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22.07.2015

13:21 Uhr

Duell der Rohstoffkonzerne

BHP heizt Eisenerz-Markt weiter an

VonRegine Palm, Urs Wälterlin

Der Rohstoff-Gigant BHP Billiton fördert immer mehr Eisenerz und deklassiert Rio Tinto. Fallende Preise schrecken die Produzenten nicht ab. Die Hoffnungen ruhen auf einer besseren Produktivität – und auf China.

BHP Billiton hat die Produktion auf eine neue Rekordmenge gesteigert. Reuters

Eisenerz-Mine in Australien

BHP Billiton hat die Produktion auf eine neue Rekordmenge gesteigert.

Düsseldorf/SydneyDer weltweit größte Bergbaukonzern BHP Billiton übt sich in Zuversicht. „Unser Geschäft hat sich im Bilanzjahr 2015 recht gut entwickelt“, unterstrich der Vorstandschef Andrew Mackenzie mit Blick auf die Produktionszahlen. Optimistisch ist er insbesondere für den Eisenerzbereich: „Eine bessere Produktivität wird die einzige Basis für mengenmäßiges Wachstum im westaustralischen Eisenerzbereich 2016 bilden.“ Die Kosten sollen um 16 Dollar je Tonne fallen und die Produktion um weitere sieben Prozent zulegen, kündigte der Konzern am Mittwoch an.

Schon im Geschäftsjahr 2015 (bis Ende Juni) hat BHP Billiton die Produktion um 14 Prozent gesteigert und die Rekordmenge von 233 Millionen Tonnen Eisenerz gefördert. Damit wurde selbst die eigene Prognose vom Januar übertroffen. Für das gerade angelaufene Jahr 2015/16 plant der Konzern einen weiteren Anstieg um sechs Prozent auf dann 247 Millionen Tonnen.

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Ähnlich stark ist bei dem größten Bergwerksbetreiber der Welt nur der Kohlebereich gewachsen (plus 13 Prozent) auf 43 Millionen Tonnen. Der größte Produktionsbereich ist mit 256 Millionen Barrel (je 159 Liter) die Erdölförderung.

Die Entwicklung des Energiebereichs insgesamt stockt allerdings. Erst vor wenigen Tagen hatte BHP Billiton Wertberichtigungen über insgesamt zwei Milliarden US-Dollar nach Steuern in seinem Schiefergas-Geschäft in den USA angekündigt. Zusammen mit Wertberichtigungen im Kupfer-Segment, so teilte der britisch-australische Konzern am Mittwoch mit, könnten der Gewinn mit 350 bis 650 Millionen Dollar gemindert werden. Die endgültigen Jahreszahlen gibt BHP am 25. August bekannt.

Doch damit ist jetzt schon klar, dass BHP besser abgeschnitten hat als Rio Tinto, der zweitgrößte Eisenerzproduzent der Welt. Der ebenfalls britisch-australische Konzern hatte vergangene Woche bekanntgegeben, aus seinen kanadischen und australischen Minen im ersten Halbjahr insgesamt 153 Millionen Eisenerz verschifft zu haben, sieben Millionen Tonnen weniger als prognostiziert.

Die Einbuße wird das Unternehmen mehrere hundert Millionen Dollar gekostet haben, sagen Beobachter in Sydney. Rio Tinto will bis Ende des Jahrzehnts pro Jahr 360 Millionen Tonnen des Rohstoffs verschiffen.

Auch der Preisrückgang am Eisenerzmarkt, dem Grundstoff für die Stahlproduktion, hat die Produzenten bisher nicht gestoppt. Der Druck auf die Preise dürfte sich daher weiter erhöhen, da sich das Wirtschaftswachstum in China abschwächt. Die Volksrepublik ist einer der größten Abnehmer von Eisenerz. Dennoch ruhen gerade die Hoffnungen der Australier auf dem Land.

An der Börse stießen die Produktionszahlen von BHP Billiton auf wenig Gefallen. In einem ohnehin etwas schwächeren Aktienmarkt büßten die Aktien überproportional rund vier Prozent ein und notierten nur noch bei knapp 1200 Pence. Die Experten von Morgan Stanley loben indes den „anständigen Ausblick“ auf die Produktion von 2016 und raten zur Gleichgewichtung der Aktie. Independent Research hatte zuletzt „halten“ geraten und ein Kursziel von 1390 Pence gesetzt. Als Hauptargument nennt Analyst Sven Diermeier die „attraktive Dividendenrendite“.

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