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21.02.2017

08:35 Uhr

BHP Billiton und Anglo American

Bergbauriesen bleiben vorsichtig

BHP Billiton macht dank stark gestiegener Rohstoffpreise wieder bessere Geschäfte. Auch Konkurrent Anglo American profitiert von der Erholung des Marktes. Trotzdem bleiben die Bergbauriesen vorsichtig.

Die angezogene Nachfrage aus China hat die Preise für Rohstoffe nach oben getrieben und Bergbaukonzernen die Kassen gefüllt. Reuters, Sascha Rheker

BHP-Kupferbergwerk Antofagasta in Chile

Die angezogene Nachfrage aus China hat die Preise für Rohstoffe nach oben getrieben und Bergbaukonzernen die Kassen gefüllt.

SydneyDie Bergbaubranche bleibt trotz gestiegener Rohstoffpreise vorsichtig und treibt ihren Schuldenabbau voran. Die unerwartet stark angezogene Nachfrage aus China ließ die Preise für Rohstoffe 2016 kräftig steigen und füllte den Konzernen die Kassen. Doch die Krise des vorangegangenen Jahres sitzt der Branche noch im Nacken, so dass sie sich nur langsam aus der Deckung wagt. „Jeder wartet noch ab, wie nachhaltig dieser Aufwärtstrend sein wird“, sagte Andy Forester von Argo Investments.

Der Gewinn des weltgrößten Bergbaukonzerns BHP Billiton fiel im ersten Geschäftshalbjahr achtmal so hoch aus wie vor Jahresfrist. Auf vergleichbarer Basis verdiente das australisch-britische Unternehmen nach Angaben vom Dienstag 3,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt sogar mit 3,4 Milliarden gerechnet. Vor allem BHPs größte Sparte - das Eisenerzgeschäft - zog kräftig an. BHP-Chef Andrew Mackenzie warnte allerdings, dass der Eisenerzmarkt kurzfristig unter Druck geraten könnte, weil sich die Nachfrage aus China wieder abkühle. Wegen der unsicheren wirtschaftlichen und politischen Lage bleibe das oberste Ziel der Schuldenabbau.

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Auch Rivale Anglo American, den der Einbruch bei den Rohstoffpreisen 2015 mit am stärksten getroffen hatte, profitierte vom Aufschwung am Markt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte im abgelaufenen Jahr um ein Viertel auf mehr als sechs Milliarden Dollar zu, wie die Briten mitteilten. Anglo will deswegen nicht so viele Bereiche verkaufen wie zunächst geplant. Wollte der Konzern während der Krise das Geschäft auf 16 Rohstoffe reduzieren, ist mittlerweile nur noch der Abbau von den gegenwärtig 40 Sparten auf rund 30 geplant.

Beim Schuldenabbau verbuchte die Branche erste Erfolge. Branchenprimus BHP drückte die Nettoverschuldung in sechs Monaten um sechs Milliarden auf 20,1 Milliarden Dollar. Anglo baute die Nettoverschuldung 2016 um rund ein Drittel auf 8,5 Milliarden Dollar ab. Ein Teil der eingefahrenen Gewinne soll nun auch in die Taschen der Aktionäre fließen. BHP schüttet 40 Cent je Aktie aus und damit - wie zuvor auch der kleinere Rivale Rio Tinto - mehr als im Vorfeld erwartet. Der britische Konkurrent Anglo stellt den Aktionären zumindest für das Jahresende wieder die Zahlung einer Dividende in Aussicht.

Angesichts der vorsichtigen Töne hielten sich Anleger trotz der satten Gewinnsteigerungen zurück: BHP-Aktien notierten in London 0,3 Prozent im Minus, Anglo-Papiere gaben 1,5 Prozent nach.

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