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15.05.2013

06:28 Uhr

Energieberatungen

Wie Unternehmen den Strompreis drücken

VonDana Heide

Auch wenn es viele Ausnahmen gibt: Die Stromkosten für die meisten Unternehmen steigen. Energieagenturen können dabei helfen, die Energiewende zu nutzen. Denn es gibt einen Kniff – doch der birgt Risiken.

Mitarbeiter bei der Leipziger Energiebörse EEX: Kurzfristiger Stromkauf gewinnt an Bedeutung. dpa

Mitarbeiter bei der Leipziger Energiebörse EEX: Kurzfristiger Stromkauf gewinnt an Bedeutung.

Düsseldorf Wer sich die Entwicklung der Preise für Strom an der Börse in den vergangenen Jahren anschaut, muss sich wundern: Sie sind so niedrig wie lange Zeit vor der Energiewende nicht. Aber beschweren sich Industrievertreter nicht seit Abschalten der Atomkraftwerke ständig über gestiegene Stromkosten?

Tatsächlich haben die gesamten Kosten für Strom zugenommen – nicht nur für Unternehmen, auch für Haushalte. Schuld daran sind die stark gestiegenen Steuern und Abgaben. Laut Berechnungen des Lobbyvereins Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) kostet eine Kilowattstunde Strom derzeit durchschnittlich in der Erzeugung 7,84 Cent – zuzüglich zu den Abgaben und Steuern muss ein Unternehmen dann aber 15,1 Cent für die Energie bezahlen. 2009 waren es noch insgesamt 11,4 Cent bei einem höheren Erzeugungspreis von 8,7 Cent.

Schuld an den purzelnden Preisen ist das Überangebot an Energie auf den Strommärkten. An den Steuern und Abgaben lässt sich nur wenig rütteln, immer mehr Unternehmen kommen immerhin in den Genuss von Befreiungen der EEG-Umlage. Erst kürzlich hatte der „Spiegel“ mit Berufung auf das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle berichtet, dass die Zahl der Firmenstandorte, die die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien nicht zahlen müssen, von 979 Unternehmen im Jahr 2012 auf derzeit bereits 2245 Firmen angestiegen ist.

Jene Unternehmen aber, die nicht in den Genuss dieser Sonderregelungen kommen, müssen sich etwas einfallen lassen. Für sie ist vor allem der kurzfristige Stromankauf interessant. Dass es sich lohnt, auf kurzfristige Lieferverträge zu setzen und so das zeitweise Überangebot von erneuerbaren Energien ausnutzen, zeigt auch deren gewachsene Bedeutung. So meldet die Strombörse EEX, dass 2012 zwar 22 Prozent weniger Jahreskontrakte abgeschlossen wurden, jedoch 18 Prozent mehr kurzfristige Verträge von maximal monatlichen Laufzeiten als noch im Vorjahr.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

15.05.2013, 07:14 Uhr

"von 979 Unternehmen im Jahr 2012 auf derzeit bereits 2245 Firmen angestiegen ist."
Es werden immer mehr. Hier greift die Lobbyarbeit der Unternehmen. Dank der schwarz-gelben Regierung werden alle Kosten nur auf die Kleinverbraucher umgelegt. Für die Konzerne bleiben nur die Gewinne!

Und Unternehmen wie die Deutsche Bahn kaufen ihren Strom an der Energiebörse, dank EE zu niedrigsten Preisen und erhöhen ihre Preise wegen gestiegener Energiekosten.

Und weil das nicht genug iust, garantiert man den Netzbetreibern völlig hirnlos eine Rendite von 9.5% auf alle Investitionen. Weil die ja das Stromnetz in den vergangenen Jahren haben vergammeln lassen (siehe Stromausfall im Münsterland 2006). Die Einnahmen der Konzerne für Netz wurden eben als gewinne an die Eigner ausgeschüttet!

Luegendetektor

15.05.2013, 07:33 Uhr

Gestern war auf ARTE eine Dokumentation zu sehen, die einem die Haare zu Berge stehen ließ. Seit der grünen Energiewende in Deutschland und auch Europa hat die vernichtung der Wälder und besonders der Regenwälder in Brasilien und auf Borneo stark zugenommen. Dort wird jetzt verstärkt Mais und Palmöl für deutsche Biogasanlagen angebaut. Die Kohle wird jetzt aus Brasilien importiert und für Palletheizungen fallen die Wälder in Kanada. Insgesamt hat die Energiewende den Ausstoß von Treibhausgas stark erhöht. Alle wollen von der Energiewende profitieren und laben sich an dem reich gedeckten Tisch, den Europa den Importeuren bereitet. Die Umwelt spielt da keine Rolle mehr und im EU_Parlament gab man indirekt zu, dass es gar nicht um eine Energiewende gehe, sondern um das Bereitstellen sämtlicher Energiequellen für eine wachsende Wirtschaft. Und auf Borneo laufen schon einige Orang Utans über freies verbranntes Land, da sie keine Bäume mehr finden. Hier zahlt man natürlich gerne die EEG-Umlage, in dem Glauben, der Umwelt etwas gutes zu tun.

vandale

15.05.2013, 08:01 Uhr

Manchen Leuten verdeckt die marxistische Ideologie den Blick in die Realität....

Die grossen, energieintensiven Betriebe haben von Anfang an die Befreiung von der Umlage betrieben. Die Betriebe die jetzt noch die Befreiung von der EEG Umlage beantragen sind eher kleinere Betriebe wie eine Giesserei mit 30 MA. Mengenmässig sollte dies unbedeutend sein.

Das Geld der Unternehmen kommt nicht aus himmlischen Quellen. Die Unternehmen geben diese Umlage an die Kundschaft weiter. Insofern wird der Verbraucher immer die gesamten Kosten "Erneuerbarer Energien" bezahlen. Der Umweg über die Unternehmen macht diese Finanzierung lediglich ein wenig intransparent.

Es stellt sich natürlich die Frage wer grundsätzlich für "Erneuerbare Energien" bezahlen soll. Da Moslems auch nicht den Betrieb christlicher Kirchen bezahlen müssen wäre es angemessen diese über einen Steuerzuschlag durch die Gläubigen bezahlen zu lassen. Wer an dämonische Atomstrahlen, "Ungelöste Endlagerfragen, "Klimaerwärmungen", Waldsterben usw. glaubt bezahlt dann einen Oeko Soli.

Vandale

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