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27.08.2013

14:41 Uhr

CNPC

Korruptionsaffäre bei chinesischen Ölkonzern

Die Korruptionsaffären in China häufen sich. Nach dem Fall des Polit-Stars Bo Xilai geht die Regierung jetzt gegen hochrangige Manager des Öl- und Gaskonzerns CNPC vor. Auch ihnen wird Korruption vorgeworfen.

Chinas Präsident Xi Jinping hat der Korruption den Kampf angesagt. Nicht nur in den eigenen Reihen. Gegen drei weitere hochrangige Manager von CNPC wird ermittelt. Reuters

Chinas Präsident Xi Jinping hat der Korruption den Kampf angesagt. Nicht nur in den eigenen Reihen. Gegen drei weitere hochrangige Manager von CNPC wird ermittelt.

Peking/HongkongIn China weitet sich die Korruptionsaffäre beim staatlichen Öl- und Gaskonzern China National Petroleum Corporation (CNPC) aus. Wie die Regierung am Dienstag mitteilte, wird nun gegen drei weitere hochrangige Manager des Unternehmens ermittelt. Der Vorwurf laute auf „Verstöße gegen die Disziplin“. China verwendet die Formulierung gern als Umschreibung für Bestechung. Diese ist ein großes Problem in dem Land.

Erst vor kurzem hatten auch ausländische Pharmakonzerne Negativ-Schlagzeilen gemacht, weil sie Ärzte in großem Stil bestochen haben sollen, um ihre Medikamente im Reich der Mitte abzusetzen. Betroffen sind unter anderem der britische Pharmahersteller GlaxoSmithKline. Präsident Xi Jinping hat der Korruption in seinem Land den Kampf angesagt.

Die Akteure des Politkrimis in China

Bo Xilai

Der charismatische Spitzenpolitiker galt als aufsteigender Star in der neuen Führung. Als Sohn des legendären Revolutionärs Bo Yibo – einer der „acht Unsterblichen“ der Partei – hatte der heute 63-Jährige eine steile Karriere gemacht. Er stieg vom Bürgermeister der Hafenstadt Dalian über den Posten des Gouverneurs zum Handelsminister auf. Seit 2007 war Bo Xilai Parteichef der Metropole Chongqing. Seine soziale Politik und revolutionären Kampagnen machten ihn zur Galionsfigur der Linken. Der Skandal brachte das einflussreiche Politbüromitglied im März zu Fall.

Gu Kailai

Die Ehefrau von Bo Xilai war eine erfolgreiche Anwältin und Geschäftsfrau. Die heute 53-Jährige ist Tochter von General Gu Jingsheng, einem berühmten Revolutionär. Nach dem Jurastudium machte sich Gu Kailai einen Namen als erste Anwältin, die eine Klage gegen eine amerikanische Firma gewann. Mit Bo Xilai hat sie den Sohn Bo Guagua. Sie soll sich in der Familie um geschäftliche Dinge gekümmert und angeblich ein Vermögen ins Ausland geschafft haben.

Neil Heywood

Der britische Geschäftsmann war seit den 90er Jahren eng befreundet mit dem Politikerpaar. Er war mit einer Chinesin verheiratet und hatte zwei Kinder. Als Unternehmensberater half der Brite der Familie von Bo Xilai bei privaten Geschäften. Im November wurde der 41-Jährige tot in einem Hotelzimmer gefunden. Erst soll exzessiver Alkoholkonsum die Todesursache gewesen sein. Doch nach den Enthüllungen von Polizeichef Wang Lijun wurde Gu Kailai des Giftmordes angeklagt. Das Motiv war wohl ein geschäftlicher Streit. Im August erhielt Gu Kailai ein Todesurteil auf Bewährung.

Wang Lijun

Der frühere Polizeichef war seit den 90er Jahren ein enger Vertrauter von Bo Xilai, als dieser noch Gouverneur von Liaoning war. Wang Lijun folgte dem Spitzenpolitiker in die Metropole Chongqing. Die Propaganda pries beide als gnadenlose Kämpfer gegen das organisierte Verbrechen. Wang Lijun bekam den Spitznamen „Super-Bulle“. Allerdings sahen Kritiker in dem teils rechtswidrigen Vorgehen eher eine Kampagne, um alte Machtstrukturen in Chongqing auszumerzen und selbst die Kontrolle zu übernehmen. Ende 2011 scheinen sich die Freunde überworfen zu haben.

Von

rtr

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