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26.08.2013

11:50 Uhr

Bestechungsvorwürfe

Vizechef von Chinas Ölgigant unter Korruptionsverdacht

Die Anti-Korruptionsbehörde der Kommunistische Partei Chinas ermittelt gegen den Vizechef des größten Ölkonzerns des Landes, China Petroleum. Wang Yongchun soll „ernsthaft“ gegen die Parteidisziplin verstoßen zu haben.

Ölbohrung der China National Petroleum Corp. (CNPC) im Nordwesten des Landes: Der Vizechef des Konzern gerät unter Korruptionsverdachts. Reuters

Ölbohrung der China National Petroleum Corp. (CNPC) im Nordwesten des Landes: Der Vizechef des Konzern gerät unter Korruptionsverdachts.

ShanghaiDie chinesischen Behörden haben Ermittlungen gegen einen der fünf Vize-Präsidenten des staatlichen Ölkonzerns China Petroleum (CNPC) eingeleitet. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete am Montag, gegen Wang Yongchun werde wegen „disziplinarischer Vergehen“ ermittelt. Die Untersuchungen würden von der Anti-Korruptionsbehörde der Kommunistischen Partei geführt. Wang stehe im Verdacht, „ernsthaft“ gegen die Parteidisziplin verstoßen zu haben.

Wang ist seit 2009 Chef des Unternehmens Daqing Oilfield, das eines der größten Erdölfelder Chinas ausbeutet. Seit 2011 ist er einer der fünf Vize-Präsidenten von CNPC.

Die Akteure des Politkrimis in China

Bo Xilai

Der charismatische Spitzenpolitiker galt als aufsteigender Star in der neuen Führung. Als Sohn des legendären Revolutionärs Bo Yibo – einer der „acht Unsterblichen“ der Partei – hatte der heute 63-Jährige eine steile Karriere gemacht. Er stieg vom Bürgermeister der Hafenstadt Dalian über den Posten des Gouverneurs zum Handelsminister auf. Seit 2007 war Bo Xilai Parteichef der Metropole Chongqing. Seine soziale Politik und revolutionären Kampagnen machten ihn zur Galionsfigur der Linken. Der Skandal brachte das einflussreiche Politbüromitglied im März zu Fall.

Gu Kailai

Die Ehefrau von Bo Xilai war eine erfolgreiche Anwältin und Geschäftsfrau. Die heute 53-Jährige ist Tochter von General Gu Jingsheng, einem berühmten Revolutionär. Nach dem Jurastudium machte sich Gu Kailai einen Namen als erste Anwältin, die eine Klage gegen eine amerikanische Firma gewann. Mit Bo Xilai hat sie den Sohn Bo Guagua. Sie soll sich in der Familie um geschäftliche Dinge gekümmert und angeblich ein Vermögen ins Ausland geschafft haben.

Neil Heywood

Der britische Geschäftsmann war seit den 90er Jahren eng befreundet mit dem Politikerpaar. Er war mit einer Chinesin verheiratet und hatte zwei Kinder. Als Unternehmensberater half der Brite der Familie von Bo Xilai bei privaten Geschäften. Im November wurde der 41-Jährige tot in einem Hotelzimmer gefunden. Erst soll exzessiver Alkoholkonsum die Todesursache gewesen sein. Doch nach den Enthüllungen von Polizeichef Wang Lijun wurde Gu Kailai des Giftmordes angeklagt. Das Motiv war wohl ein geschäftlicher Streit. Im August erhielt Gu Kailai ein Todesurteil auf Bewährung.

Wang Lijun

Der frühere Polizeichef war seit den 90er Jahren ein enger Vertrauter von Bo Xilai, als dieser noch Gouverneur von Liaoning war. Wang Lijun folgte dem Spitzenpolitiker in die Metropole Chongqing. Die Propaganda pries beide als gnadenlose Kämpfer gegen das organisierte Verbrechen. Wang Lijun bekam den Spitznamen „Super-Bulle“. Allerdings sahen Kritiker in dem teils rechtswidrigen Vorgehen eher eine Kampagne, um alte Machtstrukturen in Chongqing auszumerzen und selbst die Kontrolle zu übernehmen. Ende 2011 scheinen sich die Freunde überworfen zu haben.

Derzeit muss sich in China das ehemalige Politbüro-Mitglied Bo Xilai wegen Korruption, Bestechung und Amtsmissbrauch vor Gericht verantworten. Die neue unter Präsident Xi Jinping hatte bei ihrem Amtsantritt im März angekündigt, Korruption und Geldverschwendung in den Reihen der Kommunistischen Partei auf allen Ebenen stärker zu bekämpfen.

Von

afp

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