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22.05.2013

15:35 Uhr

Emissionshandel

Energieriesen plädieren für umfassende Reform

Acht Konzerne veröffentlichen einen Appell an die EU-Staats- und Regierungschefs: Sie rufen zu einer weitreichende Reform des Emissionshandels auf und fordern langfristige Ziele für das Senken der CO2-Emissionen.

Acht Energieriesen haben sich zusammengetan und fordern eine weitreichende Reform des Emissionshandels. dpa

Acht Energieriesen haben sich zusammengetan und fordern eine weitreichende Reform des Emissionshandels.

EssenAcht europäische Energiekonzerne haben die Staats- und Regierungschefs der EU zu einer weitreichenden Reform des Emissionshandels aufgerufen. Gleichzeitig müsse die Europäische Union langfristige Ziele für das Senken der CO2-Emissionen festlegen, appellierten die Unterzeichner der gemeinsamen Erklärung an die Teilnehmer des EU-Gipfels am Mittwoch in Straßburg. Unterschrieben wurde der Appell von RWE, Enel, Eni, Eon, GasNatural Fenosa, GasTerra, GDF Suez und Iberdrola.

Es sei notwendig, die klimaschädlichen Emissionen ab 2020 deutlich stärker zu senken als bislang, erklärten die Konzerne. Begleitet werden könnte dies durch ein dauerhaftes Reduzieren der Zahl der Verschmutzungsrechte im Emissionshandel. Eine wesentlich weniger ambitionierte Reform, die zeitweise Herausnahme von Emissionszertifikaten aus dem System, war kürzlich im Europäischen Parlament gescheitert. Die EU-Volksvertreter werden sich im Juni aber nochmals mit dem Vorschlag beschäftigen.

Die acht Konzerne erklärten, für ein erfolgreiches Funktionieren des Emissionshandels seien „langfristig politische Rahmenbedingungen“ notwendig. Bei „kurzfristigen, punktuellen Markteingriffen“ wie der zeitweisen Entnahme von Zertifikaten - dem sogenannten Backloading - „sind wir nach wie vor skeptisch, weil sich dadurch strukturell nichts ändert, gleichzeitig aber der Markt verunsichert wird“.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Im Emissionshandel werden fast alle Industrieanlagen und Kraftwerke erfasst, die CO2 in die Luft blasen. Die nötigen Verschmutzungsrechte erhalten die Unternehmen zum Teil kostenlos, sie können sie ersteigern und untereinander handeln. Die Idee dahinter ist, Emissionen einen Preis zu geben und Unternehmen so zur Senkung zu bewegen. Dies funktioniert nach Ansicht von Kritikern und EU-Kommission derzeit nicht, weil zu viele Zertifikate auf dem Markt sind und ihr Preis daher zu niedrig ist.

Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten am Mittwoch bei ihrem eintägigen Gipfeltreffen über die künftige EU-Energiepolitik und über Strategien, um die hohen Energiepreise zu Gunsten von Unternehmen und Verbrauchern zu senken. Dem Entwurf der Gipfelerklärung zufolge soll die Kommission die Möglichkeiten der EU-Länder untersuchen, das in Deutschland umstrittene Schiefergas durch sogenanntes Fracking zu fördern.

Von

afp

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