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19.08.2014

12:03 Uhr

BHP Billiton

Weltgrößter Minenkonzern künftig nickelfrei

Sinkende Rohstoffpreise vor Augen greift BHP Billiton zu einer drastischen Maßnahme. Das weltgrößte Bergbauunternehmen spaltet zahlreiche Geschäftsbereiche ab. Die Anleger überzeugt das zunächst nicht.

Eisenerz-Abbau in Westaustralien: BHP Billiton will sich künftig auf sein Kerngeschäft konzentrieren. AFP

Eisenerz-Abbau in Westaustralien: BHP Billiton will sich künftig auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

MelbourneDer weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton spaltet Geschäfte im Wert von geschätzten 14 Milliarden Dollar ab. Ausgegliedert werden unter anderem die Sparten für das Aluminium-, Mangan- und Nickel-Geschäft, wie BHP am Dienstag mitteilte. Damit trennt sich das australische Unternehmen von vielen Aktivitäten, die 2001 bei der Fusion mit Billiton eingekauft wurden – von Aluminiumschmelzen bis zur Energiegewinnung, von Australien bis Südafrika.

Mit dem Schritt will der seit gut einem Jahr amtierende BHP-Chef Andrew Mackenzie die Struktur des Konzerns vereinfachen. Der Fokus soll demnach auf Eisenerz, Kupfer, Kohle Erdöl und Kali - dem Kerngeschäft - liegen.

Mit der Abspaltung will das Unternehmen seine Rendite erhöhen und damit die Aktionäre überzeugen. BHP machte keine Angaben zum genauen Volumen der neuen Gesellschaft, die ihren Sitz vermutlich in Perth und Börsennotierungen in Australien sowie in Südafrika haben soll. Die Aktien gehen dabei an die BHP-Anteilseigner.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Neuer Chef soll der bisherige BHP-Finanzchef Graham Kerr werden. Bei einer Börsennotierung könnte das neue Unternehmen nach Einschätzung von CLSA Asia-Pacific Markets rund 15 Milliarden Dollar wert sein. Die Abspaltung soll in der ersten Jahreshälfte 2015 abgeschlossen werden.

Finanzexperten äußerten sich in ersten Reaktionen zurückhaltend. „Die Anleger müssen nun mit einigen Dingen fertig werden“, sagte Vermögensverwalter Tim Schroeders von Pengana Capital, „nicht nur mit dem bei BHP verbleibenden Rest des Konzerns, sondern auch mit den Aussichten für das neue Unternehmen“.

Angesichts sinkender Rohstoffpreise läuft in der gesamten Branche ein Umbauprozess. Nach Jahren des Wachstums mit dem Zukauf und der Erschließung immer neuer Förderprojekte konzentrieren sich viele Unternehmen nun auf ihre besonders aussichtsreichen Bereiche.

Das eingeleitete Sparprogramm zahlte sich bei BHP im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr bereits aus. Der um Sondereffekte bereinigte Überschuss legte verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 13,4 Milliarden US-Dollar zu. Unter dem Strich stand sogar ein Zuwachs von fast einem Viertel auf 13,8 Milliarden Dollar.

Trotz des Gewinnanstiegs verbilligte sich die BHP-Aktie als Schlusslicht im Londoner FTSE-100-Index um bis zu 4,8 Prozent. Das Gewinnplus im zweiten Halbjahr lag laut Händlern leicht unter den Markterwartungen. „Einige Investoren sind vermutlich auch enttäuscht, weil BHP nichts zu dem erwarteten Aktienrückkaufprogramm oder einer Sonderdividende gesagt hat“, sagte Investec-Analyst Albert Minassian in London. Die Abspaltungspläne halfen dem Kurs nicht.

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