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01.03.2013

11:55 Uhr

Energieversorger

EnBW rappelt sich nur langsam auf

VonDana Heide

Die Jahreszahlen des drittgrößten deutschen Energieversorgers EnBW sind ernüchternd. Das Unternehmen treibt sein Sparprogramm zwar voran. Doch Konzernchef Frank Mastiaux macht wenig Hoffnung auf Besserung.

Es liegen schwierige Zeiten vor ihm: EnBW-Chef Frank Mastiaux am Freitag bei der Vorlage der Jahreszahlen des Konzerns. dpa

Es liegen schwierige Zeiten vor ihm: EnBW-Chef Frank Mastiaux am Freitag bei der Vorlage der Jahreszahlen des Konzerns.

DüsseldorfDie EnBW kommt nach der vorgezogenen Abkehr von der Atomkraft nur langsam wieder in den Tritt. „Das zurückliegende Geschäftsjahr war nicht leicht“, sagte EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer am Freitag bei der Vorlage der Jahreszahlen von Deutschlands drittgrößtem Energieversorger. Der bereinigte Konzernüberschuss stieg nur sehr zaghaft um 0,7 Prozent von 648 Millionen auf 652 Millionen Euro. Wie erwartet worden war, ging das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Adjusted EBITDA) um 4,3 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zurück.

Wie auch die Konkurrenten Eon und RWE versucht das Unternehmen derzeit, seine Kosten zu drücken. Bereits im Oktober hatte Konzernchef Frank Mastiaux ein umfassendes Sparprogramm aufgelegt, im Zuge dessen er sich von zahlreichen Beteiligungen trennen will. Insgesamt will er so bis 2015 1,5 Milliarden Euro sparen. Rund 500 Millionen Euro wurden bereits durch den Verkauf von Anteilen an der Energiedienst Holding Ende 2011 und den Verkauf der polnischen Aktivitäten Anfang 2012 eingenommen. Die noch fehlende Milliarde will der Energieversorger bis 2015 einsparen.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Konzernchef Mastiaux, der das Unternehmen hin zur Produktion von mehr regenerativer Energie führen will, machte wenig Hoffnung darauf, dass dieses Jahr leichter wird. „Die Bilanz für 2012 zeigt, dass das traditionelle Geschäftsmodell der EnBW unverändert erheblich unter Druck ist“, sagte er. Dies habe „strukturelle Ursachen“ und sei daher nicht nur vorübergehend. „Auch in den kommenden Jahren werden wir diese negativen Auswirkungen noch deutlich sehen, da wir nicht davon ausgehen können, dass sich der Markt vom heutigen Niveau betrachtet, substanziell erholen wird“.

Die Energieversorger haben nicht nur mit den durch die Energiewende veränderten Marktbedingungen zu kämpfen, sondern auch mit dem gestiegenen Wettbewerb. Das zeigt sich auch bei der EnBW. So ist der Rückgang im bereinigten EBITDA vor allem auf den Bereich Stromerzeugung und -handel zurückzuführen.

Das Ergebnis sank dort um 18 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr ging der Stromabsatz im Geschäft mit Privat- sowie Industriekunden und Weiterverteilern um 12,8 Prozent auf 135 Milliarden Kilowattstunden zurück. Der Rückgang im Stromhandel sei zum einen zwar auf die Abschaltung von zwei Atomkraftwerken, jedoch auch auf den „intensiven Wettbewerb“ zurückzuführen, hieß es vom Unternehmen.

„Für mich heißt das, dass wir die EnBW konsequent neu am Markt und Kunden ausrichten müssen – strukturell, auf der Effizienzseite und strategisch“, sagte Mastiaux. Bereits im Februar hatte er angekündigt, dass sich die EnBW weg vom reinen Stromverkäufer und hin zum Berater und Dienstleister entwickeln will.


Kommentare (5)

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HofmannM

01.03.2013, 12:53 Uhr

Die haben ALLE mit dem perfiden und gierigen Erneuerbaren Energie Gesetz einer ökosozialistischen Politik zu kämpfen!
Der freie Markt der wirtschaftlichen Vernunft und des technischen Verstand hat KEINEN Platz für die zwangssubventionierten und uns Bürger aufdiktierten Erneuerbaren Energien!!!
Die Energiewende ist und bleibt das Glaubensbekenntnis eines ideologischen Ethikrat ohne wirtschaftliche und technische Substanz! ZUM SCHADEN DES GESAMTEN DEUTSCHEN VOLK!!!!

Kenner

01.03.2013, 13:16 Uhr

Amen.

KF1

01.03.2013, 15:04 Uhr

Ich fühl mich nicht geschädigt!

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