Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.04.2015

17:41 Uhr

Beteiligung an VNG vor Verkauf

Gazprom zieht sich aus Ostdeutschland zurück

Der russische Energieriese Gazprom setzt mit dem Ausstieg bei dem ostdeutschen Gasversorger VNG seine Strategie einer Abkehr von der EU fort. Der Blick richtet sich nach Asien – vor allem auf das energiehungrige China.

Der Fokus verlagert sich von der EU in Richtung Asien. Reuters

Gazprom

Der Fokus verlagert sich von der EU in Richtung Asien.

MoskauDer russische Staatskonzern Gazprom sieht sich in Zeiten niedriger Energiepreise und geringer Nachfrage auch in Deutschland wirtschaftlich unter Druck. Doch nicht nur deshalb will das Unternehmen seinen 10,52-Prozent-Anteil an dem ostdeutschen Gasversorger VNG verkaufen. Gazprom erhofft sich Einnahmen von rund 200 Millionen Euro.

Der Schritt gilt vielmehr als Teil der neuen Unternehmensstrategie. Schon nach dem Aus für das transeuropäische Pipelineprojekt South Stream hatte Gazprom-Chef Alexej Miller einen Kurswechsel für Russlands Energiepolitik verkündet.

„Das ist der Anfang vom Ende unseres Modells, bei dem wir uns auf Lieferungen bis zum Endverbraucher auf dem europäischen Markt orientierten“, erläuterte Miller im Dezember. Die Zeiten, in denen die Russen sich aktiv auf dem Energiemarkt der EU einkauften, sind vorbei. Sie befürchten seit langem, dass die europäischen Staaten zunehmend ihre Unabhängigkeit verlieren könnten - samt einer Zunahme der EU-Kontrolle über Versorgungsnetze.

Gazprom: Ostsee-Pipeline wird offenbar doch nicht ausgebaut

Gazprom

Ostsee-Pipeline wird offenbar doch nicht ausgebaut

Wegen der Ukraine-Krise sind mehrere geplante Wirtschaftsprojekte mit Russland abgeblasen worden. Nun ist angeblich auch die Ostsee-Pipeline betroffen. Gazprom soll seine Pläne zum Ausbau der Leitung gekippt haben.

Für eine Energie-Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Westen stehen die Zeichen nicht zum Besten, wie Marktexperten betonen. Wie viele russische Unternehmen fühlt sich Gazprom von den Sanktionen des Westens im Ukraine-Konflikt gegängelt.

Zudem ist ein EU-Kartellverfahren gegen den russischen Staatskonzern anhängig. Und nicht zuletzt werfen die Russen auch westlichen Ratingagenturen vor, sie missbrauchten Unternehmensbewertungen auch als politisches Instrument.

Zwar betont Gazprom in einer Mitteilung zu dem VNG-Ausstieg, dass es nicht nur mit den Ostdeutschen weiter eine gute Zusammenarbeit geben solle. Die russische Zeitung „Kommersant“ berichtet, dass der Konzern weiter seinen Anteil von 400 Millionen Euro an dem Gasspeicherprojekt „Katarina“ halten wolle - und das zu gleichen Teilen mit VNG. Auch die freundschaftliche Zusammenarbeit mit der Wintershall Holding in Kassel steht nach Angaben von Gazprom nicht auf dem Spiel. Die Kassler haben weiter Zugang zu russischen Gasfeldern in Sibirien.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Wolfgang Trantow

08.04.2015, 19:57 Uhr

Verliert jetzt Hr. Schröder seinen Arbeitsplatz und schädigt wieder die Deutschen: Kinder müssen per Gesetz arbeiten! So sein Befehl (Hartz IV)l!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×