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01.08.2014

13:36 Uhr

Energieversorger

Sondereffekte reißen EnBW ins Minus

EnBW ist tief in die Verlustzone gerutscht. Der Hauptgrund für die Probleme der Karlsruher sind Wertberichtigungen der Kraftwerke, die wegen gefallener Stromgroßhandelspreise weniger ertragreich sind.

EnBW-Gaskessel in Stuttgart: 735 Millionen Euro fehlen EnBW. dpa

EnBW-Gaskessel in Stuttgart: 735 Millionen Euro fehlen EnBW.

DüsseldorfDer Energieversorger EnBW hat im ersten Halbjahr deutliche Verluste erlitten, sieht sich aber beim Konzernumbau weiter auf Kurs. Bei der Vorstellung der Geschäftszahlen sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer am Freitag in Karlsruhe, das Unternehmen halte an seiner Prognose fest, dass sich der Rückgang beim Betriebsergebnis (angepasstes EBITDA) im Gesamtjahr auf fünf Prozent begrenzen lasse. „Der Blick auf das erste Halbjahr zeigt allerdings, dass wir uns dafür noch etwas ins Zeug legen müssen.“

So ging diese Kenngröße im ersten Halbjahr um 9,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zurück. Unterm Strich wies EnBW einen hohen Verlust von 735,1 Millionen Euro aus. Im ersten Halbjahr 2013 war noch ein Gewinn von 190,5 Millionen Euro erzielt worden. Der Umsatz des drittgrößten deutschen Energiekonzerns sank von Januar bis Juni leicht um 1,6 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro.

Als Grund für den hohen Fehlbetrag nannte Kusterer Wertberichtigungen auf Kraftwerke im Umfang von etwa 1,2 Milliarden Euro. „Das ist ein bilanzieller Vorgang, der keinen Einfluss auf die operative Leistung oder die Finanzkraft des Unternehmens hat“, betonte das Vorstandsmitglied. Wegen der anhaltend sinkenden Preise im Großhandel mit Strom habe sich die Ertragssituation der Kraftwerke deutlich verschlechtert: „Die Margen decken nicht mehr die Kosten.“

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Die EnBW werde sich jetzt weiter auf ihre Strategie mit Zieleinlauf im Jahr 2020 konzentrieren, sagte Kusterer. Dazu gehört der Ausbau der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Als Beispiel nannte der Manager die Breitband-Telekommunikation, die gut angelaufen sei.

Die für dieses Jahr beschlossene Sparvorgabe mit einem Volumen von 750 Millionen Euro werde erreicht, sagte Kusterer. Die auch für die nächsten Jahre geplanten Maßnahmen zur Verringerung von Kosten werden nach seinen Angaben nicht ohne Auswirkungen auf den Personalbestand bleiben. Zur Jahresmitte beschäftigte der Konzern 19 926 Mitarbeiter. Betriebsbedingte Kündigungen hat EnBW ausgeschlossen. „Wir sind mit unserer Neuausrichtung noch nicht am Ziel“, sagte Kusterer, „aber auf gutem Kurs.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Manfred Carter

01.08.2014, 10:03 Uhr

Grandioser Erfolg von Merkels Energiewende. Einer nach dem anderen unserer großen Energiekonzerne tendiert in Richtung Pleite. Aber uns bleibt ja die Hoffnung auf Fracking-Gas herübergeschifft aus USA.

Herr Klaus Ermecke

01.08.2014, 10:10 Uhr

Die gesamte Energiepolitik in Deutschland ist ein staatsverursachtes Chaos. Und die Lösung? Immer noch mehr Staat?

Unser Report "Energiepolitik im Konzeptnebel" analysiert die Hintergründe - und fordert knallharte Abhilfe.

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