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28.11.2014

13:35 Uhr

Energieversorger gibt Beteiligungen ab

Warum Eon nun seine Töchter verkauft

Italien, Spanien, USA – diese Woche häuften sich die Meldungen über geplante Verkäufe des Energieversorgers Eon. Die Verkaufstour hat einen einfachen Grund: Das Unternehmen hat sich mit einigen Geschäften verkalkuliert.

Er muss aufräumen, was sein Vorgänger ihm hinterlassen hat: Der Vorstandsvorsitzende von Eon, Johannes Teyssen. dpa

Er muss aufräumen, was sein Vorgänger ihm hinterlassen hat: Der Vorstandsvorsitzende von Eon, Johannes Teyssen.

FrankfurtDer hochverschuldete Energiekonzern Eon will wenige Wochen vor Ende des Geschäftsjahres mit Beteiligungsverkäufen die klammen Kassen füllen. Der Konzern verkaufte am Freitag für mehrere hundert Millionen Euro zwei Windparks in den USA. Zudem steht Insidern zufolge der Verkauf des vor Jahren teuer erworbenen Spanien-Geschäfts für bis zu 2,6 Milliarden Euro unmittelbar bevor. Eon war unter dem früheren Vorstandschef Wulf Bernotat in Südeuropa auf Einkaufstour gegangen, musste jedoch Milliardensummen auf die Beteiligungen abschreiben. Inzwischen drücken den unter der Energiewende leidenden Versorger Schulden von 31 Milliarden Euro.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte in dieser Woche berichtet, dass die Spanien-Tochter für deutlich über zwei Milliarden Euro an den Infrastrukturinvestor Macquarie verkauft werden soll. Am Freitag sagten zwei Insider, das Spanien-Geschäft solle für 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro an ein Konsortium von Macquarie und Wren House, einer Tochter des kuwaitischen Staatsfonds KIA, veräußert werden. Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor ebenfalls berichtet, das Macquarie und Wren House kurz vor der Übernahme des Spanien-Geschäfts für 2,5 Milliarden Euro stünden. Macquarie werde 60 Prozent an dem Konsortium halten, der Rest gehe an Wren House, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Eon und Macquarie lehnten eine Stellungnahme ab. KIA war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Düsseldorfer beschäftigen in Spanien rund 1200 Mitarbeiter. Der Konzern betreibt Kraftwerke und Ökostromanlagen mit einer Leistung von rund vier Gigawatt. Der Marktanteil im Stromvertrieb ist mit rund 630.000 Kunden indes überschaubar.

Kommentare (8)

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Herr Delete User Delete User

28.11.2014, 14:16 Uhr

EON wird von einem Regionalfürst aus Niedersachsen geleitet. Was in einer kleinen Klitsche verborgen bleibt, muss in den Bilanzen großer Konzerne säuberlich ausgewiesen werden!

Das Top-Management ist jahrzehntelang gewohnt auf Kosten der Steuerzahler alimentiert zu werden. Abermilliarden wurden für Atom- und Kohlekraftwerke an Subventionen eingenommen. Dem Endverbraucher wurden überteuerte Rechnungen für Strom und Gas gestellt. Dies alles mit Billigung der Politik. Eine Briefkastenfirma in Luxemburg, eine in den Niederlanden? Und schon hat man den deutschen Steuerzahler und Staat ein weiteres mal geschröpft.

Teyssen sitzt ja nicht erst seit heute im Topmamangement. Insofern trägt er mit seinem Vorgänger zusammen maßgeblich zu dem Desaster von EON bei.

Allerdings zeigt sich eins ganz klar. EONs Führungsmannschaft ist bei bröckelnden Subventionen nicht mehr in der Lage den Konzern weiter profitabel zu führen. Und es kommt noch schlechter - diese Mannschaft kann nichts! Wer sein Tafelsilber (wobei die erworbenen Beteiligungen wohl eher Zink sind) verkloppt, dem muss das Wasser bis zum Hals stehen.

Ein Signal an Mitarbeiter und Aktionäre wäre der Verzicht von zwei Jahresgehältern der gesamten Führungsmannschaft. Stattdessen sollte für 2015 und 2016 symbolisch ein Euro überwiesen werden.

Es wird Zeit, dass der Aufsichtsrat ein Zeichen setzt!

Es grüßt ein EON-Shareholder.

Frau Baur- Warendorf

28.11.2014, 14:34 Uhr

Diese Milliarden Zukäufe konnten die deutschen Energieversorger nur dadurch tätigen, weil sie im Geld schwammen.

Abgepresst von den Stromkunden. Es war das Geld der Bevölkerung, mit dem sie im Ausland auf Einkaufstour gingen und durch Unfähigkeit Milliarden in den Sand setzten.

Bei solchen Pokerspielen wünscht man sich staatliche Versorger zurück. Energie- und Verkehrswesen haben in der Hand von Privatiers nichts verloren.

Account gelöscht!

28.11.2014, 14:39 Uhr

Die größte Sobotage an der deutschen Energieversorgung ist und bleibt die grünsozialistische Energiewende mit ihrem asozialen und perfiden gegen jeden marktwirtschaftlichen Vernunft gerichtetes EEG (Erneuerbares Zwangssubventions-Abgaben Gesetz).
Die Deutsche Politik VERNICHT ihr Volksvermögen in Form eines Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Uran. Nur damit diese grünsozialistische Regierung in Berlin ihren Energiewendeplan durchziehen kann.
Energiewende/EEG/Energieeinsparung = erst kommt die Lüge, dann der Betrug dann folgt der Mangel und zum Schluss kommt die Armut/Insolvenz!
GUTE NACHT DEUTSCHLAND!!!

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