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23.06.2017

17:33 Uhr

Energiekonzern Engie

Versorger ist nicht an Innogy interessiert

Laut Medienberichten prüft RWE eine Allianz mit dem französischen Energieversorger Engie. Der könnte Interesse an einer Übernahme der RWE-Ökostromtochter Innogy haben. Alles Quatsch, sagt Engie nun.

Der französische Energiekonzern Engie hat nach eigenen Angaben kein Interesse an einer Übernahme der RWE-Ökostromtochter. Reuters

Innogy

Der französische Energiekonzern Engie hat nach eigenen Angaben kein Interesse an einer Übernahme der RWE-Ökostromtochter.

ParisDer französische Energiekonzern Engie hat nach eigenen Angaben kein Interesse an einer Übernahme der RWE-Ökostromtochter Innogy. „Nein, und ich habe das bereits gesagt“, sagte Konzernchefin Isabelle Kocher am Freitag auf einer Pressekonferenz in Paris. Reuters hatte von Insidern erfahren, dass RWE eine Allianz mit Engie prüft.

Danach könnte RWE seine Beteiligung an Innogy an die Franzosen abgeben und würde im Gegenzug an Engie beteiligt. Auch Innogy-Chef Peter Terium trat auf die Bremse: „Es gibt meines Wissens keine Kontakte, es gibt keine Gespräche mit Engie. Da ist nichts dran.“

Die Börsengänge der Töchter von Eon und RWE

Energiewende sorgt für Veränderungen

Die von der Energiewende gebeutelten Energieriesen Eon und RWE treiben ihre Konzernumbauten voran. Eon hat die Kraftwerkstochter Uniper im September an die Börse gebracht, RWE brachte das Ökostromgeschäft Innogy im Oktober an den Aktienmarkt.

Die Unternehmen

Die Eon-Tochter Uniper hat ihren Sitz in Düsseldorf, beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter und erzielte nach Konzernangaben 2015 auf Pro-Forma-Basis ein Ebit von 0,8 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro. Chef ist der ehemalige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Sitz in Essen, beschäftigt knapp 40.000 Mitarbeiter und erzielte rein rechnerisch nach RWE-Angaben 2015 einen operativen Gewinn (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro. Geführt wird das Unternehmen von RWE-Chef Peter Terium, der nach dem Börsengang den Chefposten des Mutterkonzerns abgegeben hat.

Das Geschäft

Uniper betreibt Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland mit rund 40 Gigawattt. Hinzu kommen Wasser- und Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel.

RWE Innogy bündelt das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen sowie den Vertrieb von Strom und Gas.

Die Börsengänge

Eon hat im Zuge eines Spin-Offs 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gebracht und sie den eigenen Aktionären ins Depot gelegt. Einnahmen erzielt der Konzern dabei zunächst nicht. Eon will allerdings mittelfristig die restlichen Aktien versilbern, allerdings nicht vor 2018.

RWE und die neue Tochter Innogy brachten zunächst 23 Prozent der Anteile an die Börse. Später könnten weitere Anteile verkauft werden, RWE will aber die Mehrheit behalten.

Ausblick

Uniper steht von Beginn unter Druck. Der Konzern will bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen und die Personalkosten senken.

Innogy erwartet stabile Geschäfte, da der größte Teil der Einnahmen, etwa für den Betrieb der Strom- und Gasnetze staatlich reguliert ist.

An der Börse war RWE mit einem Kursrückgang von bis zu 3,5 Prozent größter Verlierer im Leitindex Dax. Innogy-Papiere gaben mehr als zwei Prozent nach.

RWE wollte sich zu dem Fall nicht äußern. Vorstandschef Rolf Martin Schmitz hatte nicht ausgeschlossen, dass der Konzern seine Beteiligung von knapp 77 Prozent an Innogy abstößt. Im Gegenzug müsse RWE dafür aber etwas Besseres bekommen. Innogy habe für 2016 immerhin eine Dividendensumme von 680 Millionen Euro an den Mutterkonzern gezahlt

Der Manager betonte jedoch: „So kann es Sinn machen, auf längere Sicht ein breiter gestreutes Finanzportfolio aufzubauen mit ähnlicher Renditeerwartung, als nur auf eine Gesellschaft zu setzen, was ein vernünftiger Rentenfonds auch machen würde.“ Ein Rentenfonds setze auch nicht nur auf eine Beteiligung.

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Innogy gilt wie die frühere Eon-Tochter Uniper als Übernahmekandidat. Zu den Geschäften des größten deutschen Versorgers gehören neben dem Ökostrom auch die Strom- und Gasnetze und der Vertrieb. Im Vertriebsgeschäft kämpft Innogy allerdings mit Verlusten in Großbritannien. Nach einem Kundenschwund und Abrechnungsproblemen schrieb die britische Tochter Npower 2016 einen operativen Verlust (bereinigtes Ebit) von 109 Millionen Euro. Auch 2017 drohe ein Verlust, bekräftigte Innogy-Chef Terium vor Journalisten in Berlin. „Wir werden 2017 unter der Null sein.“ 2019 wolle Npower wieder operativ Geld verdienen und schwarze Zahlen schreiben.

Von

rtr

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