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12.06.2015

15:28 Uhr

Deal mit General Electric

Alstom will EU-Bedenken ausräumen

Alstom will beim Verkauf seiner Energiesparte an General Electric Zugeständnisse an die EU machen. Dass das Geschäft am Veto der Wettbewerbshüter scheitert, soll unbedingt verhindert werden. Die Kommission ist skeptisch.

Alstom will EU-Bedenken an einem Verkauf seiner Energiesparte an General Electric ausräumen. AFP

Mögliches Veto der EU-Kommission

Alstom will EU-Bedenken an einem Verkauf seiner Energiesparte an General Electric ausräumen.

Paris/BrüsselDer französische Elektro- und Verkehrstechnik-Konzern Alstom versucht, den Verkauf seiner Energiesparte an den US-Branchenriesen General Electric (GE) mit möglichen Zugeständnissen an Europas Wettbewerbshüter zu retten. Eine von der EU-Kommission erstellte Liste mit Bedenken gegen den Deal sei üblicher Bestandteil der vertieften Untersuchung solcher Geschäfte, teilte Alstom am Freitag in Paris mit. Jetzt könne das Unternehmen zusammen mit GE auf die kritisierten Punkte eingehen.

GE hatte sich schon im Mai zu beschränkten Zugeständnissen bereiterklärt. Die Amerikaner wollen verhindern, dass die geplante Übernahme auf ähnliche Weise am Veto der EU-Kommission scheitert wie im Jahr 2001 der Versuch, den Honeywell-Konzern zu übernehmen.

Die europäischen Wettbewerbshüter hatten bereits im Februar Zweifel an der Übernahme angedeutet. Der Verkauf an GE könnte nicht nur zu höheren Preisen führen, sondern auch die Wahlmöglichkeiten der Kunden einschränken, hatte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gesagt. Zudem drohe mit der Übernahme ein Verlust an Innovation.

Was GE mit Alstom vorhat

Das GE-Gebot

Der US-Industriekonzern bewertet das Alstom-Energie- und Netzgeschäft mit 12,35 Milliarden Euro. Doch anders als ursprünglich geplant werden die gewünschten Teile nicht komplett bei General Electric landen – teilweise wird es auch Joint-Ventures geben.

Staatsbeteiligung

Die französische Regierung steigt parallel zum GE-Angebot bei Alstom ein. Der Staat übernimmt 20 Prozent, die zuvor dem Konzern Bouygues gehalten hat. Laut Vereinbarung kann Paris binnen 20 Monaten nach Abschluss der geplanten Operationen bis zu 20 Prozent der Alstom-Anteile von Bouygues oder am Markt erwerben. Kauft die Regierung direkt bei Bouygues, sind der Marktwert oder mindestens 35 Euro pro Aktie fällig. Gleichzeitig räumt Bouygues der Regierung bereits mit Abschluss der geplanten Kooperation 20 Prozent der Stimmrechte bei Alstom ein.

Was bei Alstom verbleibt

Zu 100 Prozent behält Alstom das Bahngeschäft. Die Sparte baut etwa Nahverkehrszüge, aber auch den Schnellzug TGV. Die Sparte macht jährlich 6,2 Milliarden Euro Umsatz und zählt 28.200 Mitarbeiter.

Es wird eine globale Kooperation im Vertrieb mit GE geben und einen gemeinsamen Einkauf. In einzelnen Ländern wird Alstom GE-Diesellokomotiven fertigen.

Das Gegengeschäft

Alstom übernimmt im Zuge der Transaktion das Geschäft mit Signaltechnik von General Electric und stärkt damit das Eisenbahngeschäft. Die Sparte erzielt jährlich einen Umsatz von 400 Millionen Euro und beschäftigt etwa 1200 Mitarbeiter.

Was komplett an GE geht

Die Amerikaner integrieren die – auch bei Siemens heiß begehrten – Gasturbinen, die in effizienten Kraftwerken zum Einsatz kommen.

Was GE in Joint-Venture einbringt

Mit der komplexen Transaktion entstehen drei Joint-Venture (jeweils 50% Alstom und 50% GE):
- Netztechnik (bestehend aus den Segmenten „Alstom Grid“ und „GE Digital Energy“)
- Erneuerbare (bestehend aus Wasserkraftwerktechnik und Offshore-Windkraft)
- Nukleartechnik (weltweit) und Dampfturbinen (Frankreich-Geschäft)

Zusammenschlüsse oder Übernahmen einer bestimmten Größenordnung brauchen die Genehmigung der EU-Kommission. Die Behörde befürchtet Auswirkungen insbesondere auf den Markt für Hochleistungsturbinen, die in Gaskraftwerken eingesetzt werden. Mit der Übernahme würde GE einen seiner wichtigsten internationalen Wettbewerber verlieren.

Von

dpa

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