Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.05.2016

18:08 Uhr

Energiewende

EnBW will Sparkurs verschärfen

Die großen Energieversorger in Deutschland bleiben in einer schwierigen Situation: Die Energiewende kostet Ertrag und zwingt zu hohen Investitionen. Die EnBW reagiert nun mit einem verstärkten Sparkurs.

Mit dem aktuellen Strompreis stehe der Energieversorger an der Schwelle der Wirtschaftlichkeit der gesamten Erzeugung. dpa

EnBW-Kernkraftwerk

Mit dem aktuellen Strompreis stehe der Energieversorger an der Schwelle der Wirtschaftlichkeit der gesamten Erzeugung.

KarlsruheDeutschlands drittgrößter Energieversorger EnBW muss seinen Sparkurs verschärfen. „Der Umbruch der Energiemärkte beschleunigt sich nicht nur, er erreicht eine neue Qualität“, sagte EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux auf der Hauptversammlung am Dienstag in Karlsruhe. Mit dem aktuellen Strompreis stehe das Unternehmen an der Schwelle der Wirtschaftlichkeit der gesamten Erzeugung.

Der Verfall des Großhandelspreises auf aktuell nur noch knapp 20 Euro pro Megawattstunde habe seit 2012 bereits rund 1,5 Milliarden Euro Ergebnis gekostet. Das 750 Millionen Euro schwere Effizienzprogramm bis 2015 und geplante weitere Einsparungen von 400 Millionen Euro bis 2020 reichen nach Mastiauxs Überzeugung nicht. „Wir müssen nachlegen.“ Einzelheiten nannte er aber nicht.

Als Bedrohung für die Investitionsfähigkeit sieht Mastiaux den Vorschlag der Regierungskommission zur Finanzierung des Atomausstiegs. Grundsätzlich sei der Vorschlag eines staatlichen Fonds gut. Den geforderten Risikoaufschlag von mehr als sechs Milliarden Euro halte er aber nicht für gerechtfertigt. „Es muss allen Beteiligten klar sein, dass uns durch die Höhe des Risikoaufschlags viel Investitionskraft genommen wird.“ Gleichzeitig bekräftigte Mastiaux die Absicht, weiter stark in Sonnen- und Windenergie zu investieren.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Die Aktionäre, fast vollständig die öffentliche Hand wie das Land Baden-Württemberg, müssen mit einer geringeren Dividende auskommen. Sie sinkt von 69 Cent im Vorjahr auf 55 Cent. EnBW war 2015 in die Gewinnzone zurückgekehrt und hatte einen Überschuss von fast 125 Millionen Euro erzielt. Hauptgrund waren jedoch Wertpapierverkäufe.

Für das laufende Jahr geht Mastiaux wegen des sich verschlechternden Marktumfelds von einem sinkenden operativen Ergebnis aus. Die Zahlen für das erste Quartal sollen am Freitag veröffentlicht werden.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×