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11.04.2014

11:19 Uhr

Desertec

Eon gibt Wüstenstromprojekt auf

Für die Wüstenstrominitiative Desertec sieht es schlecht aus: Mit Eon hat ein weiterer großer Unterstützer seinen Rückzug angekündigt. Doch es gibt immer noch Unternehmen, die an Desertec festhalten.

Solaranlage in der Wüste: Das Projekt Desertec hält an seiner Vision fest. dpa

Solaranlage in der Wüste: Das Projekt Desertec hält an seiner Vision fest.

DüsseldorfDie Wüstenstrominitiative Desertec verliert einen weiteren großen Unterstützer. Eon kündigte am Freitag seinen Rückzug an. Der bis Ende 2014 laufende Kooperationsvertrag mit der Industrieinitiative Desertec (DII) werde nicht verlängert. „Eon wird sich wieder ausschließlich auf eigene Vorhaben konzentrieren und dabei auch die Entwicklung der Märkte im Bereich Erneuerbarer Energien in Afrika und im Mittleren Osten mit Interesse verfolgen“, erklärte der Konzern. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ über den Ausstieg des Versorgers berichtet.

Eon begleitet das Projekt seit seinem Beginn im Jahr 2009 und unterstützt es mit Geld und Mitarbeitern. Konkurrent RWE hält hingegen an Desertec fest. „Wir bleiben dabei. Wir glauben immer noch an die Zukunft des Projektes“, sagte ein Unternehmenssprecher. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete unter Berufung auf Branchenkreise weiterhin, auch die HSH Nordbank habe ihre Beteiligung gekündigt. Weitere Unternehmen prüften, ob sie sich künftig noch beteiligten.

Wieviel Erneuerbare die Energieversorger haben

RWE

Laut einer Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Ende Februar 2014 veröffentlichte, hat von RWE in Europa produzierter Strom einen Anteil von Wasserkraft von 2 Prozent und einen Anteil von anderen Erneuerbaren Energien von weiteren zwei Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich erzeugte Strommenge, nicht auf die Kapazitäten.

Eon

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon produziert insgesamt drei Prozent seines in Europa hergestellten Stroms aus Erneuerbaren Energien inklusive Windkraft und steht damit im Vergleich schlechter da als Konkurrent RWE.

Vattenfall

Der schwedische Konkurrent Vattenfall produzierte insgesamt vier Prozent seines Stroms in Europa mithilfe regenerativer Energiequellen.

EnBW

EnBW steht im Vergleich der großen vier Energieversorger in Deutschland am schlechtesten da. Das Unternehmen gewinnt nur insgesamt zwei Prozent seines Stroms europaweit aus erneuerbaren Quellen.

Vor Eon waren bereits Firmen wie Siemens und Bosch ausgestiegen. Beide Unternehmen hatten sich von ihren Solarsparten getrennt. Desertec hält jedoch unbeirrt an seiner Vision fest und ist auf der Suche nach neuen Partnern. Ziel ist es, im großen Stil Ökostrom aus Sonnen- und Windkraft in Nordafrika und dem Nahen Osten zu erzeugen. Ein Teil der Energie soll nach Europa exportiert werden. Geschätztes Investitionsvolumen über die Jahrzehnte: 400 Milliarden Euro.

Bis 2050 könnten der DII zufolge aus der Region aus Sonnen- und Windenergie 600 Terawattstunden nach Europa geleitet werden. Das wäre mehr als Deutschland derzeit in einem Jahr verbraucht. Kritiker hatten zu Bedenken gegeben, dass der Export des Sonnenstroms bis nach Deutschland zu teuer und deshalb nicht realisierbar sei. Außerdem müssten die afrikanischen Länder ihren eigenen wachsenden Energiehunger stillen und hätten voraussichtlich keine Überschüsse zu verkaufen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

11.04.2014, 17:57 Uhr

Da die Sonneneinstrahlung auf diesem Planeten unzureichend für eine industrielle Stromerzeugung ist und nicht entsprechend des Stromverbrauchs stattfinedet werden alle Solarprojeke über Subventionen, oder Mäzene finanziert.

Bislan vermochten es die Desertec Macher nicht die Deutschen Politiker davon zu überzeugen entsprechende Subventionen zu spendieren.

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