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01.03.2016

13:57 Uhr

Braunkohle Ostdeutschland

Steag liefert sich Bieterrennen mit Tschechen

Das Braunkohle-Image in Deutschland ist angekratzt. Kein guter Zeitpunkt für Vattenfall, um seine Werke in der Lausitz loszuwerden. Der deutsche Energiekonzern Steag hat Interesse – und erntet Kritik von allen Seiten.

Das Bieterrennen um die ostdeutsche Braunkohle in der Lausitz geht in eine entscheidende Phase. dpa

Braunkohletagebau Welzow-Süd in Brandenburg

Das Bieterrennen um die ostdeutsche Braunkohle in der Lausitz geht in eine entscheidende Phase.

Cottbus/EssenDas Bieterrennen um die ostdeutsche Braunkohle in der Lausitz geht in eine entscheidende Phase. Interessenten sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bis Mitte März aufgerufen, verbindliche Angebote beim Energiekonzern Vattenfall abzugeben.

Danach könnte sich schnell entscheiden, mit wem verhandelt wird. Es gibt momentan wohl vier Interessenten – drei tschechische Unternehmen und den Essener Energiekonzern Steag. Offiziell äußert sich Steag aber nicht zu einem möglichen Angebot für die Anlagen.

Eigner des Ruhrgebietskonzerns sind sieben Stadtwerke aus der Region, deren Vertreter im Aufsichtsrat eine solche Entscheidung mittragen müssten. Umweltverbände mobilisieren seit Wochen vor Rathäusern und der Essener Steag-Zentrale gegen einen möglichen Kauf – mit Erfolg. In den meisten Eigner-Kommunen haben Stadträte sich mit großer Mehrheit dagegen ausgesprochen.

Der sehr hohe CO2-Ausstoß des „Klimakillers“ Braunkohle ist dabei nur ein Argument. Die Kritiker in den Stadträten fragen auch, warum die Zukunft der ostdeutschen Braunkohlegruben ausgerechnet von einem westdeutschen Unternehmen in kommunaler Hand gesichert werden sollte, das wegen des abgestürzten Börsenstrompreises selbst nicht auf Rosen gebettet ist. Das ostdeutsche Revier sei mit Umweltrisiken belastet, die niemand verlässlich beurteilen könne.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Für Vattenfall ist der Moment für die Verkaufspläne des zweitgrößten Braunkohlereviers in Deutschland mit 8000 Jobs denkbar ungünstig. Seit der Pariser Klimakonferenz gerät der fossile Energieträger, der 2015 immerhin noch mehr als ein Viertel der deutschen Kraftwerks-Stromproduktion lieferte, politisch immer stärker unter Druck. Zugleich ist der Börsenstrompreis so stark gefallen, dass selbst die Braunkohle als nach der Atomenergie günstigste fossile Energieform derzeit kaum noch Gewinne erwirtschaftet.

Energiekonzerne wenden sich erneuerbaren Energien zu und benötigen dafür Investitionsmittel – auch einer der Gründe, warum der schwedische Staatskonzern Vattenfall die schmutzige Braunkohle abstoßen will. Bis zum Sommer soll der Verkauf über die Bühne gegangen sein. Wie zu hören ist, könnte die schwedische Politik das letzte Wort in dem Verkaufsprozess haben.

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