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09.05.2017

14:54 Uhr

EnBW

Energiekonzern will Verlustzone schnell verlassen

Der Energiekonzern EnBW möchte den Milliardenverlust aus dem vergangenen Jahr hinter sich lassen und schnell wieder positive Zahlen schreiben. Aktionärsvertreter sehen den aktuellen Kurs jedoch kritisch.

Der Verlust von knapp zwei Milliarden Euro hat dem Energiekonzern schwer zugesetzt. Das Unternehmen aus Baden-Württemberg möchte in Zukunft aber wieder bessere Zahlen vorweisen. dpa

EnBW

Der Verlust von knapp zwei Milliarden Euro hat dem Energiekonzern schwer zugesetzt. Das Unternehmen aus Baden-Württemberg möchte in Zukunft aber wieder bessere Zahlen vorweisen.

KarlsruheNach einem Milliardenverlust hat EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux den Aktionären Fortschritte beim Umbau des Energiekonzerns zugesagt. EnBW setze immer mehr auf Wind- und Solarenergie, den Ausbau des Netzes und neue Geschäftsfelder im Bereich Infrastruktur, sagte er bei der Hauptversammlung am Dienstag in Karlsruhe.

EnBW hatte 2016 wegen niedriger Strompreise und Belastungen aus dem Pakt zur Entsorgung der atomaren Altlasten einen Jahresfehlbetrag von fast 1,8 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Der Pakt sieht vor, dass der Staat den Energieriesen gegen Geld die Verantwortung für die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls abnimmt.

Deutschlands größte Energieversorger

Vattenfall

Umsatz 2016: 9,3 Milliarden Euro

Die hundertprozentige Tochter des staatlichen schwedischen Energiekonzerns Vattenfall AB ging 2002 aus der Fusion der HEW und der Vereinigte Energiewerke AG sowie dem Bergbauunternehmen Lausitzer Braunkohle AG hervor, zu der Anfang 2003 die Berliner Bewag hinzu kam. Vattenfall betreibt in Deutschland die Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel. Wie auch die übrigen Top-Vier-versorger in Deutschland musste der Konzern 2016 einen Umsatzrückgang hinnehmen.

EnBW

Umsatz 2016: 19,4 Milliarden Euro

Die Energie Baden-Württemberg AG erwirtschaftete noch 2010 mehr als die Hälfte ihres Gewinns aus dem Betrieb der vier konzerneigenen Kernkraftwerke Neckarwestheim eins und zwei, sowie Philippsburg eins und zwei. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima wurden die Werke Neckarwestheim eins und Philippsburg eins im Rahmen des Atom-Moratoriums 2011 stillgelegt. Der Anteil erneuerbarer Energieträger am EnBW-Energiemix soll bis 2020 von 12 auf 40 Prozent erhöht werden

Eon

Umsatz 2016: 21,8 Milliarden Euro

Der Energiekonzern Eon vollzog 2016 eine radikale Aufspaltung: Das traditionelle Energiegeschäft bestehend aus konventioneller Erzeugung (einschließlich Wasserkraft, ohne Kernenergie), globalem Energiehandel und dem Russland-Geschäft wurde in die eigenständige Gesellschaft Uniper ausgelagert. Eon will sich mit den verbliebenen Sparten erneuerbare Energien, Vertrieb und Netze komplett auf den Energiemarkt der Zukunft ausrichten.

RWE

Umsatz 2016: 25 Milliarden Euro

Den umgekehrten Weg zu Eon ging ebenfalls 2016 RWE. Der Energiekonzern überführte nicht das traditionelle, sondern das Zukunftsgeschäft in eine neu gegründete Tochtergesellschaft mit Namen Innogy und brachte diese an die Börse. Im Zuge des Atom-Moratoriums wurden 2011 die RWE-Reaktoren Biblis A und B durch die Bundesnetzagentur stillgelegt.

Im laufenden Jahr solle der operative Gewinn um bis zu fünf Prozent besser als 2016 mit fast 1,94 Milliarden Euro ausfallen, sagte Mastiaux. Zielgröße bis 2020 sei zudem ein Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von bis zu 2,4 Milliarden Euro. Eine Prognose zum Gewinn unter dem Strich gab er nicht ab.

Neben Unterstützung eines Vertreters der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz kam von Aktionärsvertretern viel Kritik für den Kurs des Unternehmens. So kritisierte Dieter Tassler von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger die aus seiner Sicht auf einen kritischen Wert gesunkene Eigenkapitalquote und die gestiegene Verschuldung.

Von

dpa

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