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14.08.2014

07:48 Uhr

Energieversorger

Gewinn bei RWE fällt und fällt und...

VonDana Heide

Schlimmer geht immer: Der Essener Energiekonzern RWE legt abermals schlechte Zahlen vor. Alles geht zurück – Umsatz, Gewinn, Strom- und Gasabsatz. Unternehmenschef Peter Terium kündigt weitere Kraftwerksschließungen an.

Ratloser RWE-Chef Peter Terium: Der Trend geht weiter nach unten. dpa

Ratloser RWE-Chef Peter Terium: Der Trend geht weiter nach unten.

DüsseldorfRWE kommt nicht raus aus den schlechten Zahlen. Im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2013 sank der Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen (Ebitda) um 32 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro und das betriebliche Ergebnis um 40 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das um Sondereinflüsse bereinigte nachhaltige Nettoergebnis, das ausschlaggebend für die Berechnung der Dividende ist, ging um 62 Prozent auf 700 Millionen Euro zurück.

RWE gab zu Bedenken, dass im Zahlenwerk des ersten Halbjahres 2013 auch ein hoher Einmalertrag aus dem Schiedsurteil im Preisrevisionsverfahren mit Gazprom enthalten war. Zudem ist erstmals das Ergebnis der RWE-Tochter Dea nicht mehr im Konzernergebnis enthalten, das Upstream-Geschäft stehe zum Verkauf und werde daher rückwirkend zum 1. Januar 2014 als „nicht fortgeführte Aktivität“ erfasst.

Wieviel Erneuerbare die Energieversorger haben

RWE

Laut einer Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Ende Februar 2014 veröffentlichte, hat von RWE in Europa produzierter Strom einen Anteil von Wasserkraft von 2 Prozent und einen Anteil von anderen Erneuerbaren Energien von weiteren zwei Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich erzeugte Strommenge, nicht auf die Kapazitäten.

Eon

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon produziert insgesamt drei Prozent seines in Europa hergestellten Stroms aus Erneuerbaren Energien inklusive Windkraft und steht damit im Vergleich schlechter da als Konkurrent RWE.

Vattenfall

Der schwedische Konkurrent Vattenfall produzierte insgesamt vier Prozent seines Stroms in Europa mithilfe regenerativer Energiequellen.

EnBW

EnBW steht im Vergleich der großen vier Energieversorger in Deutschland am schlechtesten da. Das Unternehmen gewinnt nur insgesamt zwei Prozent seines Stroms europaweit aus erneuerbaren Quellen.

Dennoch: Der Trend geht weiter nach unten. Der Umsatz von RWE lag mit 25,1 Milliarden Euro satte 10 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Stromabsatz sank um 6 Prozent auf 128,4 Milliarden Kilowattstunden, der Gasabsatz aufgrund des niedrigen Heizbedarfs sogar um 22 Prozent. Auch beim Konkurrenten Eon, der am Mittwoch Halbjahreszahlen vorgelegt hatte, war der Gasabsatz eingebrochen – sogar um 24 Prozent. Beim Stromabsatz hatte der Düsseldorfer Konzern jedoch zulegen können, wenn auch nur um magere zwei Prozent.

Auch bei Eon war das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) gefallen. Es betrug im ersten Halbjahr 2013 nur noch 5 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,7), der nachhaltige Konzernüberschuss 1,5 Milliarden Euro (Vorjahr:1,9).

Kommentare (7)

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Herr Lung Wong

14.08.2014, 08:45 Uhr

Ein Land welches solch eine Regierung hat braucht keine Feinde

Herr Manfred Carter

14.08.2014, 08:57 Uhr

Nach EON die zweite Minus-Meldung eines einst erfolgreichen deutschen Energiekonzerns. Dürfen die Mitarbeiter auch hier bald plakatieren: "Danke, Frau Merkel, dass wir pleite machen durften."

Herr Peter Petersen

14.08.2014, 09:29 Uhr

RWE hatte Jahrzehnte in Saus und Braus gelebt und sich ein Dreck um notwendige interne Reformen und eine Anpassung der Unternehmensstrategie an neue Herausforderungen gekümmert. Wozu haben solche Unternehmen eigentlich höchst bezahlte "Manager"?? - Beamtenmentalität.....

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