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30.05.2015

11:50 Uhr

Energiekonzern

RWE fürchtet weitere Gewinneinbußen

Das kriselnde Stromgeschäft hinterlässt auch beim Energiekonzern RWE seine Spuren. Finanzchef Günther rechnet mit Gewinneinbußen. Weitere Kraftwerke stehen auf der Kippe. Ein Liquiditätsproblem habe RWE aber nicht.

RWE machen wie E.ON und zahlreichen Stadtwerken die sinkenden Strom-Großhandelspreise zu schaffen. dpa

RWE-Braunkohlekraftwerk

RWE machen wie E.ON und zahlreichen Stadtwerken die sinkenden Strom-Großhandelspreise zu schaffen.

DüsseldorfRWE rechnet mit einem weiteren Gewinnrückgang im kriselnden Stromgeschäft. „Wenn die Strompreise und die Regulierung so bleiben wie bisher, dann wird unser Ergebnis in der Stromerzeugung nicht nur 2015, sondern auch 2016 noch einmal weiter bergab gehen“, sagte Finanzchef Bernhard Günther in einem am Samstag veröffentlichten Interview der „Börsen-Zeitung“. Es könne auch sein, dass der Energiekonzern erneut Kraftwerke stilllege. „Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Kraftwerksblöcke, die ebenfalls langfristig auf der Kippe stehen.“

RWE machen wie Eon und zahlreichen Stadtwerken die sinkenden Strom-Großhandelspreise zu schaffen. Diese sind durch den Ausbau des Ökostroms und der Überkapazitäten an Kraftwerken auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen.

Günther wollte in dem Interview nicht ausschließen, den Finanzmarkt noch einmal anzuzapfen. „Eine Kapitalerhöhung wäre für uns aber die letzte Option in einer Rangordnung von Maßnahmen, eine Art Ultima Ratio.“ RWE konzentriere sich derzeit auf Kostensenkungen, Effizienzsteigerungen und Verkäufe. Aus Liquiditätsgründen wäre eine Kapitalerhöhung derzeit nicht nötig.

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Gleichzeitig zeigt sich Günther offen für Gespräche über die Gründung einer Stiftung zur Verschrottung der Atomkraftwerke in Deutschland. Für eine solche Lösung müsse es aber eine „Balance von Geben und Nehmen auf beiden Seiten“ geben, sagte der Finanzchef. RWE sei jederzeit zu Gesprächen mit der Politik über die Abwicklung der Kernenergie bereit. Das Bundeswirtschaftsministerium prüft derzeit, ob die Rückstellungen der AKW-Betreiber RWE, Eon, ENBW und Vattenfall in Höhe von rund 38 Milliarden Euro in eine Stiftung ausgelagert werden sollten, damit die Kosten nicht beim Steuerzahler landen.

RWE-Finanzchef Günther versicherte, dass die eigenen Rückstellungen in Höhe von gut zehn Milliarden Euro gesichert seien. „Finanzanlagen und das operative Geschäft bieten die Sicherheit, dass wir künftig die Rückstellungen bedienen können.“ RWE habe kein Liquiditätsproblem. Es sei auch falsch, die Rückstellungen und den Börsenwert von RWE einfach gegenüberzustellen und daraus zu folgern, dass die Verpflichtungen kaum bedient werden könnten. „Denn die 13 Milliarden Euro sind der Marktwert des RWE-Eigenkapitals, der nach Bedienung aller Verbindlichkeiten, und dazu gehören auch die Rückstellungen, verbleibt.“

Von

rtr

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