Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.04.2017

14:05 Uhr

Energiekonzern

RWE will zwei Milliarden Euro von Deutschland

Der deutsche Energieversorger RWE will in der Zukunft weiter wachsen und prüft aktuell mögliche Übernahmen. Gleichzeitig fordert RWE zwei Milliarden Euro, um die Versorgung mit Strom auch weiterhin zu sichern.

Die RWE zählt in Deutschland zu den größten Energieversorgern. Reuters

RWE

Die RWE zählt in Deutschland zu den größten Energieversorgern.

DüsseldorfRWE will durch Zukäufe und eine Reform des Strommarktes wachsen. „Wir schauen uns an, wo wir vielleicht punktuell Zukäufe tätigen können. Dabei interessieren uns Kraftwerke ebenso wie große Batteriespeicher“, sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Wir prüfen Möglichkeiten, wenn sie sich bieten, und zwar opportunistisch, in Ländern, in denen wir aktiv sind: Deutschland, Großbritannien, Benelux. Grundsätzlich sind alle Regionen interessant, in denen Strom besonders knapp wird.“

Für eine mögliche Übernahme der Konkurrenten Uniper und Steag winkte er jedoch ab: „Ich glaube nicht, dass Steag passt. Ohnehin müssen sich potenzielle Zukäufe daran messen lassen, ob sie mindestens die Rendite bringen wie unsere Tochter Innogy“, betonte Schmitz. Und zu Spekulationen um eine Uniper-Übernahme sagte er: „Wir kommentieren keine Spekulationen. Grundsätzlich kann man sich fragen: Was sollte RWE mit schwedischen Atomkraftwerken oder russischen Kohlekraftwerken, die zu Uniper gehören?“

Auslandsexpansion: RWE-Abspaltung Innogy drängt in neue Märkte

Auslandsexpansion

Premium RWE-Abspaltung Innogy drängt in neue Märkte

Vertriebschef Herrmann prüft die Expansion im Ausland. Priorität hat der Ausbau dort, wo Innogy heute nur bei einem der Sektoren Strom und Gas stark ist. Auch der Billigtochter Eprimo könnte eine wichtige Rolle zukommen.

Zugleich setzt Schmitz darauf, dass die neue Bundesregierung Stromkunden auch für die Bereitstellung von Kraftwerken zahlen lässt. „Bis 2022 werden alle Kernkraftwerke abgeschaltet und über 70 weitere Kraftwerke stillgelegt. Damit fallen in Deutschland mehr als 30 von 107 Gigawatt Kapazität weg. Um künftig Ausfälle zu verhindern, brauchen wir ein verändertes Marktdesign.“ Schmitz erwartet, dass ein solcher Kapazitätsmarkt insgesamt zwei Milliarden kostet: „Wir gehen davon aus, dass ein Kapazitätsmarkt für Deutschland zwei Milliarden Euro pro Jahr kosten könnte. Das ergibt sich aus den Erfahrungen in Großbritannien.“ Zwei Milliarden seien nicht viel angesichts von 25 Milliarden Euro Ökostrom-Förderung.

Von

ots

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×