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19.01.2017

13:15 Uhr

Datteln 4

Grünes Licht für umstrittenes Kohlekraftwerk

Das Kohlekraftwerk Datteln 4 soll im Jahr 2018 in Betrieb genommen werden. Umweltschützer allerdings könnten den Prozess mit weiteren Klagen aufhalten. Warum die Eon-Kraftwerkstochter Uniper dennoch optimistisch bleibt.

Der Meiler sollte bereits 2011 in Betrieb genommen werden. Umweltschützer und Bürgerinitiativen hielten allerdings dagegen. dpa

Steinkohle-Kraftwerk in Datteln

Der Meiler sollte bereits 2011 in Betrieb genommen werden. Umweltschützer und Bürgerinitiativen hielten allerdings dagegen.

DüsseldorfDie Eon-Kraftwerkstochter Uniper treibt die Fertigstellung des umstrittenen Kohlekraftwerks Datteln 4 voran. Ziel sei eine Inbetriebnahme im ersten Halbjahr 2018, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Die Bezirksregierung Münster habe jetzt die immissionsschutzrechtliche Genehmigung erteilt. „Mit dieser Genehmigung kann das Kraftwerk fertig gebaut werden und in Betrieb gehen“, erklärte der Konzern. Eigentlich sollte dies bereits vor Jahren geschehen. Umweltschützer laufen jedoch gegen den Block mit einer Leistung von rund 1050 Megawatt Sturm. Sie könnten auch jetzt versuchen, durch weitere Klagen den Prozess aufzuhalten.

Der Uniper-Mutterkonzern E.ON hatte den Grundstein für das Kraftwerk bereits 2007 gelegt. Im September 2009 hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster nach Bürgerprotesten und Planungsfehlern den Bebauungsplan für ungültig erklärt. Die Bauarbeiten kamen teilweise zum Erliegen. Dem Versorger wurde unter anderem vorgeworfen, die Anlage zu dicht an Wohngebieten hochgezogen zu haben. Der Konzern hat bereits über eine Milliarde Euro in die Anlage investiert. Er wirbt damit, dass es sich um eines der modernsten Steinkohlekraftwerke der Welt handele, das umweltschonender Strom erzeugen könne als ältere Kohlekraftwerke.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

19.01.2017, 15:29 Uhr

Sofern man in Deutschland eine verlässliche Stromversorgung haben möchte, nicht in ein ökoreligiöses, verarmtes Mittelalter zurück möchte bedarf es moderner Kohlekraftwerke und/oder umweltfreundlicher Kernkraftwerke.

In jedem Augenblick muss soviel Strom eingespeist werden wie verbraucht wird andernfalls bricht das Netz zusammen. Frequenzschwankungen im Sekundenbereich werden durch die Rotationsenergie der Turbogeneratoren ausgeglichen, im Minutenbereich durch die Kesselreserve der Wärmekraftwerke. Der umweltschädliche Strom aus Wind und Sonne fällt entsprechend den Launen des Wetters, der Tageszeit und der Jahreszeit an. Beispielsweise ist die Sonneneinstrahlung im Januar 1/5 derer im Juli. Zur Frequenzstabilität trägt solcher Strom nicht bei. Strom aus Wind und Sonne ist wertlos.

Ein grosser Teil der Industrieproduktion, Verkehr, Dienstleistungen basieren auf einer verlässlichen Stromversorgung. Mit einer gem. den Zufällen des Wetters verfügbaren Stromversorgung ist eine Industriegesellschaft schwer vorstellbar.

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