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07.06.2013

13:59 Uhr

Energieriese hofft auf viel Geld

Urteil im RWE-Gasstreit in den nächsten Tagen

Einigen konnten sich RWE und Gazprom im Streit um Kompensationszahlungen zwar nicht. Jetzt soll jedoch ein Schiedsgericht in den nächsten Tagen sein Urteil fällen. Es geht um einen dreistelligen Millionenbetrag.

Hatte auf eine Lösung des Gasstreits in der ersten Jahreshälfte gehofft: Peter Terium, Chef des Energieversorgers RWE. Reuters, Sascha Rheker

Hatte auf eine Lösung des Gasstreits in der ersten Jahreshälfte gehofft: Peter Terium, Chef des Energieversorgers RWE.

Essen/DüsseldorfEs ist ein Lichtblick für den angeschlagenen Energieversorger RWE, wenn auch einer mit Schattenseiten: Im Streit mit dem russischen Staatskonzern Gazprom ist eine Lösung in Sicht. Zwar habe es in den Verhandlungen keine gütliche Einigung mit den Russen gegeben, sagte am Freitag eine mit den Gesprächen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Nun entscheide aber ein Schiedsgericht. Ein Gazprom-Sprecher erklärte, dass das Gericht in Wien bereits in wenigen Tagen ein Urteil veröffentlichen könnte.

RWE lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Der Konzern hatte erklärt, mit einer „substanziellen Summe“ zu rechnen. Analysten gehen von einem dreistelligen Millionenbetrag aus. „Bei der Kompensation von Gazprom geht es also nicht um Kleingeld, sondern um eine substanzielle Summe, die wir erwarten könne“, hatte RWE- Finanzvorstand Bernhard Günther bereits im Februar gesagt.


RWE-Chef Peter Terium hatte eine Lösung des Streits in der ersten Jahreshälfte in Aussicht gestellt. Der Konzern hatte auf Kompensationszahlungen rückwirkend zum Frühjahr 2010 gepocht. Der Essener Versorger muss nach eigenen Angaben in den langfristig vereinbarten Verträgen an Gazprom mehr für seinen Gasbezug bezahlen als er von seinen eigenen Kunden erhält.

Wegen des Überangebots von Gas in Europa sind die Spotmarktpreise in den vergangenen Jahren deutlich gefallen. RWE dringt aber nicht nur auf eine Kompensationszahlung für vergangene Lieferungen aus Russland, sondern auch auf eine Änderung der Verträge, um auch künftig nicht zu viel zu berappen.
Eigentlich hatten sich beide Seiten in den schon länger laufenden Verhandlungen untereinander einigen wollen. RWE hatte aber stets erklärt, notfalls das Schiedsgericht in Wien entscheiden zu lassen. „Es hat keine gütliche Einigung gegeben“, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person nun. Die Entscheidung des Gerichts könne in wenigen Tagen oder aber in zwei oder drei Wochen vorliegen, erklärte Gazprom. Das Gericht wollte sich dazu nicht äußern.

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