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19.05.2017

12:03 Uhr

Energieversorger

RWE lotet offenbar Milliardendeal mit Engie aus

RWE prüft laut einem Bericht einen Milliardendeal mit Engie. Der Energieriese könnte seine Beteiligung an Innogy abgeben und würde an dem französischen Versorger beteiligt werden. Die Aktien legten daraufhin zu.

RWE könnte seine Beteiligung an der Ökostromtochter Innogy an Engie abgeben und würde laut Insidern im Gegenzug an dem französischen Versorger beteiligt. dpa

RWE-Tower

RWE könnte seine Beteiligung an der Ökostromtochter Innogy an Engie abgeben und würde laut Insidern im Gegenzug an dem französischen Versorger beteiligt.

Paris/FrankfurtDer Energiekonzern RWE prüft offenbar eine milliardenschwere Allianz mit dem französischen Versorger Engie. RWE könnte seine Beteiligung an der Ökostromtochter Innogy an Engie abgeben und würde im Gegenzug an dem französischen Versorger beteiligt, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Investmentbanker der Nachrichtenagentur Reuters. Bislang gebe es keine direkten Gespräche der Konzerne. Die Versorger spielten Szenarien mit ihren Beratern und Banken durch. RWE, Innogy und Engie lehnten eine Stellungnahme ab.

Mit einem Bündnis könnten die Konzerne eine Art Airbus der Energiebranche schmieden, worüber die Regierungen beider Länder seit Jahren immer wieder gesprochen haben. Vor der Bundestagswahl im September sei keine Vereinbarung zu erwarten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person aus französischen Regierungskreisen.

Deutschlands größte Energieversorger

Vattenfall

Umsatz 2016: 9,3 Milliarden Euro

Die hundertprozentige Tochter des staatlichen schwedischen Energiekonzerns Vattenfall AB ging 2002 aus der Fusion der HEW und der Vereinigte Energiewerke AG sowie dem Bergbauunternehmen Lausitzer Braunkohle AG hervor, zu der Anfang 2003 die Berliner Bewag hinzu kam. Vattenfall betreibt in Deutschland die Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel. Wie auch die übrigen Top-Vier-versorger in Deutschland musste der Konzern 2016 einen Umsatzrückgang hinnehmen.

EnBW

Umsatz 2016: 19,4 Milliarden Euro

Die Energie Baden-Württemberg AG erwirtschaftete noch 2010 mehr als die Hälfte ihres Gewinns aus dem Betrieb der vier konzerneigenen Kernkraftwerke Neckarwestheim eins und zwei, sowie Philippsburg eins und zwei. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima wurden die Werke Neckarwestheim eins und Philippsburg eins im Rahmen des Atom-Moratoriums 2011 stillgelegt. Der Anteil erneuerbarer Energieträger am EnBW-Energiemix soll bis 2020 von 12 auf 40 Prozent erhöht werden

Eon

Umsatz 2016: 21,8 Milliarden Euro

Der Energiekonzern Eon vollzog 2016 eine radikale Aufspaltung: Das traditionelle Energiegeschäft bestehend aus konventioneller Erzeugung (einschließlich Wasserkraft, ohne Kernenergie), globalem Energiehandel und dem Russland-Geschäft wurde in die eigenständige Gesellschaft Uniper ausgelagert. Eon will sich mit den verbliebenen Sparten erneuerbare Energien, Vertrieb und Netze komplett auf den Energiemarkt der Zukunft ausrichten.

RWE

Umsatz 2016: 25 Milliarden Euro

Den umgekehrten Weg zu Eon ging ebenfalls 2016 RWE. Der Energiekonzern überführte nicht das traditionelle, sondern das Zukunftsgeschäft in eine neu gegründete Tochtergesellschaft mit Namen Innogy und brachte diese an die Börse. Im Zuge des Atom-Moratoriums wurden 2011 die RWE-Reaktoren Biblis A und B durch die Bundesnetzagentur stillgelegt.

RWE hält knapp 77 Prozent an Innogy und hat einen Verkauf der Mehrheit nicht ausgeschlossen. Eine Veräußerung der Anteile ergebe aber nur Sinn, wenn der Konzern im Gegenzug etwas Besseres dafür erhalte, hatte Vorstandschef Rolf Martin Schmitz kürzlich gesagt.

Die Aktienkurse von RWE und Innogy legten nach dem Reuters-Bericht zu. RWE-Papiere kletterten um vier Prozent, Innogy-Aktien verteuerten sich um 5,5 Prozent. RWE setzten sich damit an die Spitze der Gewinner im Dax. Die Aktien von Engie lagen in Paris 0,6 Prozent im Plus.

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Der RWE-Anteil an einem kombinierten Unternehmen aus Engie und Innogy könnte bei rund einem Drittel liegen. Engie kommt auf einen Börsenwert von 33 Milliarden Euro. Das Innogy-Paket von RWE ist gut 14 Milliarden Euro wert. Engie-Chefin Isabelle Kocher hatte angekündigt, das Geschäft mit der Erneuerbaren Energie auszubauen. Da dies aber viele Versorger wollen, sind die Zukaufsmöglichkeiten begrenzt. Innogy ist eine der wenigen Gelegenheiten. RWE-Chef Schmitz betrachtet die Innogy-Anteile nur als Finanzbeteiligung. Diese müsse nicht auf lange Sicht so bleiben wie sie ist. „So kann es Sinn machen, auf längere Sicht ein breiter gestreutes Finanzportfolio aufzubauen mit ähnlicher Renditeerwartung, als nur auf eine Gesellschaft zu setzen, was ein vernünftiger Rentenfonds auch machen würde“, sagte er kürzlich.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Hofmann Marc

19.05.2017, 16:21 Uhr

@ H B O

so geht das nicht!

Es ist Freitags schon schlimm genug, wenn man weiß, dass am Wochenende die Kommentarfunktion gesperrt ist.
Dann will man am Freitag Vormittag mit Wehmut diese noch mal ordentlich nutzen....dann ist diese den halben Tag gesperrt....und dann auch noch so ein Wetter.....das geht mal gar nicht.

Zum Ausgleich bitte den Samstag freigeben.Danke

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