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25.03.2013

19:35 Uhr

Bosch Solar

Schließung soll verhindert werden

Nach dem Schock über den Ausstieg von Bosch aus dem Solargeschäft geht es nun um die Konsequenzen für die Beschäftigten. In Arnstadt wird nach Alternativen gesucht, in Erfurt ist ein Krisentreffen geplant.

Der Technikkonzern Bosch verkündete heute seinen Ausstieg aus dem Solargeschäft. Demnach sollen die Fertigung von kristallinen Solarzellen am Hauptsitz in thüringischen Arnstadt Anfang 2014 eingestellt und sämtliche Entwicklung- und Vertriebsaktivitäten beendet werden. dpa

Der Technikkonzern Bosch verkündete heute seinen Ausstieg aus dem Solargeschäft. Demnach sollen die Fertigung von kristallinen Solarzellen am Hauptsitz in thüringischen Arnstadt Anfang 2014 eingestellt und sämtliche Entwicklung- und Vertriebsaktivitäten beendet werden.

Arnstadt/ErfurtDie Gewerkschaft IG Metall und die Belegschaft drängen auf Alternativen für das größte Werk der Solarsparte des Bosch-Konzerns im thüringischen Arnstadt. „Wir erwarten Vorschläge des Unternehmens, wie der Standort und möglichst viele der Arbeitsplätze erhalten werden können“, sagte der zuständige Bevollmächtigte der IG Metall, Wolfgang Lemb. In dem Werk arbeiten fast 2000 Menschen.

In einer Belegschaftsversammlung am Montag forderten die Beschäftigten den Angaben zufolge, Arbeitsplätze durch den Verkauf von Werksteilen sowie die Ansiedlung anderer Produktionslinien von Bosch in Arnstadt zu erhalten. Vertreter des Managements hätten von Gesprächen mit möglichen Interessenten berichtet. Die Erfolgsaussichten seien allerdings unklar geblieben.

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Es ist nicht nur eine Wende für das Unternehmen.

Bosch hatte am vergangenen Freitag seinen Ausstieg aus dem verlustreichen Solargeschäft beschlossen. Betroffen sind davon insgesamt rund 3000 Arbeitsplätze. In Arnstadt ist die Produktion von Solarsilizium, Zellen und Modulen angesiedelt, die Anfang 2014 eingestellt werden soll. Bis Ende dieses Jahres laufe die Produktion aber weiter, sagte Lemb. Nach Betriebsratsangaben wird derzeit in Arnstadt in drei Schichten gearbeitet.

Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) hat für diesen Dienstag Vertreter der Geschäftsleitung von Bosch Solar, von Betriebsrat und IG Metall sowie Kommunalpolitiker der Region zu einem Krisentreffen nach Erfurt eingeladen. Er wolle wissen, wie sich Bosch das weitere Vorgehen vorstelle, erklärte Machnig. Es solle auch besprochen werden, was das Land Thüringen begleitend tun könne - etwa bei der Investorensuche oder der Vermittlung oder Qualifizierung der Beschäftigten.

Von

dpa

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

25.03.2013, 20:12 Uhr

Vielleicht kann Frau Weder di Mauro Rat spenden? Bei der UBS sind tausendfach Stellen gestrichen worden, unter ihr als Verwaltungsrätin. Nun muß sie bei Bosch ran.

Eventuell hat man sie auch deshalb geholt, weil Bosch als ganzes zum Sanierungsfall mutieren könnte - und weiterer Stellenabbau in anderen Bereichen nicht ausgeschlossen ist?

Wolfsfreund

25.03.2013, 20:30 Uhr

" „Wir erwarten Vorschläge des Unternehmens, wie der Standort und möglichst viele der Arbeitsplätze erhalten werden können“, sagte der zuständige Bevollmächtigte der IG Metall, Wolfgang Lemb. In dem Werk arbeiten fast 2000 Menschen."
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Was soll denn das? Mal wieder Dirigismus und Einmischung in die Unternehmensführung? Bosch schließt eine Sparte, die nur Verluste einfährt. Ein ganz normaler betriebswirtschaftlicher Vorgang!
Was dieser Gewerkschafter da fordert, hat die gleiche Qualität, als wenn man mich (im Vergleich zu Bosch natürlich im ganz kleinen) zwingen würde, Zeit und Geld zu investieren, um Bilder zu machen, die ich nicht verkaufen kann! Schwachsinn!

Account gelöscht!

25.03.2013, 21:00 Uhr

Der Gewerkschafter spielt auf etwas ganz anderes an: Bosch hat die unternehmerische Verantwortung als selbstdeklarierter "sozialer" Konzern zu tragen. Insofern wäre jede andere Äußerung erstaunlich.

Da Bosch aber mittlerweile ums langfristige Überleben kämpft, werden angestammte Errungenschaft vermehrt über Bord geworfen.

Dumm nur, daß man sich nunmehr mit lächerlichen Dingen wie "der Chef twittert nun selber" und aus München abgekupferten Ideen wie dem "Internet der Dinge" auf pseudo-modern trimmt. Da müssten die Betriebsräte bohren: Bosch quo vadis? Sonst gehts morgen oder übermorgen lustig weiter mit dem Jobabbau.

Genau dafür werden die Gewerkschafter aber weder gewählt, noch ausgebildet oder geschult. Leider, leider.

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