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17.07.2014

17:40 Uhr

Edelstahlwerk AST muss sparen

Thyssen-Krupp greift in Italien durch

Nach der unfreiwilligen Rücknahme des italienischen Edelstahlwerks AST kämpft Thyssen-Krupp mit einem weiteren Verlustbringer beim Stahl. Nun sollen massive Einsparungen und Stellenstreichungen die Wende bringen.

ThyssenKrupp verordnet dem italienischen Edelstahlwerks AST einen massiven Sparkurses inklusive drastischer Stellenstreichungen. Der Essener Stahlkonzern hofft die Verluste des italienischen Werks so in den Griff zu bekommen. dpa

ThyssenKrupp verordnet dem italienischen Edelstahlwerks AST einen massiven Sparkurses inklusive drastischer Stellenstreichungen. Der Essener Stahlkonzern hofft die Verluste des italienischen Werks so in den Griff zu bekommen.

EssenDer Essener Stahl- und Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp will bei dem in die roten Zahlen gerutschten Edelstahlwerk AST im italienischen Terni mehr als jeden fünften Arbeitsplatz streichen. Geplant seien Einsparungen von rund 100 Millionen Euro sowie der Wegfall von 550 der derzeit noch 2600 Stellen, teilte Thyssen-Krupp am Donnerstag in Essen mit. Nach Informationen aus Kreisen soll das italienische Werk in den vergangenen fünf Jahren mehrere hundert Millionen Euro Verlust gemacht haben.

Die italienische Regierung und die Gewerkschaften seien am Donnerstag über die Pläne informiert worden, hieß es. Ziel sei es, AST trotz der schwierigen Marktsituation und bestehender Überkapazitäten wieder nachhaltig profitabel zu machen. Geplant sei unter anderem die Stilllegung eines Elektroofens bis zum Ende des Geschäftsjahres 2015/2016 (30.9.). Sollten sich zu diesem Zeitpunkt die Marktbedingungen deutlich verbessert haben sowie alle Ziele erreicht sein, könne die Stilllegung jedoch noch einmal überdacht werden.

Zusammen mit seiner Edelstahlsparte war das Werk von Thyssen-Krupp zunächst an den finnischen Edelstahlkonzern Outokumpu verkauft worden. Nachdem das finnische Unternehmen in eine Schieflage geraten war, hatte Thyssen-Krupp AST und dem deutschen Spezialhersteller VDM mit Wirkung zum 1. März dieses Jahres wieder zurücknehmen müssen. Im Gegensatz zu AST schreibt die deutsche Tochter VDM schwarze Zahlen.

Das Geschäftsjahr 2012/2013 von Thyssen-Krupp in Zahlen

Components Technology

Im Geschäftsjahr 2012/2013 erzielte die Komponenten-Sparte (unter anderem Zuliefererteile für die Autoindustrie) ein bereinigtes Ebit von 244 Millionen Euro.

Elevator Technology

Die Aufzug-Sparte hat mit einem bereinigten Ebit von 675 Millionen Euro das beste Ergebnis aller Sparten von Thyssen-Krupp eingefahren.

Industrial Solutions

Die Sparte für Industrieanlagen steuerte 640 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei.

Materials Services

Das bereinigte Ebit von Material Services lag 2012/2013 bei 236 Millionen Euro.

Steel Europe

Die von Überkapazitäten geprägte europäische Stahlsparte erwirtschaftete ein bereinigtes Ebit von 143 Millionen Euro.

Steel Americas

Bei der amerikanischen Stahl-Sparte sah es im Geschäftsjahr 2012/2013 düster aus, insgesamt stand ein Verlust von 495 Millionen Euro in den Büchern. Zumindest das Walzstahlwerk in Alabama konnte nach Ablauf des Geschäftsjahres für rund eine Milliarde Euro an Arcelor Mittal und Nippon Steel verkaufen.

Corporate

Hier fiel ein Verlust von 425 Millionen Euro an.

Nach der Rücknahme von AST hatte das Edelstahlgeschäft den Gesamtkonzern im zweiten Quartal zunächst mit einem für den Monat März angefallenen Verlust von drei Millionen Euro belastet. Für das Gesamtjahr 2013/2014 hatte Finanzvorstand Guido Kerkhoff aus dem Edelstahlgeschäft einen Verlust in niedriger zweistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellt. Ob der Gesamtkonzern nach drei Jahren mit Milliardenverlusten - unter anderem durch das Stahlgeschäft in Übersee - unterm Strich wieder schwarze Zahlen schreiben kann, ist weiter unklar.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

17.07.2014, 20:05 Uhr

Wieder Arbeitsplatzvernichtung! Warum wirft man nicht 90% der Manager wegen erwiesener Unfähigkeit heraus, streicht Boni usw.?? Warum war das Management nicht gewillt Gewinne zu erbringen?

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