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14.05.2014

14:27 Uhr

Düngemittelproduzent

K+S mit enormen Umsatzeinbüßen

Der Kaliproduzent K+S hat ein Jahr mit einigen Tiefen hinter sich. Der Gewinn brach ein, die Aktionäre sind sauer. Ein Sparprogramm soll nun helfen. Das könnte auch die Mitarbeiter des Konzerns treffen.

Die Zentrale der K+S AG in Kassel (Hessen): Der Umsatz ging im ersten Quartal deutlich zurück. dpa

Die Zentrale der K+S AG in Kassel (Hessen): Der Umsatz ging im ersten Quartal deutlich zurück.

KasselDas abgelaufene Jahr ist für den Dünger- und Salzproduzenten K+S alles andere als rosig gelaufen. Wegen der Auflösung einer Vertriebsallianz in Russland im Sommer brachen die Preise für Kali ein, der Aktienkurs sank zwischenzeitlich um 40 Prozent. Zur Hauptversammlung am Mittwoch in Kassel erreichte der Kurs erstmals wieder die Marke vor dem Einbruch. Bereits im Herbst hatte sich der Konzern eine Schlankheitskur verordnet - 500 Millionen Euro sollen binnen drei Jahren gespart werden. Dass bei dem Konzern mit seinen 14 300 Mitarbeitern Stellen wegfallen, gilt als wahrscheinlich. Konkrete Zahlen gibt es aber noch nicht.

Auch der Start 2014 war holprig: Wegen deutlich niedrigerer Kali-Preise verzeichnete K+S einen kräftigen Umsatz- und Gewinnrückgang. Im ersten Quartal ging der bereinigte Gewinn im fortgeführten Geschäft um ein Viertel auf 141,5 Millionen Euro zurück, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Kassel mitteilte. Der Umsatz schrumpfte wegen Zuwächsen im Salzgeschäft mit 7,1 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro nicht ganz so stark. Bei den Kalipreisen sei die Talsohle durchschritten, erklärte Konzernchef Norbert Steiner. „Die internationalen Preise für Kaliumchlorid zogen an.“

An der Börse wurden die Zahlen positiv aufgenommen, der Aktienkurs stieg zwischenzeitlich um mehr als zwei Prozent. Auf der Hauptversammlung gab es dennoch Kritik. Die Dividende von 25 Cent falle schon fast unter die Geringfügigkeitsgrenze, sagte ein Anlegervertreter. Der Konzernumsatz war im vergangenen Jahr mit 3,95 Milliarden Euro zwar stabil geblieben, der bereinigte Gewinn wegen der gesunkenen Kalipreise aber um fast ein Drittel auf 435 Millionen Euro gefallen.

Das im Zuge der Krise im vergangenen Jahr aufgelegte Sparprogramm „Fit für die Zukunft“ mache es nötig, die Personalkosten zu reduzieren, betonte Steiner. „Ob, wann und in welchem Umfang Personalmaßnahmen notwendig werden, ist derzeit noch offen.“ So sollen in diesem Jahr 150 Millionen Euro gespart werden.

In der Diskussion über Salzabwasser, die bei der Kaliproduktion anfallen, strebe er eine lokale Lösung an, sagte Steiner. Er setze auf eine Reduzierung der Abwässer, die Entsorgung in die Werra und eine Versenkung in den Untergrund. Geprüft werden seit mehr als drei Jahren auch zwei Fernleitungen an die Nordsee und an die Oberweser. „Wenn wir nach wie vor eine lokale Lösung bevorzugen, dann geschieht das nicht zuletzt im Lichte der Erkenntnisse die wir in dieser Zeit gewonnen haben“, betonte er.

Für das laufende Jahr geht K+S weiter von einem Umsatz unter 3,95 Milliarden Euro aus, beim Konzernergebnis wird ein deutlicher Rückgang zu 2013 (434,8 Millionen Euro) erwartet. Mit rund 1,2 Millionen Euro investiert das Unternehmen im laufenden Jahr so viel wie nie zuvor - vor allem in das neue Bergbau-Projekt „Legacy“ in Kanada sowie das Werra-Maßnahmenpaket.

Von

rtr

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