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11.11.2014

11:10 Uhr

EnBW

Niedriger Börsenstrompreis setzt Energieversorger zu

Der Gewinn beim Energiekonzern EnBW ist in den ersten neun Monaten des Jahres um mehr als zehn Prozent gefallen. Im Gesamtjahr erwartet das Unternehmen einen Rückgang des operativen Ergebnisses um bis zu fünf Prozent.

Nachdem EnBW im Sommer auf seine Kohle- und Gaskraftwerke gut 1,2 Milliarden Euro abgeschrieben hatte, stand unter dem Strich ein Verlust 771 Millionen Euro in den Büchern. dpa

Nachdem EnBW im Sommer auf seine Kohle- und Gaskraftwerke gut 1,2 Milliarden Euro abgeschrieben hatte, stand unter dem Strich ein Verlust 771 Millionen Euro in den Büchern.

DüsseldorfDem Energiekonzern EnBW macht die Energiewende laut eigenen Angaben weiter schwer zu schaffen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei in den ersten neun Monaten um 10,5 Prozent auf 1,632 Milliarden Euro gefallen, teilte der Versorger am Dienstag mit.

Im Gesamtjahr erwartet das Unternehmen weiter einen Rückgang des operativen Ergebnisses um bis zu fünf Prozent.

15 Gründe, weshalb die Energiewende so kompliziert ist

Kosten

Diese zahlen die Stromverbraucher. Die Ökostrom-Umlage und Rabatte für die Industrie belasten ihre Stromrechnungen.

Fördersystem

Die Wirtschaft warnt vor Planwirtschaft und fordert ein Förder-Ende sowie Wettbewerb auch für Ökostrom-Erzeuger.

20 Jahre Garantie

Da Solar- und Windanlagen bisher 20 Jahre lang Vergütungen bekommen, kann der Strompreis erstmal nicht sinken.

Soziale Schieflage

Die Zahnarzthelferin zahlt über den Strompreis die Renditen für Solarpanele, die sich ihr Chef aufs Dach setzt.

Industrie

Sie muss entlastet werden, damit niemand abwandert. Aber wie stark? Die Bürger müssen dadurch Mehrbelastungen schultern.

Zielkonflikt

Weniger Atomstrom führt dazu, dass mehr Kohlestrom produziert wird. Der CO2-Ausstoß ist 2012 und 2013 gestiegen.

Länder-Interessen

Der Norden will mehr Windräder, der Westen fürchtet um seine Industrie, der Süden will mehr Gaskraftwerke.

Stromnetze

Große Nord-Süd-Trassen werden gebraucht, sonst gibt es im Norden viel zu viel Strom. Aber die Bürger protestieren.

Fehlende Steuerung

Bisher können quasi unbegrenzt Ökoenergie-Anlagen gebaut werden - es fehlt oft an bedarfsorientierter Planung.

Grundlast-Problem

Ohne Speicher sind wegen der je nach Wetterlage schwankenden Ökostrom-Produktion weiterhin viele Kraftwerke nötig.

Strombörse

Im Einkauf fallen dank viel Ökostrom die Preise - die Bürger spüren davon wegen der Umlagen beim Endpreis kaum etwas.

Fehlender Markt

Viele Kraftwerke rechnen sich nicht mehr - der mit viel Geld geförderte Ökostrom stellt den Markt auf den Kopf.

Überkapazitäten

Wegen des rasanten Ausbaus wird oft zu viel Strom produziert. Nie wurde so viel Strom exportiert wie 2013.

Ärger bei den Nachbarn

Polen lässt Netzsperren einbauen, auch andere Länder klagen über Preis- und Stromfluss-Unwuchten.

Wärmemarkt

Im Wärmebereich hakt es besonders stark, auch beim Energiesparen - Gebäudesanierungs-Ziele werden kaum erreicht.

Die Karlsruher kämpfen wie E.ON und RWE, die in dieser Woche ebenfalls ihre Zahlen vorlegen, mit dem Preisverfall an den Strombörsen. Dort sinken die Preise unter anderem durch den Ausbau des Ökostroms und der Überkapazitäten an Kraftwerken.

Nachdem EnBW deshalb im Sommer auf seine Kohle- und Gaskraftwerke gut 1,2 Milliarden Euro abgeschrieben hatte, stand unter dem Strich nun ein Verlust 771 Millionen Euro in den Büchern. Im Vorjahreszeitraum hatte EnBW noch einen Gewinn von 234 Millionen Euro erzielt.

EnBW wird sich womöglich bald von einem großen Anteil an seinem Ostsee-Windpark Baltic 2 trennen. „Wir sind in Gesprächen mit Finanzinvestoren“, sagte Finanzchef Thomas Kusterer am Dienstag während einer Telefonkonferenz. Dabei gehe es um einen Anteil von bis zu 49 Prozent. Näheres könne der Konzern vielleicht bis Ende des Jahres sagen.

Der Windpark nördlich von Rügen soll eine Leistung von 288 Megawatt haben. Die Karlsruher bekräftigten, sich auch von ihren Anteilen an dem Mannheimer Versorger MVV und dem österreichischen EVN trennen zu wollen. Es gebe dabei aber keinen Druck.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

11.11.2014, 11:35 Uhr

Die Grün-Rote Regierung in BW wollte ja unbedingt die Kernkraft abschaffen und damit die Energiewende einläuten.
Jetzt kommen Kretschmar und den Grün-Roten Schlümpfen in BW nicht nur der Kraftwerksausstieg teuer zu stehen, vor allen machen die horenten Verluste in den sog. Erneuerbaren Energien der staatliche ENBW zu schaffen.
Energiewende/EEG = Mangel und dann folgt die Armtu!

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