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06.06.2013

16:14 Uhr

„Club of Rome“ warnt

Rohstoffe schon bald zu teuer

Bald kann sich die Menschheit ihre Rohstoffe nicht mehr leisten. Dabei sind wir von Öl, Phosphat und seltenen Erden abhängig. In seinem aktuellen Bericht warnt der „Club of Rome“ vor dem Zusammenbruch des Ökosystems.

Im Tagebau werden im chinesischen Ganxian seltene Erden gefördert. Diese Förderung nach Einschätzung des „Club of Rome“ bald mehr Energie verbrauchen werde als man herausbekomme. dpa

Im Tagebau werden im chinesischen Ganxian seltene Erden gefördert. Diese Förderung nach Einschätzung des „Club of Rome“ bald mehr Energie verbrauchen werde als man herausbekomme.

BerlinDie moderne Zivilisation ist abhängig von Öl, seltenen Erden und Phosphat - doch diese Rohstoffe kann sie sich bald nicht mehr leisten. Zu diesem Ergebnis kommt der Forscherverbund „Club of Rome“ in seinem am Donnerstag veröffentlichten Bericht „Der geplünderte Planet“. Die Forscher warnen darin vor einer Verknappung von Ressourcen und dem Zusammenbruch des Ökosystems. Schon lange bevor der Welt die Rohstoffe ausgingen, werde sie sich die Ausplünderung aber nicht mehr leisten können, betonte der italienische Autor und Chemiker Ugo Bardi in Berlin.

Bald müsse man mehr Energie in die Förderung von Öl und Gas investieren als man herausbekomme, sagte Bardi. „Schon jetzt verbraucht die Bergbau-Industrie zehn Prozent des weltweit hergestellten Diesel-Kraftstoffs.“ Es seien fast nur noch Ressourcen mit geringer Konzentration übrig, für die man immer tiefer bohren und - wie beim Fracking - teurere Technologien anwenden müsse.

Das „Verglühen des fossilen Feuers“ und die Zerstörung des Ökosystems mit hohen Konzentrationen von Treibhausgasen, versauerten Ozeanen und überfluteten Küsten werden die Erde nach Bardis Ansicht verwandeln. „Sie machen uns zu Bewohnern eines neuen Planeten - eines Planeten mit ganz anderen klimatischen Bedingungen und einer geringeren Ressourcenverfügbarkeit“, schreibt er.

Mit dem Verschwinden fossiler Brennstoffe könne die Welt zu einer agrarischen Gesellschaft zurückkehren, malt der Chemiker ein düsteres Bild. Wenn es gelänge, die Stromerzeugung mit anderen Mitteln - wie etwa der Solarenergie - aufrechtzuerhalten, müsse ein neues System zwar auf Autobahnen und Flugverkehr verzichten, nicht aber auf Internet, Roboter, Kommunikation über große Distanzen und Ernährungssicherheit.

Der Report erscheint 41 Jahre nach dem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“, der den „Club of Rome“ 1972 bekanntgemacht hatte. Auch hier hatte der Forscherverbund bereits vor dem Ende der Rohstoffe und vor Umweltzerstörung gewarnt. Ein großer Teil der Prognosen sei eingetreten, betonte „Club of Rome“-Vizepräsident Ernst-Ulrich von Weizsäcker. „Die Probleme haben sich vergrößert, nicht verkleinert.“

Der neue Report „Der geplünderte Planet“ zeige auch, dass die Energiewende nur eine Vorstufe einer Ressourcenwende sein dürfe, sagte Maja Göpel vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Bereits jetzt würden so viele Rohstoffe verbraucht, dass ein Nullwachstum für eine nachhaltige Entwicklung nicht ausreiche.

Von

dpa

Kommentare (5)

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HofmannM

06.06.2013, 14:34 Uhr

Oel und Gas langen noch mehrer Jahrhunderte. Kohle noch einige Jahrtausende und Uran bzw. Thorium langen noch einige Millionen von Jahren. Der "club of rome" ist eine menschenverachtende und ideologische Mafiaorganisation!!!

Account gelöscht!

06.06.2013, 14:37 Uhr

Bisher ist noch jede irdische Zivilisation untergegangen!
Unsere Moderne wird da keine Ausnahme machen!

SteuerKlasseEins

07.06.2013, 18:27 Uhr

Ein Witz daß man immer mit angeblich steigendem Preis der Rohstoffe argumentiert. Dabei sind diese Preissteigerungen lächerlich im Vergleich zu den Verteuerungen der Energie bei uns. Im Benzinpreis sind fast nur Steuern und Nebenkosten enthalten, fast keine Kosten vom Erdöl, im Strompreis sind fast nur EEG-Subventionen/-Netzkosten enthalten, fast keine Herstellungskosten aus fossilen Rohstoffen.

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