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27.10.2013

13:37 Uhr

Campo de Libra

Brasilianisches Riesen-Ölfeld erst 2020 startklar

Die Förderrechte für Brasiliens größtes Offshore-Ölfeld sind zwar vergeben, doch bis zum Produktionsstart im Atlantik vor Rios Küste wird es noch dauern. Die Regierung hat trotzdem große Hoffnungen.

Petrobas-Plattform im Atlantik: Im Ölfeld Campo de Libra vor Brasiliens Küste werden bis 8 bis 12 Milliarden Barrel vermutet. Reuters

Petrobas-Plattform im Atlantik: Im Ölfeld Campo de Libra vor Brasiliens Küste werden bis 8 bis 12 Milliarden Barrel vermutet.

Rio de JaneiroIm größten brasilianischen Offshore-Ölfeld Campo de Libra wird das erste Fass Erdöl frühestens in sieben Jahren (2020) produziert. Das teilte die Präsidentin des staatlich kontrollierten Ölkonzerns Petrobras, Maria das Graças Foster, in einem Fernsehinterview mit. Die Spitze der Produktion werde dann in den Jahren 2024/2025 erwartet. Nach lokalen Medienberichten von Freitag sollen allein für die Produktion in Libra einmal über ein Dutzend Plattformen eingesetzt werden.

Die Förderrechte für Libra waren an ein Konsortium vergeben worden, dem neben Petrobras die Konzerne Shell und Total sowie die beiden chinesischen Staats-Multis CNPC und CNOOC angehören. Im „Campo de Libra“ vor Brasiliens Küste werden bis 8 bis 12 Milliarden Barrel Öl in großer Meerestiefe vermutet. Das Produktionsvolumen soll einmal bis zu 1,4 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag erreichen.

Die Regierung in Brasília erwartet von Libra in den nächsten 35 Jahren durch Gebühren, Bonus und den für den Staat reservierten Öl-Anteil Einnahmen von über einer Billion Reais (ca. 336 Mrd Euro nach aktuellem Kurs). Gegen die Vergabe der Förderrechte hatte es massive Proteste wegen eines befürchteten „Ausverkaufs“ der Ölressourcen gegeben. Doch die Regierung versicherte, 85 Prozent der Einnahmen aus Libra würden dem brasilianischen Staat und Petrobras zufließen.

Petrobras meldete unterdessen für das dritte Quartal einen deutlichen Rückgang der Netto-Gewinne auf 3,4 Milliarden Reais (rund 1,1 Mrd. Euro). Das sind 45 Prozent weniger als im zweiten Quartal. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal liegt das Minus bei 39 Prozent. Für den Gewinneinbruch wurde unter anderem die Differenz zwischen dem Importpreis für Treibstoff und den staatlich beeinflussten niedrigeren Verkaufspreisen im Inland verantwortlich gemacht.

Von

dpa

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