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24.07.2013

12:50 Uhr

Direkte Stromvermarktung

Energiegenossenschaften bauen Geschäft aus

Energieunternehmen des Genossenschafts- und Raiffeisenverband suchen womöglich Partner für eine regionale Stromvermarktung. Den Bürgern soll eine direktere Mitwirkung an der Energiewende ermöglicht werden.

Künftig könnte der Strom in Privathaushalten direkt vom Erzeuger kommen. dpa

Künftig könnte der Strom in Privathaushalten direkt vom Erzeuger kommen.

BerlinGenossenschaftliche Energieunternehmen wollen ihr Geschäft ausbauen und denken nach Branchenangaben vielfach über eine direkte Stromvermarktung nach. Die Mitgliederzahl bei 656 Unternehmen stieg binnen Jahresfrist von 80 000 auf 136 000, wie der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Davon seien 125 000 Privatleute.

Laut einer Umfrage unter Mitgliedsfirmen erwägt jede zweite, Strom regional selbst zu vertreiben, etwa über Kooperationen. Partner dafür könnten örtliche Stadtwerke sein. Energie-Genossenschaften erzeugten inzwischen rund 580 000 Megawattstunden Ökostrom, was rechnerisch dem Bedarf von 160 000 Haushalten entspreche.

„Bürger wollen mit eigenem Geld an der Energiewende mitwirken und dabei auch die regionale Wertschöpfung unterstützen“, sagte DGRV-Chef Eckhard Ott. Die Beteiligungen der Mitglieder summieren sich den Angaben zufolge derzeit auf 426 Millionen Euro. Die Investitionen belaufen sich auf 1,2 Milliarden Euro. Der Großteil der Genossenschaften ist in der Stromerzeugung tätig.

Das sind die größten Stromverbraucher weltweit

Platz 1: China

China ist die weltweite Nummer Eins unter den Stromverbrauchern. Kein anderes Land benötigt mehr Strom. Auch bei der Stromerzeugung ist das Land an der Spitze, exportiert jedoch nicht besonders viel von seiner Energie. Im Ranking der Strom exportierenden Länder belegt die Volksrepublik nur den neunten Platz.

Platz 2: USA

Der zweitgrößter Stromverbraucher der Welt ist die USA. Fast fünf Prozent der installierten Stromerzeugungskapazität waren im Jahr 2010 regenerative Energien.

Platz 3: Japan

Den dritten Platz der größten Stromverbraucher belegt Japan. Das Land ist zugleich viertgrößter Stromproduzent der Erde, vor ihm liegen nur Russland, China und die USA. Mit seinen Erzeugungen versorgt sich Japan im Gegensatz zu diesen Ländern jedoch ausschließlich selbst.

Platz 4: Russland

Fast genauso viel Strom wie Japan verbraucht Russland und liegt somit auf dem vierten Platz der weltweit größten Verbraucher. Das Land ist zudem drittgrößter Stromproduzent.

Platz 5: Indien

Der fünftgrößte Stromverbraucher der Welt ist Indien. Kein Wunder: Das Land ist nach China das bevölkerungsreichste der Welt, 1,3 Milliarden Einwohner leben dort laut Schätzungen.

Platz 6: Kanada

Auf dem sechsten Platz der größten Stromverbraucher gibt es eine Überraschung: Kanada. Dabei ist das Land relativ spärlich besiedelt, nur 34 Millionen Menschen leben dort.

Platz 7: Deutschland

Mehr als doppelt so viele Einwohner wie Kanada hat Deutschland, und ist dennoch hinter dem nordamerikanischen Land, wenn es um den Stromverbrauch geht. 545 Milliarden Kilowattstunden wurden 2011 verbraucht. Beim Export von Strom ist Deutschland hingegen fast Spitze. Im weltweiten Vergleich exportiert nur Nachbarland Frankreich mehr.

Platz 8: Frankreich

Als Stromexporteur ist Frankreich die weltweite Nummer Eins. Beim Stromverbrauch liegt das 65 Millionen Einwohner-Land dagegen nur auf dem achten Platz.

Die Franzosen setzen bei der Stromerzeugung voll auf Atomkraft. 58 Meiler waren 2011 in Betrieb. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im gleichen Zeitraum neun Atomkraftwerke, in Spanien acht und im Vereinigten Königreich 18.

Platz 9: Brasilien

Neungrößter Stromverbraucher ist Brasilien. In dem südamerikanischen Land leben 200 Millionen Menschen.

Platz 10: Südkorea

Südkorea ist auf dem zehnten Platz der größten Stromverbraucher der Welt. Das Land versorgt sich laut der US-Informationsbehörde CIA komplett selbst, importiert also keinen Strom. Seinen Strom erzeugte Südkorea im Jahr 2010 zu fast einem Drittel mit Atomkraft, bis 2024 soll sie fast 50 Prozent der Stromproduktion ausmachen.

Investitionsschwerpunkte sind weiterhin Solaranlagen. Dies plant laut einer Befragung unter 213 Unternehmen jede zweite Genossenschaft in den kommenden zwölf Monaten. In Windenergieanlagen wollen demnach 41 Prozent investieren. Die Branche dringt dafür auf verlässliche politische Rahmenbedingungen.

Von

dpa

Kommentare (5)

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HofmannM

24.07.2013, 13:09 Uhr

Heißt nichts anderes, dass sich die Banken langsam aus der Finazierung der Erneuerbaren Energien zurück ziehen. Um das Risiko schon mal klein zu halten, bevor die Erneuerbaren Energieblase paltzt, versuchen die Genossenschaftbanken ihr Beteiligungsrisiko an den Bürger (Genossen) abzugeben. Dieser Artikel umschreibt im Kern dieses perfide und asoziale Spiel der Banken. Erst einen auf EE-Freund machen und wenn das Schneeballsystem der staatlichen Zwangs-Subventionszahlungen zu neige geht, sich wieder rechtzeitig vom EE-Freundschaftspiel (Risiko) verabschieden. Der Dumme Bürger wird immer der letzte sein, den der Hund beißt!
Wenn nich direkt als Privater Investor, so doch dann am Schluss als alles tragender Steuer-Abgaben-Zwangs-Zahler!

Account gelöscht!

24.07.2013, 13:25 Uhr

Artikelzitat: "Investitionsschwerpunkte sind weiterhin Solaranlagen... Die Branche dringt dafür auf verlässliche politische Rahmenbedingungen." Schön umschrieben. Man hätte natürlich auch schreiben können: "Bitte lasst die Subventionen so hoch wie sie jetzt sind. Wir wollen auch in Zukunft unseren Teil vom Subventions-Kuchen ab haben."

Raiffeisenbanker

24.07.2013, 14:52 Uhr

Sehr geehrter Herr HofmanM, sie sollten erstmal ordentlich recherchieren bevor sie solche falschen Vorwürfe gegenüber Genossenschaftsbanken erheben. Die Energiegenossenschaften haben nichts mit den Genossenschaftsbanken zu tun. Es sind eigenständige Unternehmen, die allerdings das genossenschaftliche Modell als Unternehmensform ausgewählt haben. Hintergrund ist hier, wie bei allen Genossenschaften, jedem Mitglied das gleiche Mitspracherecht und eine Beteiligung am Unternehmenserfolg zu ermöglichen. Also bitte in Zukunft erst die Fakten klären und dann meckern.

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