Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.04.2015

15:56 Uhr

Energieversorger

Eon-Betriebsrat gegen Gabriels Klimapläne

Die Betriebsratschefs großer Energiekonzerne haben die Pläne Sigmar Gabriels zur Verschärfung der Klimaschutzregeln hart kritisiert: Sie träfen „einseitig nur unsere Unternehmen und Arbeitsplätze“.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat mit einem Brief bei den Betriebsratschefs um Verständnis geworben. AFP

Everybody's Darling?

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat mit einem Brief bei den Betriebsratschefs um Verständnis geworben.

DüsseldorfDie Arbeitnehmervertreter der großen Energiekonzerne haben sich deutlich gegen die geplante Verschärfung der Klimaschutzregeln für ältere Kohle- und Gaskraftwerke ausgesprochen. „Dass wir Ihr nationales Klimaschutzinstrument, das einseitig nur unsere Unternehmen und Arbeitsplätze trifft, im Interesse unserer Kolleginnen und Kollegen ablehnen müssen, ist klar“, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief der Konzernbetriebsratschefs von E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Die Pläne, von denen sie aus den Medien erfahren hätten, ermöglichten keinen sozialverträglichen Strukturwandel. „Hier geht es um Strukturbrüche.“

Die Bundesregierung nimmt die älteren Meiler mit zusätzlichen Belastungen ins Visier, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Danach soll der Ausstoß klimaschädlichen Kohlendioxids bis 2020 gegenüber 1990 um 40 Prozent gesenkt werden. Die ohnehin von der Energiewende getroffenen Versorger befürchten den Verlust Zehntausender Arbeitsplätze. Viele weitere Kraftwerke müssten sofort stillgelegt werden, schrieben sie an Gabriel.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

„Doch damit nicht genug: Die den Kraftwerken vorgelagerten Betriebe, wie etwa Tagebaue, wären so stark eingeschränkt, dass auch hier ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich wäre. Sofortige Schließungen wären die Folge.“

Gabriel hatte am Mittwoch in einem Brief an die Betriebsratschefs um Verständnis geworben. Eine zusätzliche Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes der Stromerzeuger um 22 Millionen Tonnen auf 290 Millionen Tonnen bis 2020 sei alles andere als ein Ausstieg aus der Kohle, schrieb er. Er sei offen für Verbesserungsvorschläge, mit denen das Ziel auch erreicht werde. Die Betriebsräte und Gewerkschaften erklärten, jederzeit für Gespräche zur Verfügung zu stehen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×