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05.10.2016

12:43 Uhr

Energieprognose Exxon

Gas auf der Überholspur

VonRegine Palm

Der amerikanische Energiekonzern Exxon blickt weit in die Zukunft. Trotz Elektroauto-Offensive: Auch im Jahr 2040 werden Mineralöl und Erdgas in Deutschland unverzichtbar sein. Das gilt vor allem an den Tankstellen.

Das Heizkraftwerk Linden in Hannover wird mit Erdgas befeuert. Bis 2030 soll der Rohstoff das Öl als Energieträger Nummer eins in Deutschland ablösen. dpa

Erdgaskraftwerk in Hannover

Das Heizkraftwerk Linden in Hannover wird mit Erdgas befeuert. Bis 2030 soll der Rohstoff das Öl als Energieträger Nummer eins in Deutschland ablösen.

DüsseldorfOhne Mineralöl und Erdgas geht es auch im Jahr 2040 nicht: Zusammen werden die beiden Energieträger in Deutschland dann immer noch über 60 Prozent zum Energiemix beitragen, prognostiziert der amerikanische Energiekonzern Exxon Mobil. Allerdings werden Öl und Gas die Favoritenrolle tauschen; nach 2030 wird Erdgas der Energieträger Nummer eins sein. Mit einer Ausnahme: „Öl bleibt im Verkehrssektor auch zukünftig die (an-)treibende Kraft“, heißt es in der Exxon-Langzeitprognose, die dem Handelsblatt vorliegt.

Zwar ist der Elektroantrieb im Automobilsektor zurzeit in aller Munde, doch wird er sich nicht so schnell flächendeckend durchsetzen. Bisher wächst das Kaufinteresse der Autofahrer in Deutschland nur langsam. Laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) waren bis Ende September erst 4450 Anträge für eine Kaufprämie eingegangen. „Die Kaufprämie ist ein Flop”, hat schon Anfang August der Professor für Automobilwirtschaft, Ferdinand Dudenhöffer, geurteilt. Vor diesem Hintergrund ist auch die Erwartung von Exxon nicht überraschend. „Zwei Drittel aller Pkw werden 2040 mit Benzin oder Diesel betankt“, lautete die Prognose. Zudem werde der Güterverkehr in Deutschland auf der Straße um 35 Prozent zunehmen – Transitfahrten eingeschlossen.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Dennoch sieht auch Exxon erhebliche Veränderungen für das Tankstellengeschäft. „2040 fahren wir mit einer Tankfüllung fast doppelt so weit wie heute“, prognostiziert der Konzern, der hierzulande die Tankstellenkette Esso betreibt. „Es ist ein rückläufiger Markt, in dem Öl aber sehr wichtig bleibt“, erklärt Klaus Torp, der bei Exxon Mobil für die deutsche Energieprognose verantwortlich ist. „Wir sind schon schlank im Tankstellengeschäft aufgestellt“, unterstreicht Esso in Hamburg. Insgesamt betreibt der Konzern mehr als 1000 der rund 14.500 Tankstellen in Deutschland und ist damit die Nummer vier.

Schon heute verbrauchen die modernen Autos deutlich weniger Sprit als noch vor einigen Jahren. Das ursprüngliche Geschäft der Tankstellen steht daher massiv unter Druck. Die Betreiber der Stationen setzen im Gegenzug auf ein breiteres Angebot, etwa Wasserstoff oder Gas und forcieren vor allem ihre Zusatzgeschäfte. Vom Radverleih bis zum Friseur ist an den Tankstellen fast alles zu finden. Beim Marktführer Aral etwa kommen rund 60 Prozent des Umsatzes schon heute aus dem Shopgeschäft. Beim Zweitplatzierten Shell kaufen eigenen Angaben zufolge „nur 35 Prozent der Kunden ausschließlich Treibstoff“.

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