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06.10.2014

12:50 Uhr

Dubiose Zahlungen

Steuerfahnder ermitteln gegen Salzgitter

Bei Anbahnungen von Geschäften im Iran und Nigeria sollen mehr als 100 Millionen Euro an Provisionen geflossen sein: Der Stahlkonzern Salzgitter soll hierbei gegen Steuergesetze verstoßen haben, Steuerfahnder ermitteln.

Ein Mann arbeitet vor einem Hochofen der Salzgitter AG: Der Stahlkonzern soll gegen Steuergesetze verstoßen haben. dpa

Ein Mann arbeitet vor einem Hochofen der Salzgitter AG: Der Stahlkonzern soll gegen Steuergesetze verstoßen haben.

HamburgDeutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter steht einem Zeitungsbericht zufolge im Verdacht, bei Geschäften im Iran und Nigeria gegen Steuergesetze verstoßen haben.

Steuerfahnder hätten Anhaltspunkte dafür, dass der Konzern Beratern für die Anbahnung von Geschäften in diesen Ländern zwischen den Jahren 2005 und 2009 Provisionen von insgesamt mehr als 100 Millionen Euro gezahlt habe, berichtete die Süddeutsche Zeitung (SZ) in ihrer Montagsausgabe. Die Ausgaben könnten zumindest teilweise in Steuererklärungen falsch deklariert worden sein.

Salzgitter bestätigte die Ermittlungen, wies aber den Verdacht zurück, der Konzern habe Provisionen in unzulässiger Weise als steuermindernde Ausgaben verbucht. Die externen Berater hätten geschäftsübliche Provisionen erhalten, erklärte das Unternehmen. „Salzgitter vertritt die Auffassung, sämtliche Zahlungen zutreffend behandelt zu haben.“

Bei Großprojekten könnten Provisionen von wenigen Prozent leicht mehrere Millionen Euro erreichen. „Das sind so hohe Beträge, weil das Grundgeschäft so hoch ist“, sagte ein Sprecher. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wollte sich mit Hinweis auf das Steuergeheimnis nicht äußern.

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Ihren Ausgang nahmen die Ermittlungen dem Bericht zufolge im Frühjahr, als die Staatsanwaltschaft Büroräume in der Konzernzentrale in Salzgitter und bei der Tochter Peiner durchsuchte. Damals ging es um den Verdacht, Salzgitter habe steuerrechtlich unzulässige Rückstellungen gebildet.

Diesen Ursprungsverdacht habe das Unternehmen in Teilen ausräumen können. Bei Durchsuchungen wenige Wochen später bei der Stahlhandelstochter Salzgitter Mannesmann International in Düsseldorf seien dann Hinweise auf Provisionszahlungen aufgetaucht, denen die Staatsanwaltschaft nun nachgehe.

Von

rtr

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