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22.08.2013

18:28 Uhr

Bergbaukonzerne

Rohstoff-Riesen sparen gegen die Flaute

VonSebastian Ertinger

Bergbaukonzerne scheffelten bisher Milliarden. Doch der Preisverfall bei Kupfer, Eisenerz und Co. beschert den Minen-Giganten enorme Gewinneinbrüche. Die Firmen kappen nun radikal die Kosten – mit gravierenden Folgen.

Eisenerz-Förderung bei BHP Billiton in Westaustralien: Ausbauprojekte werden auf Eis gelegt. AFP

Eisenerz-Förderung bei BHP Billiton in Westaustralien: Ausbauprojekte werden auf Eis gelegt.

DüsseldorfDie einst erfolgsverwöhnten Bergbaukonzerne leiden unter der schwachen Konjunkturentwicklung in Asien. Das geringere Wachstum der Schwellenländer, wichtige Abnehmer von Eisenerz, Kupfer und Co., drückt die Nachfrage und die Preise. Besonders die flaue Entwicklung in China belastet Konzerne wie BHP Billiton oder den neu fusionierten Bergbauriesen Glencore Xstrata. Hinzu kommen gestiegene Kosten für Energie, Produktion und Finanzierung.

Die Unternehmen reagieren mit harten Einschnitten. Nach Jahren der üppigen Expansion verschieben sie den Ausbau von Minen, stampfen Explorationsprojekte ein und kappen die Kosten. Doch die harten Einschnitte dürften langfristig gesehen negativ auf die Bergbauriesen zurückfallen.

Die Weltkonzerne BHP Billiton und Glencore Xstrata meldeten zuletzt deutliche Gewinnrückgänge. Der frisch geschmiedete Rohstoffhändler und Minenkonzern Glencore Xstrata schrieb 7,66 Milliarden Dollar auf Minenanlagen ab. Für das erste Halbjahr 2013 verbuchte das in Baar im Schweizer Kanton Zug ansässige Unternehmen einen Verlust von 8,9 Milliarden Dollar (6,67 Milliarden Euro).

Auch der Überschuss beim weltgrößten Bergbauunternehmen BHP Billiton brach in dem Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr um 30 Prozent auf 10,9 Milliarden US-Dollar ein. Der Umsatz sackte um rund neun Prozent ab. Zuvor hatten auch schon Konkurrenten wie Rio Tinto oder Vale einen Rückgang der Ergebnisse gemeldet.

So groß ist Chinas Hunger nach Rohstoffen

Steinkohle

China ist der mit Abstand größte Verbraucher von Steinkohle. Das Land hat einen Weltmarktanteil von 51,4 Prozent an dem Energieträger. Die USA und Indien rangieren mit Abstand dahinter.

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)/Deutsche Rohstoffagentur (DERA)

Stahl

Das Reicht der Mitte ist der größte Importeur von Stahl. Die Hälfte des Weltmarkts entfällt auf China.

Blei

Auch bei Blei zählt China zu den größten Verbrauchern. 45,6 Prozent des Marktes beansprucht China für sich.

Zink

42,5 Prozent des Zinkmarkts vereinnahmt China für sich – weit mehr als die USA und Korea.

Zinn

Beim Zinn kommt das Reich der Mitte auf einen Marktanteil von 41,0 Prozent. Damit liegt China deutlich vor Japan und den USA.

Aluminium

Beim Aluminium entfallen 39,8 Prozent des weltweiten Verbrauchs auf China.

Nickel

China zieht 39,3 Prozent des Nickelmarktes auf sich und lässt Japan und die USA weit hinter sich.

Kupfer

Bei Kupfer kommt der Verbrauch Chinas auf einen Marktanteil von 38 Prozent. Die USA landen mit deutlichem Abstand auf Rang 2. kurz vor Deutschland.

Erdöl

Lediglich den Rang als Spitzen-Erdölverbraucher überlässt China den USA, die einen Marktanteil von 10,7 Prozent einnehmen.

Die Konzerne reagieren umgehend. Bei fast allen großen Bergbauriesen kam es zu Wechseln an der Führungsspitze. Die neuen Chefs gehen nun radikal die Kosten an. Im vergangenen Jahr hatte der britisch-australische Konzern BHP bereits Großprojekte im Volumen von 40 Milliarden Dollar auf Eis gelegt, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Zudem sind weitere Kürzungen geplant. Im neuen Geschäftsjahr sollen die Ausgaben um 26 Prozent auf rund 16 Milliarden Dollar sinken.

Der neue BHP-Chef Andrew Mackenzie verschiebt etwa den Ausbau des Kali-Geschäfts. Das Unternehmen hatte den Einstieg in den Düngemittelbereich seit langem geplant. Die Produktion soll nun aber erst 2020 anlaufen, fünf Jahre später als bisher vorgesehen. „Wir wollen dann in den Markt eintreten, wenn wir denken, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um das Maximum für unsere Anteilseigner herauszuholen“, sagte Mackenzie. Zudem brachte er die Idee ins Spiel, Anteile an einem Projekt in Kanada zu verkaufen.

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Kommentare (1)

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das-geld-ist-nicht-weg

23.08.2013, 10:31 Uhr

hier ist wiedereinmal zu erkennen das "groß"konzerne nur mäßig in der lage sind langfristig zu planen.
(nach dem hoch kommt ein tief oder später sogar der absturz)
es ist schlecht fürs geschäft der verarbeitenden industrie wenn es den jojo effekt zu stark gibt

in dt., in der eu wird eine menge weggeworfen verbrannt oder verbuddelt
landschaften werden verschandelt etc.
doch da sind eine menge rohstoffe drin,
die nur geborgen werden müssen
die recyclingqoute sollte von 25-30% auf 99,9 % angehoben werden. hier könnten sich die eu kommissare mal positiv hervortun.
(Der chef von Alba hat mal im interview gesagt, wenn wir müssten würden wir es tun, die recyclingquote erhöhen, mach bar ist es. worauf warten wir?
warscheinlich wartet man auf subventionen.)
die geborgenen rohstoffe sollten dann zu "konstanten" preisen der heimischen wirtschaft angeboten werden.
entweder es findet sich jemand der das kann
oder der staat übernimmt die aufgabe
da müll eigentum der komunen ist

es bringt arbeit für "einfache" mitbürger
ehem. bergwerke könnte lagerstätten werden
usw.
das deutsch ditroit heisst oberhausen hat zwar kultur aber keine arbeit für seine menschen aber bergwerke
das ist so komplex
das ich schon jetzt das gesülze der bedenkenträger höre
naja
vielleicht wirds ja doch noch mal was mit frieden vielleicht siegt noch mal der verstand

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