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16.07.2013

14:27 Uhr

Bergbaukonzern

Rio Tinto setzt trotz China-Abkühlung auf Eisenerz

Rio Tinto ist optimistisch: Das Unternehmen will seine Förderung von Eisenerz um zehn Prozent hochfahren. Glencore hingegen will den Abbau stoppen und sein Milliardenschweres Kupferprojekt in Peru verkaufen.

Die Rio Tinto Alcan (RTA) Aluminium-Fabrik in Saint-Jean-de-Maurienne, im Südosten Frankreichs. Die Hauptabnehmer des Rohstoffs Eisenerz sind die Stahlwerke in China. AFP

Die Rio Tinto Alcan (RTA) Aluminium-Fabrik in Saint-Jean-de-Maurienne, im Südosten Frankreichs. Die Hauptabnehmer des Rohstoffs Eisenerz sind die Stahlwerke in China.

SydneyDer Bergbaukonzern Rio Tinto will trotz der Wirtschaftsabkühlung in China seine Eisenerzproduktion ausweiten. Ziel sei es, die Förderung bis Ende September um mindestens zehn Prozent zu erhöhen, bestätigte das australisch-britische Unternehmen am Dienstag seine Strategie fürs laufende Jahr.

Dafür würden entweder neue Minen in Australien angezapft oder die Produktion in bestehenden Werken angezogen. Hauptabnehmer des Rohstoffs Eisenerz sind die Stahlwerke in China. Auch Rio Tintos Konkurrenten BHP Billiton und Fortescue Metals Group lassen sich von schlechten Konjunkturnachrichten aus der Volksrepublik nicht schrecken und planen, ihre Eisenerzförderung zu erhöhen.

Im Gegensatz dazu wird der Rohstoff-Riese Glencore Xstrata angesichts der eingetrübten Marktaussichten nächsten Monat in Australien den Abbau von Eisenerz stoppen. Der Konzern produzierte im Jahr mit einer Million Tonnen jedoch nur eine verschwindend geringe Menge des für die Stahlproduktion wichtigen Rohstoffs.

Angesichts sinkender Einnahmen, steigender Produktionskosten und hoher Transportkosten lohne sich das Mitte 2011 angestoßene Projekt nicht, sagte eine Firmensprecherin.

Rio Tinto ist dagegen optimistisch, trotz der jüngst verhaltenen Entwicklung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft dort mehr Eisenerz losschlagen zu können. Bis Ende 2014 soll die Produktionskapazität auf 360 Millionen Tonnen im Jahr erweitert werden. Dafür würden entweder neue Minen in Australien angezapft oder die Produktion in bestehenden Werken hochgefahren.

Im Juni waren die für die Stahlproduktion wichtigen Eisenerz-Importe der Volksrepublik um 9,1 Prozent auf ein Vier-Monats-Tief gefallen. Im zweiten Quartal hatte sich Chinas Wirtschaftsleistung auf 7,5 Prozent abgeschwächt.

Rio Tinto macht rund zwei Drittel seiner Umsätze mit Eisenerz. Im zweiten Quartal stieg die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 66 Millionen Tonnen. Die Preise für den Rohstoff hatten zuletzt wieder angezogen, blieben aber angesichts des gedämpften chinesischen Wachstums immer noch rund 20 Prozent unter den im Februar erreichten Höchstständen.

Zugleich teilte Glencore Xstrata mit, das mehr als fünf Milliarden Dollar schwere Kupferprojekt "Las Bambas" in Peru zu verkaufen, um Auflagen der chinesischen Regulierer für den Anfang des Jahres erfolgten Zusammenschluss mit Xstrata zu erfüllen. Es hätten bereits zahlreiche Bergbaukonzerne und potenzielle Investoren ihr Interesse bekundet. Es gilt als wahrscheinlich, dass chinesische Staatskonzerne bieten werden.

Von

rtr

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