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20.11.2014

16:54 Uhr

Energiekonzern

Schadenersatzklage gegen RWE zugelassen

Der Energiekonzern RWE und sein früherer Vorstandschef Jürgen Großmann werden auf Schadenersatz verklagt. Kläger ist ein russischer Unternehmer, der sich auf Vorverträge und persönliche Zusagen beruft.

RWE und sein ehemaliger Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann werden verklagt. dpa

RWE und sein ehemaliger Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann werden verklagt.

DüsseldorfDas Landgericht Essen hat die millionenschwere Schadenersatzklage eines russischen Unternehmers gegen den Energiekonzern RWE und seinen früheren Vorstandschef Jürgen Großmann zugelassen. Der Auftakt der Verhandlung sei am 12. Februar 2015, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des „manager magazins“. Die Forderungen summierten sich auf knapp 700 Millionen Euro. Bei RWE war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Rustenburg Co Ltd, eine Tochterfirma des russischen Sintez-Konzerns des Unternehmers Leonid Lebedew, hatte im Mai 2012 Klage beim Landgericht Essen eingereicht. Insgesamt wurde damals die Schadenersatzsumme in dem Schriftsatz mit 674.958.839,61 Euro beziffert. Zum Inhalt der Klage (Aktenzeichen 12 037/12) wurden seinerzeit keine Angaben gemacht.

Wieviel Erneuerbare die Energieversorger haben

RWE

Laut einer Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Ende Februar 2014 veröffentlichte, hat von RWE in Europa produzierter Strom einen Anteil von Wasserkraft von 2 Prozent und einen Anteil von anderen Erneuerbaren Energien von weiteren zwei Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich erzeugte Strommenge, nicht auf die Kapazitäten.

Eon

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon produziert insgesamt drei Prozent seines in Europa hergestellten Stroms aus Erneuerbaren Energien inklusive Windkraft und steht damit im Vergleich schlechter da als Konkurrent RWE.

Vattenfall

Der schwedische Konkurrent Vattenfall produzierte insgesamt vier Prozent seines Stroms in Europa mithilfe regenerativer Energiequellen.

EnBW

EnBW steht im Vergleich der großen vier Energieversorger in Deutschland am schlechtesten da. Das Unternehmen gewinnt nur insgesamt zwei Prozent seines Stroms europaweit aus erneuerbaren Quellen.

Medienberichten zufolge soll Sintez-Eigner Lebedew bei mehreren Banken einen Milliardenkredit aufgenommen haben, um RWE 2008 beim damals geplanten Einstieg in den russischen Strommarkt behilflich zu sein. Der russische Energieriese RAO UES habe seinerzeit 45 Prozent seines nordrussischen Geschäfts mit sieben Millionen Kunden an RWE verkaufen wollen. Bedingung sei gewesen, dass RWE mit Sintez ein Gemeinschaftsunternehmen gründet. Lebedew beruft sich nach Angaben von Vermittlern auf Vorverträge und persönliche Zusagen von RWE und Großmann. Großmann habe zum Schaden der Russen jedoch später einen Rückzieher gemacht.

Sintez hatte bereits vor Jahren bei einem Gericht in London eine Klage gegen RWE eingereicht. Damals hatten die Russen RWE auf die Zahlung von 1,4 Milliarden Dollar (etwa 1,1 Milliarden Euro) verklagt. Offenbar handelt es sich um denselben Vorfall. Auch damals warf Sintez RWE vor, Zusagen nicht eingehalten zu haben. Der Essener Konzern hatte eine Vereinbarung mit Sintez geschlossen, wonach die Unternehmen im Verbund die Mehrheit an dem russischen Versorger TGK-2 übernehmen wollten. Eigentümer von TGK-2 war RAO UES. Zu dem Paket von TGK-2 gehörten 16 Kraftwerke im Nordwesten Russlands, die etwa sieben Millionen Kunden mit Wärme und Strom versorgten. RWE hatte später die Pläne mit der Begründung aufgegeben, dass der Preis zu hoch sei.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

20.11.2014, 17:14 Uhr

Der Schaden wurde wohl eher dadurch verursacht, daß Frau Merkel der RWE - wie auch anderen - die KKW abschaltete.

Damit konnte niemand rechnen, zumal die Rechtsgrundlage dafür fehlte. So sind Merkels Übeltaten in mittlerweile Billionen zu beziffern.

Die deutschen KKW-Betreiber haben erstinstanzlich ihre zig-Milliarden-Klagen bereits gewonnen.

Rechtskräftig werden die kaum bezifferbaren Schäden von Frau Merkel erst, wenn sie schon die von uns ausgesetzte fette Pension verfüttert - und ein paar Bücher über ihre Gloire hat schreiben lassen.

Herr Peter Spiegel

20.11.2014, 17:23 Uhr

Gegen diese Frau verblassen alle Vorgänger.

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