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04.07.2013

12:21 Uhr

Energieversorger

Probleme für Eon in Brasilien reißen nicht ab

VonDana Heide

Schon wieder ein Dämpfer für das Brasilien-Engagement von Eon. Eigentlich wollte der Konzern für das Auslandsprojekt Geld am Kapitalmarkt einsammeln. Nun schießt der Energiekonzern selber Geld nach.

Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns Eon: Nicht nur der deutsche Markt bereitet ihm Kopfzerbrechen. dpa

Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns Eon: Nicht nur der deutsche Markt bereitet ihm Kopfzerbrechen.

Düsseldorf Eon-Chef Johannes Teyssen hat kein Glück im Ausland. Erst begehrt wenige Monate nach dem Einstieg des Energieversorgers in der Türkei das Volk gegen die Regierung auf, und nun reißen auch in Brasilien die Probleme nicht ab. Wegen des deutlich verschlechterten Marktumfeldes werde die angekündigte Kapitalerhöhung beim brasilianischen Energieversorger MPX nicht über den Markt abgewickelt, sondern laufe mit verringertem Volumen über private Investoren, teilte Eon am Donnerstag mit.

Für 1,1 Milliarden Euro hatte der Konzern 36 Prozent an MPX erworben und ist inzwischen gleichberechtigter Partner. Die Kapitalerhöhung, an der sich das Düsseldorfer Unternehmen mit 100 Millionen Euro beteiligen wird, soll innerhalb der nächsten 40 Tage durchgeführt werden. Der Rest der insgesamt angepeilten 273 Millionen Euro soll von der brasilianischen Bank BTG kommen, die staatliche Entwicklungsbank prüft noch eine Beteiligung.

Außerdem lege der Chef und MPX-Eigner, der derzeit ebenfalls glücklose Milliardär Eike Batista, seine Ämter als Chairman und Mitglied des Board von MPX nieder. Chairman werde für eine Übergangszeit das Eon-Vorstandsmitglied Jørgen Kildahl. Das Unternehmen werde außerdem einen neuen Namen bekommen.

Es ist ein weiterer Schlag für das Brasilien-Projekt von Eon-Chef Teyssen, das von den Anlegern ohnehin äußerst kritisch betrachtet wird – nicht nur auf Grund der unsicheren politischen Situation im Land. Gemeinsam wollen MPX und Eon in den nächsten sieben Jahren Kraftwerke und Windparks mit einer Leistung von rund zehn Gigawatt Leistung bauen – das entspricht rund 15 großen Kraftwerken.

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Beim Klimaschutz verhält sich der Energiekonzern Eon zumindest im Vergleich zum Konkurrenten RWE vorbildlich. Wirtschaftlich hat das fatale Folgen. Vorstandschef Teyssen drängt daher ins Ausland – und wird kritisiert.

Der brasilianische Partner Batista sorgte in den vergangenen Monaten wegen finanzieller Probleme oft für negative Schlagzeilen. Wie der „Economist“ schreibt, sucht er derzeit auch einen Käufer für einen Teil des brasilianischen Minen-Unternehmens MMX und erwäge sogar einen Komplettverkauf.

Der Vorstoß in der Türkei und in Brasilien ist Teil der Internationalisierungs-Strategie von Eon. Wegen der Umstellung der deutschen Energieproduktion auf erneuerbare Energien haben die großen Energieversorger Eon, RWE und EnBW massive Probleme in ihrem Heimatland. Als Konsequenz will Teyssen das schwierige Geschäft in Deutschland reduzieren. „Unseren Marktanteil in Deutschland werden wir nicht halten können“, sagte er Ende April. „Wachsen wird dafür das Geschäft im Ausland“.

Erst vor wenigen Monaten hatte Eon den Zuschlag für den Vertrieb in Istanbul und in der Region Adana in der Türkei bekommen, die zweite wichtige Expansions-Region für den Energieversorger. „Auf einen Schlag“ habe das Unternehmen so „sechs Millionen neue Kunden und insgesamt neun Millionen türkische Kunden“ gewonnen, sagte Teyssen. „Mehr als wir nach Jahrzehnten in Deutschland haben.“

Im Vergleich zu Brasilien hat Eon in der Türkei mit der Unternehmensgruppe Sabanci einen solideren Partner, auch die Anleger sehen diese Investition wohlwollender.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

04.07.2013, 12:56 Uhr

Ein Put auf EON ist immer noch sehr, sehr empfehlenswert.

Kann auch noch länger gutgehen (Laufzeit/Hebel!), solange dort solche Stümper am Werke sind. Brasilien fackelt ab und die merken nichts. Jahrtausendlange Gasverträge mit Russen, als gäbe es kein Morgen etc etc.

DINO

04.07.2013, 14:43 Uhr

Es freut mich, das diese ART "Manager" diese ERGEBNISSE einfahren, nach fragwürdige Qualifikation und GIER !

Bekloppte WELT !

Nolti

04.07.2013, 15:38 Uhr

Energiewirtschaft ist ein strategisches Feld, welches immer auch von staatlichen Interessen berührt wird. Schade, dass die Deutsche Politik gewichtige Unternehmen in diesem Sektor eher demontiert und nicht unterstützt. Da bleibt diesen dann nur noch der Gang ins Risiko übrig.

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