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28.10.2014

09:54 Uhr

BP-Unglück Deepwater Horizon

Zwei Millionen Barrel Öl auf dem Meeresgrund

Beim Unglück auf der BP-Plattform im Golf von Mexiko sollen sich zwei Millionen Barrel Öl abgelagert haben. Die Menge ist entscheidend für die Entschädigung. Doch zunächst macht BP der Rubel zu schaffen.

Die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Jahr 2010 kostete elf Arbeiter das Leben und verseuchte weite Teile US-Golfküste. dpa

Die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Jahr 2010 kostete elf Arbeiter das Leben und verseuchte weite Teile US-Golfküste.

Washington/LondonInfolge der Katastrophe auf der BP-Ölplattform im Golf von Mexiko haben sich laut einer Studie bis zu zwei Millionen Barrel Öl auf dem Meeresgrund abgelagert. Für die am Montag in der US-Zeitschrift „Proceedings of the National Academy of Science“ veröffentlichte Studie analysierten die Wissenschaftler die Ölmenge bei mehr als 3000 Sedimentproben von 534 Stellen in bis zu 1300 Meter Tiefe. Demnach hat sich bei der Explosion der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ im April 2010 das freigesetzte Öl auf einer Fläche von bis zu 3200 Quadratkilometern verteilt.

An der Frage, wie viele Barrel Öl bei der Katastrophe ins Meer austraten, entscheidet sich die Höhe der Entschädigung und des Schadensersatzes, welche die US-Justiz von dem britischen Ölkonzern BP fordert. Während die offizielle US-Schätzung von 4,9 Millionen Barrel ausgeht, setzt BP selbst die Menge bei 3,1 Millionen an.

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Die größte Umweltkatastrophe der USA

Die Explosion der vom BP-Konzern geleasten Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 20. April 2010 löste die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA aus. Bei dem Unglück starben elf Menschen, zwei weitere kamen später bei Rettungsarbeiten ums Leben.

Fatales Öl-Leck

Aus einem Leck in 1500 Meter Tiefe waren fünf Monate lang insgesamt bis zu 780 Millionen Liter Erdöl in den Golf von Mexiko gesprudelt. Bei Fischern und Anwohnern des Katastrophengebiets bleibt die Sorge um Spätschäden infolge des Öls und knapp sieben Millionen Liter chemischer Öl-Bekämpfungsmittel.

Verheerende Folgen

Mehr als 1000 Kilometer Küste in den Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida wurden verschmutzt. Hunderttausende Tiere wie Meeressäuger, Fische, Pelikane und Schildkröten starben an den Folgen. Die Tourismusbranche und Fischer aus der Region erlitten schwere Einbußen.

Die Bohrinsel „Deepwater Horizon“

Die im Golf von Mexiko gesunkene Öl-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ war auf die Erkundung von Tiefseevorkommen spezialisiert. Im September 2009 erreichte sie bei einer Bohrung im Meeresboden die Rekordtiefe von mehr als 10.600 Metern.

Tiefsee-Plattform

Die schwimmende Plattform konnte in bis zu 3000 Meter tiefen Gewässern eingesetzt werden. Sie wurde vom Tiefsee-Spezialisten Transocean betrieben und war für den britischen Ölkonzern BP im Einsatz.

Größer als ein Fußballfeld

Die 121 Meter lange und 78 Meter breite „Deepwater Horizon“ war größer als ein Fußballfeld. Sie wurde 2001 in Südkorea fertiggestellt und konnte auch in orkanartigem Sturm mit neun Meter hohen Wellen arbeiten.

Die neue Studie geht von rund fünf Millionen Barrel aus, von denen sich bis zu zwei Millionen auf dem Meeresboden ablagerten. Im Januar will die Justiz ein neues Verfahren beginnen, um über die genaue Ölmenge zu entscheiden.

Im dritten Quartal hat BP unter dem wegen der Ukraine-Krise verfallenden Rubel gelitten. Der bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten, bei dem die Ölpreisschwankungen nicht berücksichtigt werden, sank im Jahresvergleich von 3,7 Milliarden auf 3,0 Milliarden US-Dollar (2,36 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Dienstag in London mitteilte. Trotz des deutlichen Rückgangs übertraf BP aber die Schätzungen der Analysten.

Die Rubelabwertung sorgte bei Rosneft für einen scharfen Einbruch beim bereinigten Gewinn. BP hält fast ein Fünftel am größten russischen Ölproduzenten.

Konzernchef Bob Dudley sieht den Konzern weiter auf Kurs, um die Ziele für das laufende Jahr zu erreichen. Er baute BP nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko um und trennte sich von Unternehmensteilen. Die Kosten für die Nachwirkungen der Explosion belaufen sich auf insgesamt 43 Milliarden Dollar für den Konzern.

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