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13.03.2013

10:34 Uhr

Energieversorger

Eon macht wieder ein Plus

VonDana Heide

Der Düsseldorfer Energieversorger Eon kommt langsam aus der Krise – im vergangenen Geschäftsjahr schrieb der Konzern wieder schwarze Zahlen. Der Ausblick für 2013 ist allerdings verhalten.

Eon muss sparen – der Energiekonzern hat 2012 tausende Stellen gestrichen. dpa

Eon muss sparen – der Energiekonzern hat 2012 tausende Stellen gestrichen.

DüsseldorfBei Eon geht es langsam wieder aufwärts. Der Energiekonzern erzielte im vergangenen Jahr einen Konzernüberschuss von 2,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch bei der Vorlage seines Geschäftsberichtes mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatten die Düsseldorfer mit einem dicken Minus abgeschlossen. Anders als etwa der Essener Konkurrent RWE konnte das Unternehmen zudem seinen Strom- und Gasabsatz leicht steigern, so dass der Umsatz insgesamt um 17 Prozent zulegte.

Auch die Investitionen des Konzerns stiegen leicht um 7 Prozent auf rund 7 Milliarden Euro, mehr als 25 Prozent investierte Eon in den Ausbau seiner erneuerbaren Energien. Seine Schulden konnte der Konzern jedoch nur sehr leicht senken. Während die wirtschaftliche Nettoverschuldung im Jahr 2011 noch rund 36,4 Milliarden Euro betrug, lag sie im vergangenen Jahr bei 35,9 Milliarden Euro.

Fragen zum Netzausbau

Wie groß ist der Ausbaubedarf?

Der von den Netzbetreibern vorgestellte Entwicklungsplan sieht bis 2022 insgesamt 3.800 Kilometer neue Stromtrassen vor, dazu den Ausbau von 4.400 Kilometern bereits bestehender Leitungen. Das soll rund 20 Milliarden Euro kosten.

Um welche Leitungen geht es?

Es gibt zwei Arten von Stromleitungen: Übertragungsnetze und Verteilnetze. Das Übertragungsnetz verhält sich zum Verteilernetz in etwa so wie eine Autobahn zu einer Landstraße oder innerstädtischen Straße. Beim Ausbau der Netze geht es vor allem um die Übertragungsnetze, die den Strom etwa vom windreichen Norden in den Rest der Republik transportieren sollen.

Das Übertragungsnetz

Das Übertragungsnetz in Deutschland ist rund 35.000 km lang und wird von den vier Übertragungsnetzbetreibern Tennet, 50Hertz, Amprion und Transnet BW betrieben.

Das Verteilnetz

Das Verteilnetz in Deutschland ist hingegen rund 1,7 Millionen Kilometer lang und wird von etwa 900 Unternehmen, darunter viele Stadtwerke, betrieben.

Wer bezahlt den Ausbau?

In letzter Instanz zahlt der Stromverbraucher über eine Umlage auf den Strompreis den Netzausbau. Diese Umlage nennt sich Netzentgelt, also eine Gebühr dafür, dass der Strom der Verbraucher über die Leitungen der Netzbetreiber geschickt werden darf. Die Gebühr macht derzeit 23 Prozent des Strompreises aus.

Über diese Umlage finanziert der Staat den Netzausbau: Die Netzbetreiber erhalten von der Bundesnetzagentur auf ihre Investitionskosten 9,5 Prozent Eigenkapitalverzinsung garantiert. Sie müssen lediglich dafür sorgen, das nötige Kapital für den Ausbau aufzutreiben.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen legte im Jahr 2012 um 16 Prozent auf  10,8 Milliarden Euro zu. Das lag jedoch vor allem daran, dass das Ergebnis im Vorjahr stark belastet war durch den Ausstieg aus der Kernenergie. Zudem konnte Eon mit seinen Gaslieferanten bessere Konditionen vereinbaren.

Nachdem das Unternehmen inzwischen bereits rund 17 Milliarden Euro durch den Verkauf von Geschäftsteilen eingenommen hat, kündigte der Vorstand am Mittwoch weitere Schritte an. So sollen bis spätestens 2014 die Regionalversorger Eon Westfalen Weser und Eon Mitte einen neuen Eigentümer bekommen. Zudem will Eon seine Anteile am britischen Urananreicherungsunternehmen Urenco verkaufen. Die drei Verkäufe sollen den Düsseldorfern weitere zwei Milliarden Euro in die Kassen spülen.

Energieversorger: Eon-Vorstand unter Strom

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Für den Ausblick zeigt sich der Konzern weiterhin verhalten. Bereits im November hatte Eon seine Prognose des EBITDA für 2013 runtergeschraubt auf 9,2 bis 9,8 Milliarden Euro. Diese Zahl bestätigte der Konzern am Mittwoch. Eon befindet sich wie auch die anderen großen Energieversorger derzeit auf drastischem Sparkurs. Das zeigt sich auch in den Mitarbeiterzahlen, die von rund 78.900 auf rund 72.100 zurückgingen.

Auch den Vorschlag für die Dividende behielt der Konzern bei. Sie soll, wie Eon bereits Ende Januar mitteilte, bei 1,10 Euro liegen und damit um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegen.

Mit Material von dpa

Kommentare (7)

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Vandalee

13.03.2013, 09:07 Uhr

Dank hoher Energiepreise, die den Endverbraucher über Gebühren schröpfen!

Während die Preise an der Börse für Strom und Gas stark rückläufig sind, werden unter dem Deckmantel der EEG-Umlagen die Energiepreise kräftig erhöht.

Von Zeit zu Zeit jammern dann Vorstände der Energieunternhemen öffentlich herum, wie schlecht es doch ihren Unternehmen gehen würde und über die ach so schrecklichen Auswirkungen der Energiewende. [...]

Die Energiepreise könnten, eine fähige Politik durch Umwelt- und Wirtschaftsministerium locker 30% niedriger sein. [...]

Es wird langsam Zeit, dass die indirekte Subventionierung der Energiekonzerne durch den Staat auf Kosten der Verbraucher schonungslos aufgedeckt wird!

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette

LaSch

13.03.2013, 10:15 Uhr

9,5% garantierte Eigenkapitalverzinsung, wofür und warum? Entweder die Leiungen werden benötigt, dann gibt es eine Nachfrage, die (egal von wem) befriedigt wird oder man brauch keine und ergo müssen keine gebaut werden.

Jemand eine Erklärung? Bin nicht so fit in diesem Bereich.

Account gelöscht!

13.03.2013, 10:24 Uhr

die großen Unternehmen werden immer gut dastehen, denn sie können legal und ohne viel Aufwand den kleinen Mann schröpfen
wenn die Kasse mal schrumpft...oder Sie schmeissen einige ihrer Lemminge raus!

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