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29.07.2014

11:10 Uhr

Britischer Ölriese

BP fürchtet Probleme durch Russland-Sanktionen

Noch merkt BP nichts von den Sanktionen gegen Russland. Doch das könnte sich ändern: Der Konzern fürchtet, dass er bald von den Maßnahmen betroffen sein wird – wegen seiner Beteiligung am russischen Ölriesen Rosneft.

Schwarze Zeiten für BP? Der britische Ölkonzern befürchtet das – wegen der geplanten Sanktionen gegen Russland. dpa

Schwarze Zeiten für BP? Der britische Ölkonzern befürchtet das – wegen der geplanten Sanktionen gegen Russland.

LondonDer britische Ölkonzern BP hat vor negativen Auswirkungen auf seine Geschäfte gewarnt, falls EU und USA im Zuge der Ukraine-Krise Russland mit schärferen Sanktionen belegen. Dies könne „eine stark nachteilige Wirkung“ auf die Geschäftsbeziehungen mit dem russischen Staatskonzern Rosneft und die Finanzlage von BP haben, teilte das Unternehmen im Bericht über das zweite Quartal 2014 am Dienstag in London mit.

Nach einem Aktientausch gehören BP rund 20 Prozent des staatlichen russischen Ölkonzerns, den die USA bereits mit Sanktionen belegt haben. Die EU berät zudem gerade über weitere Maßnahmen gegen Russland und nimmt dabei ganze Wirtschaftszweige ins Visier. Der Westen wirft Moskau vor, die Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen und das Nachbarland damit zu destabilisieren. In Russland fördern die Briten zudem rund ein Drittel ihres Öls. Dies könne sich ändern. Dann würden die Ergebnisse schlechter ausfallen als bislang.

Die größten börsennotierten Ölkonzerne der Welt

Die größten Öl- und Gaskonzerne

Sie fördern und raffinieren Erdöl oder Gas und betreiben riesige Tankstellennetze. Wie viel die zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt an der Börse wert sind.

Quelle: Bloomberg, Stand: 26.7.2012

Platz 10

ENI (Italien)

Der italienische Öl- und Gaskonzern erreicht mit einer Marktkapitalisierung von 70 Milliarden Dollar Rang zehn unter den Energiekonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in Rom ist der größte Gasversorger Italiens. Neben dem Öl- und Gasgeschäft mit Exploration, Förderung, Raffinerie und Vertrieb sind die Italiener auch im Stromgeschäft aktiv.

Platz 9

Sinopec (China)

Der chinesische Mineralölriese zählt zu den größten Energiekonzernen des Landes und erreicht an der Börse eine Marktkapitalisierung von 80,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Peking ist im Hang-Seng-Index notiert.

Platz 8

Total (Frankreich)

Die Franzosen betreiben in Europa ein dichtes Tankstellennetz. In mehr als 30 Ländern fördert der Konzern Öl und Gas. Der Konzern mit Sitz in Courbevoie nahe Paris erreicht einen Börsenwert von 124 Milliarden Dollar.

Platz 7

Gazprom (Russland)

Der russische Konzern rangiert an der Weltspitze der Gasförderer. Das Moskauer Unternehmen ist an der Börse mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Gazprom kontrolliert fast die gesamte Erdgasförderung Russlands.

Platz 6

Petrobras (Brasilien)

Der halbstaatliche Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro hat eine Marktkapitalisierung von 125,1 Milliarden Dollar. Die Brasilianer sind besonders in der Offshore-Förderung von Öl stark. Der Konzern wurde ursprünglich zur Abwehr von US-Konzernen gegründet.

Platz 5

BP (Großbritannien)

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat den Konzern in Bedrängnis gebracht. Aktuell ist das Unternehmen mit 129,1 Milliarden Dollar bewertet. In Deutschland wird Benzin und Diesel unter der Marke Aral vertrieben.

Platz 4

Chevron (USA)

Der US-Konzern ist auf dem Parkett 213,4 Milliarden Dollar wert. Die Hauptsitze sind im kalifornischen San Ramon sowie im brasilianischen Fortaleza. Der Konzern ist im Bereich der geothermischen Energiegewinnung führend.

Platz 3

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Das Unternehmen mit Sitz in London und Den Haag zählt zu den drei größten Öl- und Gaskonzernen der Welt. Shell ist in mehr als 180 Ländern aktiv. An der Börse ist der Konzern mit 216,4 Milliarden Dollar bewertet.

Platz 2

PetroChina (China)

Die Chinesen schoben sich auf rang zwei der größten Öl- und Gaskonzerne vor. An der Börse ist der Konzern 249,2 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen ist besonders im Sudan aktiv und steht deswegen in der Kritik.

Platz 1

Exxon Mobil (USA)

Die Spitze der Öl- und Gaskonzerne erobert Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 399,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entstand 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon mit Mobil Oil. Das Unternehmen gilt als Nachfolger der Standard Oil Company des legendären Milliardärs John D. Rockefeller.

Bisher hätten die Strafmaßnahmen aber keine Folgen für BP, hieß es. Der bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten, bei dem die Ölpreisschwankungen nicht berücksichtigt werden, erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum überraschend deutlich von 2,7 Milliarden auf 3,6 Milliarden US-Dollar (2,7 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Dienstag in London mitteilte. Damit wurden die Analystenerwartungen übertroffen. Unter anderem profitierte das Unternehmen von höheren Gaspreisen. Allerdings ging die produzierte Ölmenge um drei Prozent zurück.

Der Umsatz blieb mit 95,8 Milliarden Dollar praktisch stabil. Die Folgekosten der Explosion der Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Jahr 2010 bezifferte der Konzern nun auf 43 Milliarden Dollar. BP-Aktien gaben am Dienstag 0,9 Prozent nach.

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