,75 Euro.

Die Preise an den Tankstellen spiegeln fast 1:1 die Entwicklung an den internationalen Rohölmärkten wider. Bis Ende Juni 2014 war ein Barrel (159 Liter) des europäischen Brentöls rund 115 Dollar wert. Dann brachen die Preise ein. Im Januar kostete Öl in Europa weniger als 50 Dollar. Seither zieht der Preis wieder an; Brentöl notierte zuletzt bei 64 Dollar je Barrel.

Den Preisrutsch an den Ölmärkten hat die Schieferölproduktion in den USA ausgelöst. Angesichts der steigenden Mengen sind die Amerikaner am Weltmarkt als Ölnachfrager quasi ausgefallen. Die Folge davon war ein kräftiger Anstieg der US-Lagerbestände. Mit über 490 Millionen Barrel lagen sie zeitweise so hoch wie nie zuvor. Unterstützt wurde der Preisrutsch durch das Verhalten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Anders als in der Vergangenheit hatte das Ölkartell auf eine Kürzung seiner Produktion bisher verzichtet und damit zusätzlich Druck auf den Ölpreis ausgeübt. Nun scheint sich das Blatt erneut zu wenden.

Die größten Öl- und Gaskonzerne der Welt

Platz 1

Exxon Mobil (USA)

Jahresumsatz: 356,6 Milliarden Dollar

Platz 2

PetroChina (China)

Umsatz 2015: 329,7 Milliarden Dollar

Platz 3

Chevron (USA)

Jahresumsatz: 197,4 Milliarden Dollar

Platz 4

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Jahresumsatz: 192,1 Milliarden Dollar

Platz 5

Sinopec (China)

Jahresumsatz: 119,1 Milliarden Dollar

Platz 6

Total (Frankreich)

Jahresumsatz: 118,5 Milliarden Dollar

Platz 7

BP (Großbritannien)

Jahresumsatz: 118,35 Milliarden Dollar

Platz 8

ConocoPhillips (USA)

Jahresumsatz: 76,67 Milliarden Dollar

Platz 9

Cnooc (Hongkong)

Jahresumsatz: 63,12 Milliarden Dollar

Platz 10

Eni (Italien)

Jahresumsatz: 63 Milliarden Dollar

Quelle

Thomson Reuters/Unternehmensangaben

Erstmals seit Januar hat das amerikanische Energieministerium einen Rückgang der Öllagerbestände gemeldet. Daraus folgern spekulativ eingestellte Marktteilnehmer, dass die US-Produktion tatsächlich sinkt. Der Grund ist simpel: Je nach Bohrgebiet lohnt sich die Schieferölproduktion nur ab einem bestimmten Preis; die Schätzungen über diese Preisspanne liegen mit 40 bis 80 Dollar weit auseinander. Tatsächlich hat der niedrige Rohölpreis den Markt bereinigt und damit für einen Rückgang der Produktion gesorgt.

„Die US-Produktion wird aber nicht so stark gedrückt wie einige Marktteilnehmer glauben“, warnt indes Axel Herlinghaus, Ölexperte der DZ Bank. Die Förderung gehe aktuell nur leicht zurück. Auch die Commerzbank ist skeptisch, zumal „einige US-Ölproduzenten angekündigt haben, bei höheren Ölpreisen ihre Ölbohrungen wieder ausweiten zu wollen.“

Kommentare (1)

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Herr J.-Fr. Pella

11.05.2015, 09:46 Uhr

Die Preise an den Zapfsäulen wurden schon immer willkürlich gestaltet. Natürlich spielt der Rohölpreis auch eine Rolle.
Aber um Preiserhöhungen an den Zapfsäulen durchzusetzen war die Mineralölindustrie nie verlegen.
Hoher Beschaffungspreise bei den Lieferanten, niedriger Eurokurs, hohe Transportkosten, zu wenig Dieselverbraucher, zu viele Dieselverbraucher, usw. waren schon immer Scheingründe.
Die Wahrheit, nämlich riesige Gewinne zu machen, sagt keiner.

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