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07.07.2014

20:25 Uhr

Bewegung in Stahl-Tarifrunde

Arbeitgeber kündigen Angebot an

„Wir haben die Absicht, heute zu einem Ende zu kommen.“ Mit diesen Worten gehen die Arbeitnehmer in die vierte Runde im Tarifstreit für die Stahlindustrie – und wollen doch keine Einigung um jeden Preis.

Thyssen-Krupp-Hochöfen in Duisburg: Sollte es in der vierten Verhandlungsrunde zu keiner Lösung kommen, will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber bis hin zu Urabstimmung und Streiks weiter verstärken. dpa

Thyssen-Krupp-Hochöfen in Duisburg: Sollte es in der vierten Verhandlungsrunde zu keiner Lösung kommen, will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber bis hin zu Urabstimmung und Streiks weiter verstärken.

GelsenkirchenIn die festgefahrenen Tarifverhandlungen für die 75.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie kommt möglicherweise Bewegung. Die Arbeitgeber kündigten vor Beginn der vierten Verhandlungsrunde am Montag in Gelsenkirchen ein Angebot an. Inhalte wurden zunächst nicht bekannt. Die Gespräche begannen am frühen Abend.

„Wir haben die Absicht, heute zu einem Ende zu kommen“, sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Helmut Koch, zum Start der Gespräche. Man werde ein Angebot vorlegen. Die IG Metall hatte dies in den vergangenen Tagen eingefordert. „Wir sind sehr gespannt, doch wird es keine Einigung um jeden Preis geben“, erklärte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Knut Giesler. Er fügte hinzu: „Wenn es kein faires Angebot gibt, müssen die Arbeitgeber mit Konsequenzen rechnen.“

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Zum Verhandlungsauftakt verliehen rund 350 Stahlkocher den Forderungen der Gewerkschaft noch einmal Nachdruck. Die IG Metall verlangt für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und verweist dabei auf eine wieder anziehende Auftragslage und eine verbesserte Auslastung. Die Gewerkschaft fordert auch eine Beschäftigungssicherung und Regelungen für die Altersteilzeit.

In den vergangenen Tagen hatten sich nach Angaben der IG Metall rund 16.000 Beschäftigte der Branche an Warnstreiks beteiligt. Sollte es in der vierten Verhandlungsrunde zu keiner Lösung kommen, will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber bis hin zu Urabstimmung und Streiks weiter verstärken.


Von

dpa

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