Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.11.2012

06:46 Uhr

Bergbaukonzern

Rio Tinto will sieben Milliarden Dollar einsparen

Der weltweit zweitgrößte Bergbaukonzern muss die Ärmel hochkrempeln und sieben Milliarden Dollar sparen. Die meisten Einschnitte soll es bei Kohle und Aluminium geben. Schuld sind sinkende Preise und steigende Kosten.

Rio Tinto muss kräftig sparen. Reuters

Rio Tinto muss kräftig sparen.

Melbourne/SydneyDer Bergbaukonzern Rio Tinto will wegen gesunkener Rohstoffpreise in den kommenden zwei Jahren sieben Milliarden Dollar einsparen. Es sei bis zum kommenden Jahr und wahrscheinlich darüber hinaus wichtig, die Kosten unter Kontrolle zu bekommen, sagte Konzernchef Tom Albanese am Donnerstag vor Beginn eines Investorenseminares.

Die meisten Einschnitte würden die Bereiche Kohle und Aluminium betreffen. Rio Tinto hat wie seine Konkurrenten mit sinkenden Preisen bei zugleich steigenden Kosten und einem starken australischen Dollar zu kämpfen. Vorsichtig optimistisch zeigte sich Albanese über das Wachstum in China. Die Volksrepublik ist der größte Abnehmer von australischem Eisenerz. Die Wirtschaft der Volksrepublik wächst derzeit so langsam wie seit drei Jahren nicht mehr - das belastet die Preise.

So groß ist Chinas Hunger nach Rohstoffen

Steinkohle

China ist der mit Abstand größte Verbraucher von Steinkohle. Das Land hat einen Weltmarktanteil von 51,4 Prozent an dem Energieträger. Die USA und Indien rangieren mit Abstand dahinter.

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)/Deutsche Rohstoffagentur (DERA)

Stahl

Das Reicht der Mitte ist der größte Importeur von Stahl. Die Hälfte des Weltmarkts entfällt auf China.

Blei

Auch bei Blei zählt China zu den größten Verbrauchern. 45,6 Prozent des Marktes beansprucht China für sich.

Zink

42,5 Prozent des Zinkmarkts vereinnahmt China für sich – weit mehr als die USA und Korea.

Zinn

Beim Zinn kommt das Reich der Mitte auf einen Marktanteil von 41,0 Prozent. Damit liegt China deutlich vor Japan und den USA.

Aluminium

Beim Aluminium entfallen 39,8 Prozent des weltweiten Verbrauchs auf China.

Nickel

China zieht 39,3 Prozent des Nickelmarktes auf sich und lässt Japan und die USA weit hinter sich.

Kupfer

Bei Kupfer kommt der Verbrauch Chinas auf einen Marktanteil von 38 Prozent. Die USA landen mit deutlichem Abstand auf Rang 2. kurz vor Deutschland.

Erdöl

Lediglich den Rang als Spitzen-Erdölverbraucher überlässt China den USA, die einen Marktanteil von 10,7 Prozent einnehmen.

Schon im August teilte der in London ansässige Konzern mit, dass die gesunkenen Preise für Eisenerz massiv auf die Profite drücken. So ging im ersten Halbjahr der Gewinn auf vergleichbarer Basis um 34 Prozent auf 5,2 Milliarden US-Dollar zurück.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Damals hielt der Konkurrent von Anglo-American und Xstrata trotz des Gewinnrückgangs noch daran fest, im laufenden Jahr 16 Milliarden Dollar zu investieren.

Fallende Preise und hohe Kosten machten zuletzt auch der Konkurrenz von Rio Tinto zu schaffen. Der brasilianische Wettbewerber Vale - weltgrößter Eisenerz-Produzent - hatte Ende Juli sein schlechtestes Quartalsergebnis seit zwei Jahren vorgelegt. Der operative Gewinn von Xstrata brach im ersten Halbjahr um 42 Prozent auf 2,45 Milliarden Dollar ein.

Auch der Bergbau-Gigant BHP Billiton hat wegen des ausgebremsten Wirtschaftswachstums in China einen Gewinneinbruch erlitten. Zudem stoppt der Minenkonzern im kommenden Geschäftsjahr 2013 Großprojekte im Gesamtvolumen von 68 Milliarden Dollar. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende Juni war der Gewinn um mehr als ein Drittel auf 15,4 Milliarden Dollar abgesackt. Mit Blick auf das schwierige Marktumfeld verschob der Bergbauriese seine geplante 20 Milliarden Dollar schwere Expansion der Kupfer- und Uranabbaustätte Olympic Dam.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×