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23.04.2014

18:06 Uhr

Energiekonzern

Energiewende belastet EWE

Die Energiewende hat gravierende Folgen für das Geschäft der großen Energiekonzerne. Auch EWE, Nummer fünf in Deutschland, spürt den Druck. Der Gewinn ging 2013 zurück. Auch dieses Jahr dürfte es schwierig bleiben.

Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, blickt bei der Bilanzpressekonferenz besorgt drein. dpa

Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, blickt bei der Bilanzpressekonferenz besorgt drein.

OldenburgDeutschlands fünftgrößter Versorger EWE rechnet angesichts der schwierigen Umsetzung der Energiewende weiter mit einem hohen Druck in der Branche. 2013 erzielte das Oldenburger Unternehmen mit 57,2 Millionen Euro ein deutlich niedrigeres Ergebnis als im Vorjahr (138,8 Millionen Euro). Wichtigster Grund für den Rückgang seien allerdings steuerliche Sondereffekte durch den Rückzug aus dem risikoreichen Explorations- und Produktionsbereich, erklärte Finanzvorstand Heiko Sanders am Mittwoch bei der Bilanzvorlage.

Dennoch richtet sich EWE auf mögliche Zusatzbelastungen durch die Energiewende ein. „Wir beurteilen das Umfeld der Energiewirtschaft nicht positiv“, sagte Vorstandschef Werner Brinker mit Blick auf die Debatte um die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank im vergangenen Jahr von 512,7 Millionen Euro (2012) auf 497,9 Millionen Euro. Der Umsatz stieg dagegen vor allem wegen des wachsenden Gasgeschäfts in der Türkei von 8,6 auf 8,9 Milliarden Euro. Die Investitionen wurden 2013 um 74 auf 601 Millionen Euro zurückgefahren. Für das laufende Jahr rechnet EWE mit weiteren 10 bis 20 Prozent Rückgang beim Ebit. Das Unternehmen beschäftigte Ende 2013 etwa 9160 Mitarbeiter, ein Plus von mehr als 100 im Vergleich zum Vorjahr.

Wieviel Erneuerbare die Energieversorger haben

RWE

Laut einer Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Ende Februar 2014 veröffentlichte, hat von RWE in Europa produzierter Strom einen Anteil von Wasserkraft von 2 Prozent und einen Anteil von anderen Erneuerbaren Energien von weiteren zwei Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich erzeugte Strommenge, nicht auf die Kapazitäten.

Eon

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon produziert insgesamt drei Prozent seines in Europa hergestellten Stroms aus Erneuerbaren Energien inklusive Windkraft und steht damit im Vergleich schlechter da als Konkurrent RWE.

Vattenfall

Der schwedische Konkurrent Vattenfall produzierte insgesamt vier Prozent seines Stroms in Europa mithilfe regenerativer Energiequellen.

EnBW

EnBW steht im Vergleich der großen vier Energieversorger in Deutschland am schlechtesten da. Das Unternehmen gewinnt nur insgesamt zwei Prozent seines Stroms europaweit aus erneuerbaren Quellen.

Man müsse darauf achten, die Wettbewerbsfähigkeit nicht zu verlieren, mahnte Brinker im Hinblick auf die energiepolitische Diskussion. Daher würden interne Anstrengungen zur Kostensenkung fortgesetzt. Nach der verspäteten Inbetriebnahme des Hochseewindparks Riffgat will sich EWE jetzt auf den Ausbau der Windenergie an Land konzentrieren.

Unzufrieden äußerte sich Brinker über einzelne Rahmenbedingungen. So sei die nun vorgesehene Stichtagsregelung bei der Errichtung von Windenergieanlagen wegen des langen Vorlaufs bei den Investitionen schädlich. Die Regelung sieht vor, dass Anlagen, die nach dem 23. Januar 2014 genehmigt wurden, weniger gefördert werden. Negativ sieht Brinker auch einige Regelungen bei den Entgelten für die Nutzung der Netze. Investitionen ins Stromnetz würden nicht angemessen honoriert.

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