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28.11.2013

06:29 Uhr

Energiekonzern

Eon will Italien-Geschäft verkaufen

ExklusivEon ist der fünftgrößte Stromerzeuger in Italien, doch richtig Spaß macht das Geschäft dem Konzern nicht mehr. Die Pläne sind zwar noch nicht gediehen, aber der Beschluss steht fest: Die Tochter soll verkauft werden.

Eon-Chef Johannes Teyssen auf der Hauptversammlung im Mai: Der Konzern muss sich mit der Energiewende arragnieren. dpa

Eon-Chef Johannes Teyssen auf der Hauptversammlung im Mai: Der Konzern muss sich mit der Energiewende arragnieren.

DüsseldorfEon will sich weitgehend aus dem italienischen Markt zurückziehen. Die Tochter Eon Italia werde verkauft, erfuhr das Handelsblatt (Donnerstagausgabe hier als ePaper) aus Konzernkreisen. Die Pläne seien zwar noch in einem frühen Stadium, die Entscheidung aber gefallen – und der Konzern werde sich schon bald auf die Suche nach Käufern machen. Ein Eon-Sprecher wollte das zwar nicht bestätigen. Er sagte aber, der Konzern prüfe „ständig strategische Optionen für sein Portfolio – und das schließt Italien ein“. In Branchenkreisen wird der potenzielle Kaufpreis auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt.

Eon Italia gehört mit einer Kapazität von 6,1 Gigawatt zu den fünf größten Stromerzeugern des Landes. Neben Kohle-, Gas- und Ölkraftwerken gehören dazu auch Wasserkraftwerke, Wind- und Photovoltaikanlagen. Die Tochter versorgt zudem knapp eine Million Kunden direkt und beschäftigt mehr als 1 000 Mitarbeiter. Teyssens Vorgänger Wulf Bernotat war 2007 noch groß in Italien eingestiegen und hatte ehrgeizige Wachstumspläne. Inzwischen leidet Eon dort aber unter einer schwachen Nachfrage und hohen Steuern.

Was der Koalitionsvertrag der Energiebranche bringt

Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

Bis Ostern, Verabschiedung durch Bundestag und Bundesrat bis Sommer 2014. Bis zum Jahr 2035 wird ein Ökostromanteil von 55 bis 60 Prozent angestrebt. Die Union hatte zuvor auf 50 bis 55 Prozent bis 2030 plädiert, die SPD hatte 75 Prozent als Ziel für 2030 genannt.

Windkraft

Das bis 2017 befristete Modell mit einer Anfangsvergütung von 19 Cent je Kilowattstunde über einen Zeitraum von acht Jahren soll um zwei Jahre bis Ende 2019 verlängert werden, um das Ziel von 6500 Megawatt bis 2020 zu schaffen. Bis 2030 wird das Ausbauziel auf 15 000 Megawatt begrenzt. Bei Windrädern an Land werden Fördersätze gesenkt, effiziente Standorte bevorzugt.

Abstandsflächen

Die Länder sollen bestimmte Mindestabstände im Baugesetzbuch zwischen Wohngebieten und Windrädern festlegen können. Das könnte letztlich bis zu zwei Kilometer Abstand bedeuten.

Kostenbremse

Für bereits angeschlossene Wind-, Biomasse- und Solaranlagen gilt Bestandsschutz. Sie bekommen weiter 20 Jahre lang feste Vergütungen für ihren Strom. Bei neuen Anlagen wird gekürzt.

Industrie-Rabatte

Die umstrittenen Ausnahmen für stromintensive Unternehmen bei der EEG-Umlage sollen fortgeführt und europarechtlich wasserdicht gemacht werden.

Strommarkt

Konventionelle Kraftwerke mit Kohle und Gas seien „auf absehbare Zeit unverzichtbar“. Die Betreiber könnten Subventionen erhalten, um derzeit unrentable Anlagen am Netz zu halten. Dazu heißt es: „Es ist mittelfristig ein Kapazitätsmechanismus zu entwickeln (...).“

Atomausstieg 2022

Daran wird nicht gerüttelt. Neue bundesweite Endlagersuche, eine Kommission erstellt zunächst die Grundlagen. Der Rechtsstreit zwischen Bund und Land Niedersachsen um den alten Standort Gorleben soll einvernehmlich geklärt werden.

Fracking

Die unkonventionelle Gasförderung soll in Deutschland vorerst nicht genehmigt werden. Die Risiken der Technik sollen geprüft werden.

Klimaschutz

Union und SPD bekennen sich zum Ziel von 40 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis 2020 (im Vergleich zu 1990). In der EU will die Koalition sich für ehrgeizigere Ziele bis 2030 einsetzen, ein fester Zielwert fehlt.

Energie-Effizienz

Bis 2020 soll der Stromverbrauch weiter um zehn Prozent gesenkt werden. Geplant sind Förderprogramme, etwa mehr Geld für die Gebäudesanierung.

Von

juf

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