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26.04.2014

14:23 Uhr

Brasilianischer Energieversorger

Wette auf Batista kommt Eon noch teurer zu stehen

Vor zwei Jahren tat sich Eon in Brasilien mit Eike Batista, dem damals achtreichsten Menschen der Welt, zusammen. Doch das Batista-Imperium ist inzwischen zusammengebrochen – und Eon bleibt auf den Kosten sitzen.

Eike Batista im Jahr 2010: Das Imperium des einst achtreichtsten Menschen der Welt ist inzwischen zusammengebrochen. dpa

Eike Batista im Jahr 2010: Das Imperium des einst achtreichtsten Menschen der Welt ist inzwischen zusammengebrochen.

Zwei Jahre, nachdem Eon sich mit Eike Batista zur Gründung des größten nichtstaatlichen Energieversorgers in Brasilien zusammengetan hat, muss der deutsche Konzern wahrscheinlich noch mehr Geld in das Gemeinschaftsunternehmen pumpen – ohne Unterstützung von Batista.

Die Aktie des Jointventure Eneva schneidet unter den weltweiten Stromerzeugern am schlechtesten ab, seit Eon im April 2012 mit dem Aufbau eines Anteils von inzwischen 37,9 Prozent begann. Im vergangenen Jahr ist der Umsatz zwar fast um das 30-fache gestiegen, da sechs neue Kraftwerke in Betrieb gingen; gleichzeitig sorgten jedoch Verzögerungen bei neuen Projekten für höhere Kosten und zwangen Eneva, am Tagesmarkt Strom einzukaufen – und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Preise auf einem Rekordhoch waren. Damit haben sich die Verluste bei dem in Rio de Janeiro angesiedelten Unternehmen verschärft.

Jetzt verhandelt das Management unter der Führung von Fabio Bicudo mit Aktionären, darunter auch die Mehrheitseigentümer Eon und Batista, über eine Stärkung der Finanzen.

„Mit Eike Batista haben sie auf das falsche Pferd gesetzt“, sagte Thomas Hechtfischer, Geschäftsführer der Aktionärsvereinigung Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Konzentration auf neue Projekte statt auf bestehende Anlagen habe das Gemeinschaftsunternehmen Kostensteigerungen ausgesetzt.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Batista, der 23,9 Prozent an Eneva hält, war früher der achtreichste Mensch der Welt. Inzwischen hat er Beteiligungen und Sparten der ihm gehörenden Unternehmen veräußert, nachdem steigende Schulden und nicht erreichte Unternehmensziele den Nicht-mehr-Milliardär zwangen, Projekte aufzugeben. Der Aktienkurs von Eneva ist seit Oktober um 70 Prozent eingebrochen.

Neben dem Zusammenbruch des Batista-Imperiums machen dem Gemeinschaftsunternehmen aufsichtsrechtliche Änderungen zu schaffen, mit denen Brasilien die Strompreise senken will, erläutert Adriano Pires, Leiter des Beratungsunternehmens Brazilian Center for Infrastructure. „Sie sind nach Brasilien gekommen, als Eike noch das Goldkind war“, sagte Pires. „Außerdem ist Eneva ein Opfer des aufsichtsrechtlichen Chaos, das das staatliche Eingreifen in der Elektrizitätsbranche hervorgerufen hat.“

Die Wurzeln von Eneva reichen bis ins Jahr 2001 zurück, als Brasilien angesichts einer Dürre, die die Wasserspeicher austrocknete, den Strom rationierte. Batista gründete ein Unternehmen namens MPX, um ein Wärmekraftwerk im nordostbrasilianischen Bundesstaat Ceara zu bauen, wie er in seinem 2011 erschienenen Buch „O X da Questao“ beschreibt. Das Kraftwerk verkaufte er dem Buch zufolge später an Petrobras mit einem Gewinn von 50 Millionen Dollar.

MPX, das keinen Umsatz erzielte, aber acht Kraftwerke in Brasilien und eines in China errichten wollte, ging Ende 2007 an die Börse und wurde als zweites von Batistas Unternehmen in Sao Paulo gelistet. Der Börsengang spielte 2,2 Milliarden Real (716 Millionen Euro) ein.

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