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24.10.2013

16:18 Uhr

Energieversorger

Tennet und EnBW bauen 800 km lange Stromverbindung

Quer durch die Republik soll sie gehen, die Höchstspannungsleitung von Tennet und einer EnBW-Tochter. 2022 soll sie fertig sein – pünktlich zum Ausstieg aus der Atomkraft. Doch bis dahin ist noch viel zu tun.

Die Trasse ist eine von vier geplanten Höchstspannungsverbindungen von Nord nach Süd, mit der die von der Regierung eingeleitete Energiewende unterstützt werden soll. dpa

Die Trasse ist eine von vier geplanten Höchstspannungsverbindungen von Nord nach Süd, mit der die von der Regierung eingeleitete Energiewende unterstützt werden soll.

DüsseldorfDie Stromnetzbetreiber Tennet und TransnetBW wollen gemeinsam eine Höchstspannungsleitung quer durch die Republik bauen. Über die 800 Kilometer lange Verbindung soll ab 2022 Strom aus Windkraftanlagen von Schleswig-Holstein in die verbrauchsstarken Regionen Bayern und Baden-Württemberg transportiert werden, wie die Tennet und die EnBW-Tochter TransnetBW am Donnerstag mitteilten. Im selben Jahr soll Deutschland den Ausstieg aus der Kernkraft beendet haben. Die Gleichstrom-Verbindung werde die längste Strombrücke Deutschlands, so die Partner.

Die Trasse ist eine von vier geplanten Höchstspannungsverbindungen von Nord nach Süd, mit der die von der Regierung eingeleitete Energiewende unterstützt werden soll. Die Baukosten beliefen sich auf einen niedrigen einstelligen Milliarden-Euro-Betrag, sagte eine Tennet-Sprecherin.

„Mit dieser Verbindung werden wir die Hauptschlagader der Energiewende bauen, erklärte Martin Fuchs, Vorsitzender der Tennet-Geschäftsführung. Für Süddeutschland sei die Verbindung besonders wichtig für die Energieversorgung, wenn zunehmend Kohle- und Kernkraftwerke vom Netz gingen, so TransnetBW-Geschäftsführer Rainer Joswig.

Nach der Atomwende wurden vor allem Meiler im Süden abgeschaltet, im Norden steht viel Strom aus Windenergie zur Verfügung. Laut Bundesnetzagentur-Chef Jochen Homann gibt es insgesamt in Deutschland rechnerisch mehr Kraftwerke als benötigt werden, die meisten davon nördlich des Mains. „Es fehlen lediglich die Möglichkeiten, den im Norden erzeugten Strom nach Süden zu transportieren", sagte er in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Wegen der gefallenen Strom-Großhandelspreise stapeln sich bei der Netzagentur derzeit die Anträge von Energieversorgern zur Stilllegung von Kraftwerken. Derzeit wollten die Unternehmen 28 Blöcke mit einer Leistung von rund 7000 Megawatt abschalten, sagte Homann. Dies entspricht in etwa der Leistung von sieben Atomkraftwerken.

Das Projekt von Tennet und TransnetBW besteht aus zwei einzelnen Vorhaben, die Verbindungen von Wilster bei Hamburg nach Grafenrheinfeld bei Schweinfurt sowie eine Verbindung von Brunsbüttel nach Großgartach in Baden-Württemberg.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

24.10.2013, 16:52 Uhr

Ja, so eine "lange Leitung" mag ein wenig helfen.

Trotzdem: Auch der gesamtdeutsche Wind-Output schwankt sehr stark und die Sonne scheint in ganz Deutschland nachts nicht. Die zig Milliarden an jährlichen Subventionen, die wir jetzt schon für Erneuerbare Energien ausgeben, sind klein gegen die benötigten Gelder für Stromspeicher.

Wir müssen wohl endlich einsehen, dass wir dem Holzweg sind und umkehren sollten. Zumindest sollten wir nicht weitergehen, d.h. zukünftige Subventionen müssen strikt gedeckelt werden! Wir sollten auch mal schauen, was andere Industrienationen machen.


vandale

24.10.2013, 17:17 Uhr

Die Leitung mag in der Tat helfen, dass ein grösserer Anteil des wertlosen und umweltschädlichen Windstroms nutzbar wird. Insgesamt erfordert der Netzausbau auf Höchstspannungs-, Mittelspannungs- und Niederspannungsebene einer 3-stelligen Milliardensumme.

Dennoch schwankt die Windstromerzeugung Gesamtdeutschlands zwischen nahe 0 und nahe Nennleistung.
Das ist vergleichbar eines Tropfens auf den heissen Stein. Windstrom wird dadurch nicht für die Stromversorgung nutzbar.

Vandale

Account gelöscht!

24.10.2013, 19:06 Uhr

"Tennet und EnBW bauen 800 km lange Stromverbindung"

Aber nicht über meinen Garten, und nicht in der Nähe meines Hauses. Ich werde dagegen ankämpfen; ich werde mich mit den Grünen meines Ortsverbandes am Stromkabel anketten, wir werden 500 neue Richter für Verwaltungsrecht brauchen, ich werde... AusAus! Satire Aus!

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