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12.09.2015

10:39 Uhr

Energiebedarf in Kalifornien

Warum Stromkonzerne von der Dürre profitieren

Kalifornien befindet sich im vierten Jahr der größten Dürreperiode, die es bisher gab. Der Energiebedarf vor allem der Landwirtschaft steigt dadurch rapide an. Für die Stromerzeuger ein unerwarteter Lichtblick.

Seit vier Jahren hält die ungewöhnliche Trockenheit im US-Bundesstaat schon an – ganze Flüsse sind ausgetrocknet. dpa

Dürre in Kalifornien

Seit vier Jahren hält die ungewöhnliche Trockenheit im US-Bundesstaat schon an – ganze Flüsse sind ausgetrocknet.

SacramentoDie Trockenphase im US-Bundesstaat Kalifornien, die 2012 begonnen hatte, zehrt das leicht zu erreichende Oberflächen-Wasser auf. Das zwingt die Bauern des im Obst- und Gemüseanbau führenden US-Staates dazu, verstärkt das Grundwasser anzuzapfen. Allerdings benötigt das Pumpen von Wasser aus Brunnen, die teils über 900 Meter tief sind, viel Energie. Das treibt die Elektrizitätsnachfrage um Hunderte Millionen Dollar an.

„Wir verbrauchen rund zweieinhalb Mal so viel Strom wie in einem normalen Jahr”, erklärt Kole Upton, Mitbesitzer der Lost Wagon Wheel Ranch nordwestlich von Fresno. „Das ist eine große Belastung.”

Kalifornien befindet sich derzeit im vierten Jahr einer Dürre, die es in diesem Ausmaß zuvor noch nie gegeben hatte. Der Energiebedarf für die Landwirtschaft könnte in diesem Jahr ein neues Rekordhoch erreichen, das geht aus Daten von Edison International hervor. Versorger reagieren darauf mit der Aufrüstung ihrer Netze.

Bauern im so genannten Central Valley, der wichtigsten Anbauregion in dem US-Bundesstaat, werden in diesem Jahr unter Umständen über 60 Prozent ihres Bedarfs aus Grundwasser speisen. Das schätzt Josue Medellin-Azuara, ein Wissenschaftler an der University of California in Davis. In einem normalen Jahr liege der Anteil bei nur einem Drittel.

Seinen Schätzungen zufolge könnten damit die Energierechnungen für das Heraufpumpen von Wasser um 77 Prozent, oder 600 Mio. Dollar, steigen – verglichen mit einem Jahr, in dem es durchschnittlichen Niederschlag gibt.

Laut Medellin-Azuara dürften kalifornische Farmer 2015 zwei Billionen Gallonen mehr Wasser als in einem normalen Jahr an die Oberfläche pumpen. Die Menge würde ausreichen, um 3,1 Millionen olympische Schwimmbecken zu füllen.

Die Dürre hat auch den Betrieb von Kole Upton dazu gezwungen, Wasser aus Brunnen zu verwenden. Unterm Strich sind die Stromkosten für das Heraufpumpen auf rund 350.000 Dollar pro Jahr nach oben geschnellt, wie er berichtet. Das seien bis zu 30 Prozent der Betriebskosten seiner Farm – verglichen mit etwa 15 Prozent in normalen Jahren.

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„Wenn es eine Reihe an trockenen Jahren gibt, sehen wir in jedem weiteren Jahr einen Anstieg des Strombedarfs”, berichtet R.O. Nichols vom Versorger Southern California Edison, einer Tochter von Edison International. Der Strombedarf für Wasser- Pumpen und Übertragung wird in diesem Jahr „wahrscheinlich oberhalb eines historischer Hochs liegen”.

Das Unternehmen hatte im November ein 190 Millionen Dollar teures Stromleitungsprojekt namens „San Joaquin Cross Valley Loop” fertiggestellt, um die steigende Nachfrage aus der Landwirtschaft zu befriedigen.

Letztlich sind das Lichtblicke für Stromerzeuger, die im vergangenen Jahrzehnt einen Rückgang der Nachfrage verzeichnen mussten. Dahinter stand der Trend hin zu energieeffizienten Wohn- und Geschäftsimmobilien.

Die Lage im Central Valley steht im Gegensatz zur jüngsten Entwicklung in Bundesstaat insgesamt. Der Stromverbrauch in Kalifornien bis Ende August ist auf den niedrigsten Stand seit 2003 gefallen. Das geht aus Statistiken des Edison Electric Institute vom 26. August hervor.

Vorschriften, die Energieeffizienz fördern, sind für den Rückgang verantwortlich, sagt Frank Loge, Professor an der University of California in Davis und Direktor des Center for Water-Energy Efficiency.

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