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23.04.2014

16:33 Uhr

Energieversorger

RWE will neue Geschäftsfelder erschließen

Nachdem das Stromgeschäft deutlich eingebrochen ist, sieht sich RWE nach neuen Ertragsbringern um. Der Essener Energieversorger denkt über Kooperationen in der Energietechnik nach – auch außerhalb Europas.

Der sogenannte RWE-Tower, Zentrale von RWE: Der Essener Energiekonzern denkt über Kooperationen in der Energietechnik nach. dpa

Der sogenannte RWE-Tower, Zentrale von RWE: Der Essener Energiekonzern denkt über Kooperationen in der Energietechnik nach.

EssenDer Energieversorger RWE will nach der Partnerschaft mit Google sein Geschäft zur Vernetzung von Elektrogeräten mit weiteren Bündnissen vorantreiben. „Wir können uns sehr gut vorstellen, in diesem Bereich mit weiteren Unternehmen zu kooperieren“ sagte Strategiechef Thomas Birr der Nachrichtenagentur Reuters. RWE hatte in der vergangenen Woche eine Vereinbarung mit dem US-Konzern geschlossen.

Danach vertreibt RWE in Großbritannien Heizungsregler der Google-Tochter Nest und erhält im Gegenzug einen Teil des Umsatzes. RWE gehört mit 3,6 Millionen Kunden zu den größten Versorgern in Großbritannien. Die Kooperation soll auch auf andere Länder erweitert werden. RWE sucht fieberhaft nach neuen Ertragsbringern, nachdem das Geschäft mit der Stromerzeugung eingebrochen ist.

Wieviel Erneuerbare die Energieversorger haben

RWE

Laut einer Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Ende Februar 2014 veröffentlichte, hat von RWE in Europa produzierter Strom einen Anteil von Wasserkraft von 2 Prozent und einen Anteil von anderen Erneuerbaren Energien von weiteren zwei Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich erzeugte Strommenge, nicht auf die Kapazitäten.

Eon

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon produziert insgesamt drei Prozent seines in Europa hergestellten Stroms aus Erneuerbaren Energien inklusive Windkraft und steht damit im Vergleich schlechter da als Konkurrent RWE.

Vattenfall

Der schwedische Konkurrent Vattenfall produzierte insgesamt vier Prozent seines Stroms in Europa mithilfe regenerativer Energiequellen.

EnBW

EnBW steht im Vergleich der großen vier Energieversorger in Deutschland am schlechtesten da. Das Unternehmen gewinnt nur insgesamt zwei Prozent seines Stroms europaweit aus erneuerbaren Quellen.

Der Konzern setzt dabei auf Energiedienstleistungen, die Steuerung von Elektrogeräten im Haushalt (Smart Home) und ähnliche Geschäfte. Vorstandschef Peter Terium rechnet damit, dass dieser Markt gegen Ende des Jahrzehnts ein Umsatzvolumen von 50 Milliarden Euro hat. Der Essener Versorger will über seinen Strom- und Gasvertrieb Geräte an die Kunden bringen, mit denen diese aus der Ferne die Heizung, das Licht oder die Waschmaschine steuern können.

Zu den Partnern gehören auch Philips und Bosch. RWE hat nach eigenen Angaben mehrere Hunderttausend Smart-Home-Geräte verkauft. Der Preis für diese liegt bei 30 bis über 300 Euro. Die Milliardeneinbußen in der Stromerzeugung wird der Konzern damit allerdings nicht wettmachen können.

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